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Siemens SINAMICS S120 Funktionshandbuch Seite 420

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Funktionsmodule
7.3 Erweiterte Bremsensteuerung
Beispiele
Anfahren gegen geschlossene Bremse
Beim Einschalten wird der Sollwert sofort (wenn die notwendigen Freigaben gegeben sind)
freigegeben, auch wenn die Bremse noch nicht geöffnet ist (p1152 = 1). Die
Werkseinstellung p1152 = r0899.15 muss dabei aufgetrennt werden. Der Antrieb baut
zunächst gegen die geschlossene Bremse Moment auf. Die Bremse wird erst geöffnet, wenn
das Motormoment oder der Motorstrom (p1220) die Bremsschwelle 1 (p1221) überschritten
haben. Je nach Typ und Ausführung der Bremse dauert der Vorgang unterschiedlich lang,
bis die Bremse vollständig geöffnet hat. Sie müssen berücksichtigen, dass nach
überschreiten des Momentes der Bremsschwelle das Betriebs-Freigabesignal (p0899.2) für
das Zeitintervall der Bremsenöffnung (p1216) unterbrochen wird, damit der Motorstrom in
diesem Zeitintervall die erlaubten Grenzwerte nicht überschreitet, bzw. das erzeugte
Motormoment die Bremse nicht beschädigt. Das Zeitintervall p1216 ist in Abhängigkeit von
der Zeit einzustellen, die die Bremse tatsächlich zum Lösen benötigt.
Notbremse
Im Falle einer Notbremsung soll gleichzeitig elektrisch und mechanisch gebremst werden.
Dies kann erreicht werden, wenn AUS3 als Auslösesignal der Notbremsung verwendet wird:
p1219[0] = r0898.2 und p1275.00 = 1 (AUS3 auf "Bremse sofort schließen" und Signal
invertieren).
Damit der Frequenzumrichter nicht gegen die Bremse arbeitet, sollte die AUS3-Rampe
(p1135) auf 0 Sekunden gestellt werden. Es kann generatorische Energie entstehen, die
entweder ins Netz zurückgespeist oder über einen Bremswiderstand abgeführt werden
muss.
Betriebsbremse bei Kranantrieben
Bei Hebezeugen mit Handsteuerung ist es wichtig, dass der Antrieb sofort auf die Bewegung
des Steuerhebels (Meisterschalter) reagiert. Hierzu wird der Antrieb über Ein-Befehl (p0840)
eingeschaltet (Impulse sind freigegeben). Drehzahlsollwert (p1142) und Drehzahlregler
(p0856) sind gesperrt. Der Motor ist aufmagnetisiert. Die bei Drehstrommotoren notwendige
Aufmagnetisierungszeit (1-2 sek) entfällt somit.
Als Verzögerung vom Auslenken des Meisterschalters bis zur Bewegung des Motors wirkt
jetzt nur noch die Bremsenöffnungszeit. Wird der Meisterschalter ausgelenkt, gibt es eine
"Sollwertfreigabe von der Steuerung" (Bit verschaltet mit p1142, r1229.3, p1224.0). Der
Drehzahlregler wird sofort freigegeben. Nach der Bremsenöffnungszeit (p1216) erfolgt die
Freigabe des Drehzahlsollwertes. Bei Nullstellung des Meisterschalters wird der
Drehzahlsollwert gesperrt, der Antrieb fährt an der Rücklauframpe des Hochlaufgebers
runter. Wird die Stillstandsgrenze (p1226) unterschritten, schließt die Bremse. Nach der
Bremsenschließzeit (p1217) wird der Drehzahlregler gesperrt (Motor wird jetzt kraftlos!).
Verwendet wird die erweiterte Bremsensteuerung.
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Funktionshandbuch, (FH1), 01/2013, 6SL3097-4AB00-0AP3
Antriebsfunktionen

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