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Siemens SIPROTEC 7SD5 Handbuch Seite 91

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Auswertung der
Messgrößen
7SD5 Handbuch
C53000-G1100-C169-1
Da die Einschaltstabilisierung für jeden Leiter individuell arbeitet, ist der Schutz auch
optimal wirksam, wenn der Transformator auf einen einphasigen Fehler geschaltet
wird, wobei möglicherweise in einem anderen gesunden Leiter ein Einschalt-Rush-
strom fließt. Es ist jedoch auch möglich, den Schutz so einzustellen, dass bei Über-
schreiten des zulässigen Oberschwingungsanteils im Strom nur eines Leiters nicht
nur der Leiter mit dem Rushstrom, sondern auch die übrigen Leiter der Differentialstu-
fe blockiert werden. Diese sog. Crossblock-Funktion kann auf eine bestimmte Dauer
begrenzt werden. Das Logikdiagramm zeigt Bild 2-21.
Die Crossblock-Funktion wirkt sich ebenfalls auf alle Geräte aus, da sie die Einschalt-
stabilisierung auf alle drei Phasen ausdehnt.
Bild 2-21
Logikdiagramm der Crossblock-Funktion für ein Ende
Die Auswertung der Messgrößen geschieht für jede Phase getrennt. Zusätzlich wird
der Erdstrom ausgewertet.
Jedes Gerät berechnet einen Differentialstrom aus der Summe der Stromzeiger, die
an jedem Ende des Schutzobjektes berechnet und zu den übrigen Enden übertragen
werden. Sein Betrag entspricht dem Fehlerstrom, den das Differentialschutzsystem
„sieht", im Idealfall also dem Kurzschlussstrom. Im fehlerfreien Betrieb ist er klein und
entspricht bei Leitungen in erster Näherung dem Ladestrom. Bei aktiver Ladestrom-
kompensation ist er sehr klein.
Dem Differentialstrom entgegen wirkt der Stabilisierungsstrom. Dieser ergibt sich aus
der Summe der maximalen Messfehler an den Enden des Schutzobjektes und wird
adaptiv aus den aktuellen Messgrößen und den eingestellten Anlagenparametern er-
rechnet. Dazu wird der maximale Fehler der Stromwandler im Nennbereich bzw. Kurz-
schlussstrombereich mit dem gerade fließenden Strom an jedem Ende des Schutzob-
jektes multipliziert und — zusammen mit den ermittelten internen Fehlern — an die
anderen Enden übertragen. Dadurch ist der Stabilisierungsstrom stets ein Abbild des
maximal möglichen Messfehlers des Differentialschutzsystems.
Die Ansprechkennlinie des Differentialschutzes (Bild 2-22) ergibt sich aus der Stabili-
sierungskennlinie I
= I
diff
abgeschnitten ist. Sie genügt der Gleichung
= I-DIFF> + S (Fehlerströme)
I
stab
Übersteigt der errechnete Differentialstrom die Ansprechgrenze und den maximal
möglichen Messfehler, so liegt ein innenliegender Fehler vor (schraffierter Bereich in
Bild 2-22).
(45°-Linie), welche unterhalb des Einstellwertes I-DIFF>
stab
2.3 Differentialschutz
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