YAMAHA RD 250 / 400 DX
steht im Betrieb nicht unter Druck, aber unterliegt auch der Alterung. Sie sitzt mit Drucksitz auf den Verbindern und wird mit Schlauchklemmen
gehalten.
6.4.7 Hydraulische Bremsanlage, entlüften
Die Bremsleistung wird behindert oder gar unmöglich gemacht, wenn sich Luft in der hydraulischen Anlage befindet. Das kommt vor, wenn
Dichtungen versagen oder nach Montagearbeiten an der Anlage. Selbst dann, wenn der Ausgleichsbehälter mit Bremsflüssigkeit wieder aufgefüllt
wird, bleiben Luftbläschen zurück und behindern die Bremswirkung, weil sich die Luft im Gegensatz zur Bremsflüssigkeit komprimieren läßt, was zum
Verlust der hydraulischen Wirkung führt.
Nach Abdrehen des runden Deckel des Bremsflüssigkeits Ausgleichbehälter kann dieser abgenommen werden. Darunter befinden sich die
kombinierte Deckeldichtung und Ausgleichsmembrane. Den Stand durch eventuellem Nachgiessen von neuer(!) Bremsflüssigkeit korrigieren. Die
Staubschutzkappe von der auf der Radinnenseite an der Bremszange befindlichen Entlüftungsschraube abnehmen und einen durchsichtigen Schlauch
aufstecken, der in ein sauberes (Glas) Gefäß führt. Etwas Bremsflüssigkeit ins Gefäß geben, damit das Schlauchende immer unter dem
Bremsflüssigkeitsspiegel liegt.
Die Entlüftungsschraube um eine vollständige Umdrehung herausdrehen und mit dem Fußbremshebel langsam pumpen. Mit dem
Herausdrücken der Flüssigkeit aus der Entlüftungsschraube fällt das Niveau im Ausgleichsbehälter. Es ist darauf zu achten, das es nicht zu stark abfällt
und damit wieder Luft ins System eindringt; rechtzeitig mit neuer Flüssigkeit nachfüllen! Mit der Pumpbewegung fortfahren, bis keine Luftblasen
mehr am Ende des Kunststoffschlauchs austritt. Dann den Fußbremshebel im gedrückten Zustand festhalten und die Entlüftungsschraube festziehen.
Der Kunststoffschlauch darf erst nach Festziehen der Entlüftungsschraube abgenommen werden. Die dabei herausgepumpte Bremsflüssigkeit nicht
mehr verwenden.
Prüfen sie im Anschluß daran, ob die Bremse ein schwammiges Gefühl vermittelt. Das würde bedeuten, daß sich noch immer Luft in der
Bremsanlage befindet; der Entlüftungsvorgang müßte dann wiederholt werden. Den richtigen Flüssigkeitsstand im Ausgleichsbehälter herstellen und
die Membrandichtung und den Verschlußdeckel aufsetzen und wieder festdrehen. Die gesamte Bremsanlage auf Undichtheiten hin überprüfen. Die
Bremsleistung erneut kontrollieren.
Es ist zu beachten, daß die Flüssigkeit, die während des Entlüftungsvorgang in dem Behälter aufgefangen wurde, nicht wiederverwendet
werden darf. Sie stand mit der Aussenluft in Verbindung und könnte Feuchtigkeit aufgenommen haben. Ausserdem ist sie verunreinigt durch
Schmutzpartikel und Metallabrieb aus der Bremsanlage.
6.4.8 Radlager, Kontrolle und Erneuerung
Die Radlager des Hinterrads sind nach Ausbau des Laufrads aus der Hinterschwinge zugänglich. Erst wird der Kettenradträger aus der linken
Nabe gezogen und der Staubschutz sowie das Abstandstück aus der rechten Nabe herausgenommen.
Das Laufrad mit der Bremsscheiben Seite nach unten auf zwei stärkere Holzlatten legen,
so daß die Bremsscheibe frei liegt und nicht beschädigt werden kann. Das gebogene Ende eines
Spezialwerkzeugs, das die Form eines Stabes mit einem gebogenen Ende hat, in die Bohrung in
der Mitte des Abstandstück zwischen den beiden Radlagern einführen. Wird mit dem Hammer
auf das andere Ende des Spezialwerkzeugs geschlagen, werden das rechte Lager, die auf dem
Lagerflansch anliegende Scheibe und das Lager Abstandstück aus der Nabe herausgetrieben.
Das Rad herumdrehen und das linke Lager mit einem passenden Treibdorn durch die
Nabe heraustreiben. Während des Heraustreiben kann es nötig sein, das Rad mit höheren
Holzstücken zu unterlegen, um Platz für das austretende Radlager zu schaffen.
Alles alte Fett aus der Nabe und den Radlagern abwischen und die Radlager anschließend
in Benzin auswaschen. Die trockenen Radlager durch Drehen auf Anzeichen von Spiel und
Verschleiß prüfen. Sollte Abnützung festgestellt werden, so sind die Lager zu erneuern.
Zum Wiedereinbau der (neuen) Radlager die Einbaufläche der Nabeninnenseite mit
Kugellagerfett füllen. Danach werden die Lager mit einem passenden Dorn in ihre Einbaulage
getrieben. Dabei das Abstandstück dazwischen nicht vergessen. Dabei ist zu beachten, daß die
Lager absolut waagerecht eingetrieben werden, weil sonst die Innenfläche der Radnabe
irreparabel ruiniert wird. Wenn kein passender Dorn zur Verfügung steht, kann auch eine
passende Sechskantnuß verwendet werden. Dabei ist unbedingt zu beachten, daß ein Radlager immer am Aussenring eingetrieben wird; wird der
Innenring seitlich belastet, ist das Lager sofort unbrauchbar. Die neuen Wellendichtringe und alle Staubdeckel und Abstandstücke, die beim Zerlegen
abgenommen wurden, wieder einbauen.
6.4.9 Hinterrad, Wiederzusammenbau und Einbau
In das Hinterrad den Kettenradträger mit eingelegten Vibrationsgummis wieder einsetzen. Das Hinterrad von hinten her in die Schwinge
einsetzen, so daß die Achsführungen mit denen der Hinterschwinge sauber fluchten; das Zwischenstück nicht vergessen. Die Achse von der linken
Seite her einschieben, bei Bedarf mit dem Hinterrad nachkorrigieren. Eventuell mit einem Gummihammer vorsichtig nachhelfen. Die
Unterlegscheibe und Mutter lose aufdrehen. Auf korrekten Sitz der Kettenspanner auf beiden Seiten achten. Die Achse so plazieren, das Hinterrad
H.Novak * V4.2 12.09.2004
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Reparaturanleitung
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