Kapitel 3
Lyseresistente Erythrozyten
RRBC-/NRBC-Markierung
CELL-DYN
®
3200 Bedienungsanleitung
56-0371/R8 - November 2004
Lyseresistente Erythrozyten sind rote Blutkörperchen, die eine Anomalie
aufweisen oder deren Membran Veränderungen zeigt, wodurch sie gegenüber dem
Lysevorgang resistenter werden.
Bei der Bearbeitung der Proben im Patientenmodus reicht die hypoosmotische
Lysewirkung des WBC-Lyse-Reagenzes in der Regel nicht aus, um vorhandene
lyseresistente Erythrozyten in der für die WBC-Zählung zur Verfügung stehenden
Zeit zu lysieren. Folglich können unlysierte Erythrozyten fälschlicherweise in die
WBC-Zählung einbezogen werden, was einen falsch erhöhten Wert ergibt.
In normalen Patientenproben sind lyseresistente Erythrozyten entweder gar nicht
oder in vernachlässigbar geringer Anzahl vorhanden. Bei einem hohen Anteil
lyseresistenter Erythrozyten in der Probe ist in der N1-Region des 0°-/10°-Scatter-
gramms unterhalb der beweglichen WBC-Schwelle in der Regel eine signifikante
Stromamenge vorhanden.
Wird diese Art von Interferenz festgestellt, erscheint die Markierung RRBC/
NRBC (lyseresistente Erythrozyten/ kernhaltige Erythrozyten). Diese Markierung
zeigt dem Bediener an, dass eine mögliche Interferenz durch lyseresistente RBCs,
NRBCs oder eine Kombination aus beiden vorliegt. Sie fordert den Bediener
zugleich auf, die Probe im Modus Resistente RBC zu analysieren. Wenn der
Probentyp Resistente RBC angewählt wird, wird die Zeit für das Einwirken des
WBC-Lyse-Reagenzes verlängert, wodurch eine vollständige Lyse der lyseresi-
stenten Erythrozyten und somit eine genaue WBC-Zählung erzielt wird. Der
Probentyp Resistente RBC liefert auch ein NOC-Ergebnis.
Wenn die NOC- und die WOC-Zählung zu diskrepanten Ergebnissen für den
Probentyp Resistente RBC führen, sind möglicherweise NRBCs vorhanden. Ein
gefärbter Ausstrich sollte überprüft werden, um das Vorhandensein von NRBCs zu
bestätigen und diese gemäß den laborinternen Vorschriften quantitativ zu
bestimmen (Sichelzellen oder Targetzellen können auch anzeigen, dass NRBCs
vorhanden sind). Sofern eine Korrektur des WBC-Wertes erforderlich ist, sollte der
NOC-Wert korrigiert und mit dem WOC-Wert des RRBC-Probentyps verglichen
werden. Wenn durch den korrigierten NOC-Wert das WOC-Ergebnis bestätigt
wird, kann der WOC-Wert ausgegeben werden; weichen die Ergebnisse vonein-
ander ab, muss der Bediener die laborinternen Verfahren befolgen, um ein
korrektes WBC-Ergebnis zu ermitteln.
Allgemeine Systemfunktionen
Funktionsmeldungen und Markierungen (Flags)
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