Beim Messsystem zur Erfassung der aktuellen Position einer NC-Achse unterscheidet man
inkrementelle und absolute Verfahren. Das inkrementelle System liefert Impulse - jeder Impuls oder
auch Inkrement genannt, entspricht einem Verfahrsegment der Achse. Die Inkremente werden von
der Steuerung gezählt und durch Normierung mit einer Längendimension [mm], [inch] behaftet. Der
Nachteil des inkrementellen Verfahrens besteht darin, dass nach jedem Aus-/Einschalten der
Steuerung der Bezug zwischen Messsystem und Achsmechanik verloren geht. Es ist dann immer eine
Referenzierung (z.B. Referenzfahrt auf Endschalter) erforderlich, die diesen Bezug wieder herstellt.
Der Eingang für das Messsystem der NC-Achse kann software-gesteuert (siehe [8]) umgeschaltet
werden. Es besteht die Möglichkeit den Inkremetalgebereingang oder den Absolutwertgebereingang
(SSI) auszuwählen. Beide Varianten gleichzeitig zu betreiben ist nicht möglich.
Jede Axe verfügt über 1 Inkrementalgeber-Eingang, der zum Anschluss von Standard-
Inkrementalgebern (Drehgeber oder Linearmassstäbe) mit differentiellen Ausgängen (A -, B-Spuren)
und Nullspursignal (N-Spur bzw. R-Spur) nach RS422-Spezifikation dient. Zu jeder A-/B-/N-Spur ist
ein invertiertes #A-/#B -/#N-Spur Signal erforderlich. Zur Versorgung der angeschlossenen Geber wird
die Geber-Versorgung von +5.4V/400mA zur Verfügung gestellt. Da die Geberleitungen dynamische
Signale führen, ist bei der Verdrahtung auf ausreichende EMV zu achten (geschirmte Leitungen,
Schirme auf PE auflegen, etc.).
Die Impulszahl des Gebers/Umdrehung ist abhängig von der jeweiligen Anwendung, sie kann durch
Parametrierung auf tatsächliche physikalische Dimensionen z.B. [mm] angepasst werden
(elektronisches Getriebe). Die N-/#N-Spur ist zur Referenzierung der Achse erforderlich. Ebenfalls
parametrierbar ist die Zählrichtung der Geberimpulse.
6.4 Absolutwertgebereingang SSI (synchron serial interface)
Bei absoluten Messsystemen wird die aktuelle Istposition der NC-Achse im Messystem selbst erfasst
und so aufbereitet der Steuerung zur Verfügung gestellt. Bei der Inbetriebnahme ist eine einmalige
Justierung des Absolutgebers auf die Achsmechanik erforderlich; die Systeme sind verkoppelt -
Referenzierung ist dann nicht mehr erforderlich.
Die aktuelle Istposition wird via serielles Protokoll von der Steuerung über das Messsystem
eingelesen. Die Schnittstelle ist im sogenannten SSI-synchron serial interface standardisiert. Dazu
sind 2 RS422-Kanäle erforderlich, der Takt- und Datenkanal. Die Spannungsversorgung der SSI-
Absolutgeber ist abhängig vom eingesetzten Typ - i.A. jedoch +24V. SSI-Absolutgeber besitzen noch
weitere Steuereingänge, die mit +24V-Pegeln geschaltet werden. Der Eingang
•
PRESET setzt einen im Absolutgeber hinterlegten Istwert (i.A. =0),
•
DIRECTION legt die Zählrichtung des Absolutgebers fest.
Der Anschluss eines Absolutwertgebers mit SSI ist in [4.6] dargestellt.
6.5 Takt- und Richtungssignale für Schrittmotorantriebe
Über die Taktleitung wird das Frequenzsignal, über den Richtungsausgang die Drehrichtung des
Antriebes ausgegeben. Der Anschluss eines Schrittmotors an die PS52 ist in [4.5] dargestellt.
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Betriebsarten der PS52
Die PS52 unterstützt im Wesentlichen 6 Betriebsarten, die in den folgenden Kapiteln ausführlich
beschrieben werden. Diese sind:
1.
Referenz
Referenzfahrt, Bezug zwischen Achsmechanik und Steuerungsistwert bei inkrementellen
Messsystemen herstellen. Referenz setzen, einen bestimmten, parametrierbaren
Steuerungsistwert setzen
2.
Manuell
NC-Achsen durch Jog- / Step- oder Absolut - Betrieb manuell verfahren, Freifahren von
bedeckten Endschaltern
3.
Automatik
automatisches Abarbeiten von NC-Programmen
4.
Programmieren
B e d i e n u n g s a n l e i t u n g
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