Bei der Anregungsprüfung wird der Mindestschaltstrom des Differenzialrelais überprüft. Der Test wird mit
einer Impulsrampe durchgeführt, die den entsprechenden Vorfehlerwert vor dem Rampen anwendet. Die
Impulsrampe kehrt zwischen jedem Schritt in den Zustand „Vorfehler" zurück. Basierend auf den
Einstellungen des Relais beginnt die Impulsrampe bei 85 % des erwarteten Anregungswerts und wendet
die Vorfehler- und Fehlervektoren entsprechend an, bis das Relais auslöst. Wenn dieses Auslösesignal
innerhalb der Toleranzbereiche des Relais erkannt wird, wird die Meldung „Pass" (Bestanden) angezeigt.
Wenn bei der ersten Einspeisung ein Auslösesignal erkannt wird, kehrt die Rampe auf 50 % des
erwarteten Anregungswerts zurück und wird von dort aus ausgeführt. Wenn ein Auslösesignal bei 50 %
erkannt wird, wird eine Fehlermeldung angezeigt.
Überlegungen, die vor dem Ausführen der Anregungsprüfung zu treffen sind
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Während einer einphasigen Prüfung hätte die ausgewählte Vektorgruppe die Faktoren für die
einphasige Anregung definiert, die für den Test verwendet werden. Es ist unbedingt erforderlich,
dass diese Werte mit den im Handbuch des Relaisherstellers angegebenen Werten
übereinstimmen (die Einstellungen der Relaishersteller können sich manchmal von den
Differentialstandardfaktoren für die einphasige Anregung unterscheiden).
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Wenn die ausgewählte Vektorgruppe während der Einphasenprüfung einen geerdeten
Sternpunkt an einer oder beiden Wicklungen hat, muss ausgewählt werden, ob das Relais
Nullsequenzströme kompensiert, die zu Phase-Erdschlussfehlern führen können. Wenn die
Nullsequenz (Io-Eliminierung) aktiviert ist, wird ein Faktor von 1,5 eingeführt, um alle
Nullsequenzströme zu eliminieren. Wenn das Relais keine Nullsequenzeliminierung durchführt,
ist dieser Faktor nicht erforderlich und sollte deaktiviert werden.
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Während eines dreiphasigen Tests hätte die ausgewählte Vektorgruppe die
Phasenkompensationswerte über alle sechs Phasen hinweg definiert. Die ausgewählte
Vektorgruppe muss unbedingt mit der Vektorgruppe in den Relaiseinstellungen übereinstimmen.
Einstellungen, die sich auf die Anregungsprüfung auswirken
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Netztransformator, Stromwandler und Vektorgruppenkombinationseinstellungen: Diese
Einstellungen bestimmen den Stufenstrom, der verwendet wird, um den Wert pro Einheit in die
tatsächlich in das Relais eingespeisten Ampere zu konvertieren. Die Einstellungen der
Vektorgruppe legen die einphasigen Anregungsfaktoren fest, die den eingespeisten Amperewert
anpassen, um die Vektorgrößen auf der Grundlage eines über Stern-, Dreiecks- oder
Zickzackschaltung angeschlossenen Transformators zu kompensieren.
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Anregung: Dies ist die für die Schaltung des Relais erforderliche minimale Anregung pro Einheit.
Die Suchroutine beginnt bei 85 % der minimalen Anregungs- und Impulsrampe, bis sie den
Schaltpunkt findet. Wenn dieser Wert im Einstellungsbildschirm nicht korrekt eingegeben wird,
wird die Suchroutine nicht korrekt ausgeführt.
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Vorfehlerstufe/-Dauer: Mit diesen Werten wird der Vorfehlervektor konfiguriert, der vor der
Anwendung der Fehlervektoren angelegt wird.
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Fehlerdauer: Mit dieser Einstellung wird die Anzahl der Millisekunden festgelegt, die der
Fehlervektor angewendet wird. Stellen Sie sicher, dass dieser Wert etwas höher ist als die
Schaltzeit des Relais, um sicherzustellen, dass das Prüfset die Anregung der Auslösekontakte
erkennt.
1. Schließen Sie die entsprechenden Ausgangsklemmen für die zu verwendenden Kanäle an.
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Teil 81757
Rev 15; Datum: 06/2018