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Allgemeine Systemfunktionen - Abbott Cell-Dyn 3500 System Bedienungsanleitung

Inhaltsverzeichnis
Kapitel 14
®
CELL-DYN
3500 Bedienungsanleitung
56-7502/R6 — Februar 2007

Allgemeine Systemfunktionen

Mit dem Retikulozytenprogramm soll das Gerät für die Analyse von
gefärbten, verdünnten Proben konfiguriert werden. Bei aktiviertem
(ON) Retikulozytenprogramm wählt das Gerät automatisch die ent-
sprechende Konfigurationsdatei und paßt die Geräteeinstellungen an
die Werte in dieser Datei an. Diese Konfiguration bleibt bis zum Deak-
tivieren (OFF) des Retikulozytenprogramms erhalten. Danach kehrt
das Gerät zu den Standard-Hämatologie-Einstellungen zurück.
Retikulozyten sind nach Definition des Clinical and Laboratory Stan-
dards Institute (ehemals NCCLS) eine aus der kernhaltigen Reifestufe
der Erythrozyten hervorgehende Übergangsform der Zelle, bevor sie
sich zum sogenannten reifen Erythrozyt entwickelt
reifen Erythrozyten enthalten Retikulozyten ribosomale RNA. Diese
RNA kann mit bestimmten kationischen Supravitalfarbstoffen sichtbar
gemacht werden, welche das Polyanion gleichzeitig färben und ausfäl-
len, wobei ein netzartiges Gerüst, die Substantia reticulogranulo fila-
mentosa, gebildet wird. Bei der Retikulozytenmethode des CELL-DYN
3500 Systems kommt der Thiazinfarbstoff Methylenblau Neu N zum
Einsatz. Der Retikulozytenassay wird im WOC-Kanal des Gerätes
durchgeführt. Zur Probenvorbehandlung werden 20 µl Blut in einem
Röhrchen mit CELL-DYN Retikulozytenreagenz verdünnt. Bei Raum-
temperatur ist die Färbung der Substantia reticulogranulo filamentosa
innerhalb von etwa 15 Minuten abgeschlossen. Die gefärbte Probe wird
bei Probennahme aus offenen Probenröhrchen analysiert. Nach Ansau-
gen der gefärbten Probe wird sie mit Sheath-Reagenz etwa 50fach ver-
dünnt. Nachdem die Probe mit Sheath-Reagenz verdünnt wurde,
nehmen die Erythrozyten infolge der Wirkung des in der Färbelösung
enthaltenen nichtionischen Detergens eine Kugelform an. Die Kugel-
form ist erforderlich, um das optische Richtungsrauschen zu eliminie-
ren, das sonst in die Streulichtmessung einbezogen würde. Die übliche
Lysewirkung des Sheath-Reagenz wird durch Elektrolyte verhindert,
die in der Färbelösung enthalten sind, sowie dadurch, daß die sonst in
diesem Kanal bei der WBC-Analyse übliche Inkubationszeit entfällt.
Darüber hinaus übt die hohe Konzentration des Methylenblau Neu in
der Färbelösung eine stabilisierende Wirkung auf die Erythrozyten
aus.
Während der Datengewinnung werden die 10°- und 90°-Streulichtda-
ten von bis zu 30.000 Ereignissen gesammelt. Die 0°-Schwelle ist so
hoch angesetzt, daß die überwiegende Mehrzahl der Thrombozyten
ausgeschlossen wird. Zur Differenzierung der Retikulozyten, reifen
Erythrozyten, Thrombozytenaggregate und kernhaltigen Zellen wer-
den die Histogrammdaten herangezogen. Retikulozyten weisen eine
10°-Streuung auf, die der reifer Erythrozyten ähnlich ist, unterscheiden
sich aber von ihnen durch eine höhere 90°-Streuung. Retikulozyten
werden in Prozent angegeben. Liegen Angaben zur Erythrozytenkon-
zentration vor, berechnet das Gerät automatisch die absolute Retikulo-
zytenzahl.
Retikulozytenprogramm
. Im Gegensatz zu
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