YAMAHA RD 250 / 400 DX
1 Kurbelgehäuse komplett
2 Führungshülse (2)
3 Sechskantschraube
4 Passstift
5 Stehbolzen (2)
6 Stehbolzen (6)
7 Sechskanzmutter (8)
8 Glatte Unterlegscheibe (8)
9 Sechskantschraube (2)
10 Sechskantschraube (5)
11 Sechskantschraube (3)
12 Glatte Unterlegscheibe (11)
13 Ölablass-Schraube
14 Dichtring für Ölablass-Schraube
2.8.1 Kurbelwelle, prüfen und richten
Die Kurbelwelle besteht aus zwei einzelnen Gruppen, von denen jede zwei Kurbelwangen mit Hauptlagerzapfen, Hubzapfen und Pleuel
enthalten. Beide Gruppen werden zu einer starren Welle zusammengepreßt. Zwischen den beiden mittleren Hauptlagern ist eine Labyrinthdichtung
angeordnet.
Bei Lagerschäden wird es ihnen im allgemeinen ohne Spezial-Werkstatt nicht möglich sein, die Reparatur selbst durchzuführen, da die Welle
auseinander gedrückt und später exakt fluchtend wieder zusammen gepreßt werden muß. Spezielle Motorenüberholungsbetriebe, die in der Lage
wären, die Welle zu überholen, machen mit entsprechender Werbung auf sich aufmerksam. Je nach Aufwand der nötigen Arbeiten ist zu überlegen,
eine Austauschwelle oder gar eine neue einzusetzen.
Hauptlagerschäden sind ohne weiteres zu festzustellen, wenn das alte Öl herausgewaschen ist; fühlbares Lagerspiel oder unsauberer Rundlauf
sind sichere Zeichen, daß ein Lager ersetzt werden muß. Deutliches Zeichen im Betrieb sind ein unverkennbares Rumpelgeräusch und ein übermäßiges
Vibrieren, daß durch die Fußrasten zu spüren ist. Auch deuten Schwierigkeiten beim exakten Zündungseinstellen und Schlagen beim Lastwechsel
darauf hin. Ebenfalls sind immer wiederkehrende Verschmutzung der Zündkerze(n) mit Metallbrösel ein Hinweis darauf, daß sich ein
Kurbelwellenlager sich seines Inhalts entledigt.
Pleuellagerschäden machen sich im Betrieb besonders unter Last durch hartes Klopfen bemerkbar. Das Pleuel darf in der Richtung der
Kolbenbewegung keinerlei fühlbares Spiel aufweisen, in axialer Richtung zu den Kurbelwangen nicht mehr als 0,3 mm. Dichtringdefekte sind häufig
bei länger gelaufenen Zweitaktern. Wenn die Ringe undicht werden, kann von aussen her Falschluft bzw. Motoröl in das Kurbelgehäuse eindringen
und das vorzuverdichtende Gemisch abmagern. Der Motor reagiert mit unruhigem Lauf und schlechtem Start bzw. bei Motoröl mit qualmenden
Motorlauf und stark verussten oder verölten Zündkerzen.
Bei ausgebauter Kurbelwelle sind die Dichtringe an beiden Enden der Kurbelwelle und (!) der Spezial-O-Ring unter dem Primärritzel einfach
zu ersetzen. Sie sind jeweils nur auf die Wellenenden aufgeschoben; eine ganz bis an das Lager, die andere bis dicht davor. Zur Sicherheit sollte man
sie stets erneuern, wenn der Motor einmal zerlegt ist, gleichgültig wie gut sie aussehen. Der Labyrinth Dichtring zwischen den mittleren Hauptlagern
kann nur beim Zerlegen der Kurbelwelle erneuert werden. Man kann seinen Verschleiß schlecht abschätzen; er hält normalerweise solange wie die
Kurbelwelle selbst. Wenn er leicht um die Welle herumläuft, muß er wahrscheinlich erneuert werden. Dazu muß allerdings die Welle komplett zerlegt
werden, siehe Spezial Werkstatt .
2.8.2 Kolbenbolzenlager, prüfen und richten
Der Kolbenbolzen ist mit einem Nadelkäfig im Pleuelauge gelagert. Er versagt eigentlich nur bei Schmierungsdefekte. Er muß satt und
spielfrei sein; ein Defekt macht sich im Betrieb durch laute Rasselgeräusche bemerkbar und muß dann erneuert werden. Werden die Kolbenbolzen
wegen Spiel oder Überhitzung (Blaufärbung) erneuert, muß der zugehörige Nadelkäfig wie bei einer KurbelwellenReparatur auch rigoros erneuert
werden. Der Nadelkäfig ist, da er ins Pleuelauge nur eingeschoben ist, sehr leicht zu erneuern. Es ist zu beachten, das Kolbenbolzen und
Kolbenbolzenlager immer zusammen zu erneuern sind!
2.8.3 Kolben und Kolbenringe, prüfen und richten
Kolben und Kolbenringe brauchen nicht geprüft werden, wenn die Zylinder wegen Beschädigung bzw. übermäßigen Verschleiß
2.8.4)
aufgebohrt oder erneuert werden müssen. In diesen Fällen müssen die Kolben und Ringe sowieso erneuert werden. Wird das Aufbohren nicht
für notwendig erachtet, ist jeder Kolben genau zu prüfen. Kolben, die von Verbrennungsgasen, die an den Ringen vorbeigeströmt sind, dunkel
verfärbt oder auch sonstwie beschädigt oder riefig, sind zu erneuern. Die Kolbenbolzenaugen und die darin befindlichen Nuten der Sicherungsringen
sind auf Verschleiß und Schäden zu überprüfen. Der Kolbenbolzen hat einen relativ festen Sitz im Kolben , auf keinen Fall Spiel!
Ölkohleablagerungen auf den Kolbenböden (Holz oder Kunststoffspachtel) und eventuell mit Metallpolitur den Boden auf Hochglanz
bringen, dann setzt sich Ölkohle viel schwerer darauf wieder ab. Auf den gereinigten Kolbenböden erkennt man, ob der Zylinder bereits aufgebohrt
worden ist, denn die Übergröße ist dort stets aufgeprägt; zum Beispiel 50 für Aufbohrmaß + 0,50 mm. Auch die Kolbenringnuten können in ihrer
H.Novak * V4.2 12.09.2004
www.RD400.de
15 Entlüftungs-Verbinder
16 Entlüftungs-Schlauch
17 Ölfangblech
18 Ölfangblech-Halteschraube (2)
19 Gummilager zur Motoraufaufhängung (4)
20 Gummilager zur Motoraufaufhängung (2)
21 Abstandshülse für Gummilager zur Motoraufaufhängung (2)
22 Gummilager zur Motoraufaufhängung (2)
23 O-Ring (4)
24 Schlauch-Halteklammer
25 Schlauch-Halteklammer
26 Kabel-Halteklammer
27 Kabel-Halteklammer
28 Gummitülle
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Reparaturanleitung
*\t\yam\RD77_Reparatur.DOC#
(s. Kapitel