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R&S
UPV
Das Referenzsignal wird über einen akustischen Wandler (artificial mouth) auf das
Mobilfunkgerät gegeben, dort codiert und über eine Hochfrequenzverbindung zum
R&S CMU gesendet. Dort wird es wieder dekodiert und als Messsignal auf den Ein-
gang des Analysators gegeben. Wie bei der elektrischen Messung wird gleichzeitig
das ursprüngliche Referenzsignal intern zum Analysator geleitet, so dass die Auswer-
tung auf beide Signale zugreifen kann. In der Gegenrichtung wird das Referenzsignal
auf den R&S CMU gegeben, dort kodiert und über die Hochfrequenzstrecke ans Mobil-
funkgerät gesendet. Ein anderer akustischer Wandler (artificial ear) macht aus dem
Sprach- oder Musiksignal, das aus dem Hörer des Mobilfunkgerätes kommt, das
Messsignal.
Bei Messungen in Empfangsrichtung des Mobiltelefons ist auf eine gute akustische
Kopplung zwischen Telefon und Kunstkopf (artificial ear) zu achten. Hintergrundgeräu-
sche sollten so gering wie möglich sein. Deshalb sollten die akustischen Messungen in
einer schallgedämmtem Kammer durchgeführt werden.
Bei akustischen Messungen kann der R&S UPV seine Vorteile voll ausspielen: Durch
die hervorragenden Eigenschaften der Analog-Hardware entstehen auch bei großen
Pegel-Differenzen zwischen Ausgangs- und Eingangssignal keinerlei für POLQA rele-
vanten Qualitätseinbußen im Messsignal. Pegelunterschiede im Signalpfad ohne DUT
können mit einem zusätzlichen Gain Parameter jederzeit ausgeglichen werden.

5.33.3 Messfunktion POLQA

Das Messverfahren der Perceptual Objective Listening Quality (POLQA), welches von
der International Telecommunication Union im Jahr 2010 als Recommendation
ITU-T P.863 veröffentlicht wurde, erlaubt die messtechnische Erfassung der Hörquali-
tät von Tonsignalen, die mit Hilfe hochspezialisierter psychoakustischer Codierverfah-
ren übertragen werden. Es handelt sich bei POLQA um einen Algorithmus, der eine
Beurteilung dieser Signale durch Vergleich mit dem Referenzsignal ermöglicht. Der
R&S UPV bietet diese Messung - lizenziert durch die Firma OPTICOM Dipl.-Ing. M.
Keyhl GmbH, Erlangen, Deutschland - an. POLQA® ist ein eingetragenes Warenzei-
chen dieser Firma.
Die ITU hat in der Recommendation P.863 festgelegt, nach welchen Kriterien Refe-
renzsignale für die POLQA-Messung zu erzeugen sind:
Das Referenzsignal muss mono sein und mit einer vielfachen Samplerate von
8 kHz vorliegen.
Zu Beginn und Ende des Signals sollte mindestens je 0,5 Sekunden Stille sein. Bei
großen Verzögerungszeiten im Messobjekt wird Stille von bis zu 2 Sekunden emp-
fohlen.
Im Echtzeitbetrieb des R&S UPV ist die Länge des Messsignals gleich der des
Referenzsignals. Die Verzögerung des Messobjektes darf nicht länger sein als die
Stille am Ende des Referenzsignals, da sonst das Ende des Sprach- oder Musik-
signals nicht mehr mitgemessen wird.
Das Verhältnis zwischen Sprache/Musik und Stille soll der jeweiligen Anwendung
entsprechen. Der Sprachanteil sollte zwischen 1 s und 3 s lang sein und die Pau-
sen zwischen 1 s und 2 s.
Bedienhandbuch 1146.2084.31 ─ 13
Objektive Hörqualitätsmessungen (POLQA)
Gerätefunktionen
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