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Umz I> (Mit Unterspannungshaltung); Funktionsbeschreibung - Siemens SIPROTEC 4 7UM62 Handbuch

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Funktionen
2.3 UMZ I> (mit Unterspannungshaltung)
2.3
UMZ I> (mit Unterspannungshaltung)
Der Überstromzeitschutz dient als Reserveschutz für den Kurzschlussschutz des Schutzobjektes oder als Reser-
veschutz für nachgeschaltete Netzteile, wenn Fehler dort nicht rechtzeitig abgeschaltet werden, so dass es zu
einer Gefährdung des Schutzobjektes kommen kann.
Das Schutzgerät 7UM62 erlaubt es, die Überstromzeitschutzfunktion entweder den Eingangsübertragern der
Seite 1 oder der Seite 2 zuzuordnen. Diese Wahl wird bei der Projektierung (siehe Abschnitt
umfang) getroffen.
Die Ströme werden zunächst numerisch gefiltert, so dass nur die Grundschwingungen der Ströme in die
Messung eingehen. Dadurch ist die Messung auch unempfindlich gegen Einschwingvorgänge bei Kurzschluss-
eintritt und gegen verlagerte Kurzschlussströme (Gleichstromglied).
Bei Generatoren, deren Erregerspannung von den Maschinenklemmen abgeleitet wird, klingt bei Nahfehlern
(also im Generator- und ggf. Blocktransformatorbereich) der Kurzschlussstrom wegen des nun fehlenden Erre-
gerstromes sehr schnell ab und liegt in wenigen Sekunden unterhalb des Ansprechwertes des Überstromzeit-
schutzes. Um einen Rückfall der Anregung zu vermeiden, wird bei der Stufe Ι> zusätzlich die Mitkomponente
der Spannungen überwacht und als weiteres Kriterium zur Kurzschlusserkennung herangezogen. Die Unter-
spannungsbeeinflussung kann ausgeschaltet und durch Binäreingabe unwirksam gemacht werden.

Funktionsbeschreibung

2.3.1
Stufe Ι>
Jeder Leiterstrom der Seite 1 oder 2 (je nach Projektierung) wird einzeln mit dem gemeinsamen Einstellwert
I> verglichen und bei Überschreiten getrennt gemeldet. Nach Ablauf der zugehörigen Verzögerungszeit T I>
wird ein Auslösesignal an die Matrix abgegeben. Der Rückfallwert liegt im Lieferzustand des Gerätes bei etwa
95 % unter dem Ansprechwert, lässt sich jedoch für Sonderanwendungen auch höher einstellen.
Unterspannungshaltung
Die Ι>-Stufe verfügt über eine (abschaltbare) Unterspannungsstufe, die bei Unterschreiten einer einstellbaren
Schwelle der Mitkomponente der Spannungen nach Überstromanregung das Anregesignal für eine einstell-
bare Haltezeit aufrecht erhält, auch wenn der Überstromwert wieder unterschritten wird. Auf diese Weise ist
der Ablauf der Auslöseverzögerungszeit und die Auslösung der zugeordneten Schalter auch für solche Fälle
gesichert. Kehrt die Spannung vor Ablauf der Haltezeit wieder oder wird die Unterspannungshaltung durch
eine Binäreingabe blockiert, z.B. bei Auslösung des Spannungswandler-Schutzschalters oder bei abgeschal-
teter Maschine, fällt der Schutz sofort zurück.
Die Haltung ist leiterselektiv ausgeführt, wobei mit der ersten Anregung das Zeitglied T-HALTUNG gestartet
wird.
Das folgende Bild zeigt das Logikdiagramm für die Überstromstufe Ι> mit Unterspannungshaltung.
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2.2.3 Funktions-
SIPROTEC 4, 7UM62, Handbuch
C53000-G1100-C149-B, Ausgabe 11.2017

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