YAMAHA RD 250 / 400 DX
Die Zungenmembran benötigt keinerlei Wartung. Anläßlich einer Überholung ist sie in sauberem Kraftstoff gründlich zu waschen. Sie ist
jedoch mit großer Sorgfalt zu behandeln und darf auf keinen Fall fallen gelassen werden! Falls sich bei einer Überprüfung irgendwelche Anzeichen
von Rißbildung oder gar Bruch feststellen lassen, ist sie unverzüglich zu erneuern. Sollte im Betrieb ein Bestandteil der Membrane wegbrechen, so
wird sie sofort vom Motor angesaugt und in seinem Inneren schwerwiegende Schäden anrichten!
Jeder Zylinder besitzt eine eigene Zungenmembrane.
2.3
Arbeiten bei eingebautem Motor
Sofern man nicht an den Kurbeltrieb oder dem Getriebe heran muß, kann der Motor Ansicht eingebaut bleiben, z.B. für folgende Arbeiten:
∗
Aus und Einbau der Zylinder, Zylinderköpfe und Kolben
∗
Aus und Einbau der Lichtmaschine und der Zündung
∗
Aus und Einbau der Kupplung, Kickstartermechanismus, Ölpumpe
Sind allerdings mehrere Arbeiten zur gleichen Zeit erforderlich, so kann der Ausbau des Motors von Vorteil sein, für den man bei ruhiger
Arbeitsweise etwa zwei bis drei Stunden anzusetzen hat. Danach kommt man besser an die Bauteile heran und hat mehr Bewegungsfreiheit.
2.4
Arbeiten bei ausgebautem Motor
Hier sind zu nennen:
∗
Aus und Einbau der Kurbelwelle und deren Lagern
∗
Aus und Einbau von Getriebe, Schaltmechanismus und deren Lagern
2.5
Motor-Getriebe-Block
Wie bereits erwähnt, sind Motor und Getriebe in Blockbauweise zusammengefaßt, so daß der Motor zwecks Zugang zu den Innenwelten als
Ganzes ausgebaut werden muß. Das Gehäuse kann ohne Ausbau des Motors aus dem Fahrwerk nicht zerlegt und der Zusammenbau nur nach
vorherigem Zusammenbau des Gehäuses vorgenommen werden. Beim Zerlegen des horizontal geteilten Kurbelgehäuses öffnet man zugleich auch das
Getriebe.
2.6
Motor-Getriebe-Block, ausbauen
Das Motorrad auf den Hauptständer stellen. Die Maschine soll beim Arbeiten auf einer ebenen Fläche fest stehen. Kraftstofftank
vollständig entleeren. Nach dem Entleeren den Schlauch, der beide Tankhälften miteinander verbindet, abziehen und eventuelle noch vorhandene
Benzinreste auffangen. Den Kraftstoffhahn absperren (Stop). Kraftstoffleitungen an den Schwimmergehäusen der beiden Vergaser abziehen; sie sind
lediglich aufgeschoben. Der Tank ist vorne in Gummielementen und hinten unter der Sitzbank mit zwei Schrauben befestigt; diese Schrauben
herausdrehen, den Tank hinten anheben und dann nach hinten abziehen.
Obwohl der Tank bei der Demontage des Motors nicht stört, hat man doch besseren Zugang zum Aggregat und die Lackierung wird
geschont. Schrauben an den Verbindungen der Auspuffkrümmerflansche an den Zylindern und die Überwurfmuttern zu den Endschalldämpfern
(Hakenschlüssel für Stoßdämpfer und Lenkkopflager verwenden) lösen, die Krümmer nach aussen drehen und abziehen.
Die Schlauchschellen, die Vergaser in den Verbindungsgummi zum Luftfilter bzw. zum Zylinder fixieren, lockern und zum Luftfilter und zum
Zylinder hin zurückschieben. Die Vergaser jeweils leicht nach aussen drehen. Beide Vergaserdeckel losschrauben, gleichzeitiges Anheben des
betreffenden Gaszuges aus der Seilzugstellschraube erleichtert das Abschrauben . Gasschieber mitsamt den Düsennadeln vorsichtig aus dem
Vergasergehäuse herausziehen und vom Gaszug aushängen. Die Gasschieber sind sehr empfindlich und sollten sauber und sicher verwahrt werden. Die
Vergaser aus dem Gummischlauch des Luftfiltergehäuses herausdrücken und aus dem Ansaugschlauch des Zylinders herausziehen und ebenfalls sauber
und sicher verwahren. Die Gummischläuche zum Luftfilter können an diesem verbleiben.
Die Vorderpartie des rechten Seitendeckels wird nach Lösen von drei Schrauben entfernt. Darunter liegt die Ölpumpe. Federclip am
Zuführungsschlauch hochschieben und den Schlauch abziehen. Entweder das Öl aus dem Öltank vollständig ablaufen lassen oder den Schlauch mit
einem passenden Stopfen (Schraube) abdichten, Schlauch dabei aber nicht überdehnen!
Seilrolle der Ölpumpe zurückdrehen und den Nippel des Zuges aus der Rolle aushängen. Nach dem ausklinken wird die im Gehäuse
eingeschraubte Seilzugstellschraube vollständig herausgedreht und der Zug entfernt.
Den kompletten Gaszug am besten mit einem Draht o.ä. am oberen Rahmenrohr hochbinden. Überwurfmutter der Antriebswelle des
Drehzahlmessers am Abtrieb in der Nähe der oberen Motorhalterung abschrauben und Welle herausziehen (aufpassen, daß Innenwelle nicht
herausfällt). Zug ebenfalls hochbinden. Die elektrischen Anschlüsse befinden sich durch eine Kunststoffhülse geschützt unter der Luftzuführung der
Vergaser, Stecker ausstecken, Farbkennzeichnung beachten. Zündkabel zu den beiden Zündkerzen durch abziehen der Kerzenstecker entfernen und
mit Draht an das obere Rahmenrohr hochbinden.
Fußbremshebel auf der rechten Motorseite abbauen. Er ist durch eine Klemmschraube auf einer verzahnten Welle gesichert und kann nach
vollständigem herausschrauben dieser abgezogen werden. Eventuell vorher mit einem Schraubenzieher oder besser einem Durchschläger mit leichtem
Hammerschlägen auf der Welle lösen, Körnermarkierung auf der Welle wegen Hebelstellung beachten. Beim neuerem Modell ab '78 muß ebenfalls
die am Rahmendreieck verschraubte rechte Fußrastenhalterung abmontiert werden.
Fußschalthebel auf der linken Motorseite abschrauben. Er ist mit einer Klemmschraube auf der verzahnten Gangwelle gesichert. Diese
herausschrauben und Hebel abziehen (gegebenfalls mit einem Montierhebel vorsichtig nachhelfen). Die Stellung des Ganghebels auf der Welle vorher
markieren, mit einer Anreißnadel oder Schraubenzieher einen Strich kratzen, keinesfalls mit einem Hammer eine Kerbe einschlagen, der
Schaltmechanismus könnte beschädigt werden!
Deckel der Lichtmaschine auf der linken Motorseite nach Entfernen der drei langen Schrauben abnehmen. Danach läßt sich der grosse
Seitendeckel nach Abschrauben von vier Schrauben demontieren, der darin eingehängte Kupplungszug aushängen und entweder hochbinden oder am
Kupplungsgriff aushängen und komplett entfernen.
H.Novak * V4.2 12.09.2004
www.RD400.de
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Reparaturanleitung
*\t\yam\RD77_Reparatur.DOC#