YAMAHA RD 250 / 400 DX
5.10.2 Modell 1978 (Schwimmsattelbremse)
Die Fahrerfußrasten sind klappbar jede für sich an separaten Ausleger angelenkt. Diese Ausleger sind oberhalb der Auspuffanlage beim
Rahmendreieck an zwei am Rahmen angeschweißten Laschen mit Schrauben und Muttern verschraubt. In die beiden Auslegerösen eingepreßte
Gummihülsen dienen als Vibrationshemmer. Die genaue Reihenfolge der Unterlegscheiben ist bei der Montage zu beachten.
Beide Fahrerfußrasten sitzen auf Lagerbolzen und werden durch Federkraft in waagerechter Haltung gehalten. Wenn das Motorrad umfallen
sollte, können die Rasten gegen Federkraft nachgeben und bleiben so unbeschädigt. Trotzdem verbogene Fußrasten können nach Herausziehen der
Bolzen abgenommen werden und entweder im Schraubstock gerichtet oder gleich erneuert werden. Die Ausleger bestehen aus einem Stahlguß und
können im beschränkten Maße im Schraubstock mit einer Lötflamme wieder gerade gebogen werden.
5.11
Fußbremshebel, kontrollieren und erneuern
Der Fußbremshebel ist auf der rechten Seite des Motors bei der rechten Auspuffhalterung angeordnet. Die den Fußbremshebel tragende Welle
ist gezahnt und greift in entsprechende Zahnung des Bremshebels ein. Eine Klemmschraube am Hebel hält ihn auf der Welle fest.
Wurde der Bremshebel wegen Umfallen der Maschine verbogen, so kann er entweder im Schraubstock mit einer Lötflamme wieder gerichtet
werden oder muß erneuert werden.
Es ist darauf zu achten, daß die Klemmschraube festen Sitz hat, weil sonst der lockere Hebel auf der Welle deren Zahnung irreparabel
verschleißt.
5.12
Kickstarterhebel, kontrollieren und erneuern
Der Kickstarterhebel ist in seiner Bohrung gezahnt und mit einer Klemmschraube auf seiner Welle befestigt. Der Kickstarterhebel ist
schwenkbar, damit er zum Anlassen des Motors heraus und danach wieder zurückgeklappt werden kann. Er wird auf dem Gelenk mit einer Unterleg
und einer Sicherungsscheibe gehalten. Eine federbelastete Kugel hält den Kickstarter entweder in Ruhelage oder in Starterlage fest. Wird der
Kickstarter nicht mehr sauber gehalten, kann die Feder erlahmt sein und muß erneuert werden. Der Kickstarter sollte gelegentlich von seinem
Drehgelenk abgenommen werden, um dieses zu reinigen und neu zu schmieren.
Im Falle eines unfallbedingten Verzug kann der Kickstarterhebel im beschränkten Maße in einem Schraubstock mit einer Lötflamme
wiedergerichtet werden.
5.13
Doppelsitzbank, kontrollieren und erneuern
Die Doppelsitzbank wird an zwei Lagerbolzen, auf denen sie drehbar gelagert ist, am rechten oberen Rahmenrohr befestigt. Eine
Verriegelungsvorrichtung am linken Rahmenrohr hält die Sitzbank unter normalen Betriebsbedingungen in ihrer Lage fest.
Zum Ausbau der Sitzbank wird der Sperriegel und danach die Sitzbank angehoben, damit die auf der rechten Seite befindlichen Lagerbolzen zu
sehen sind. Wird der durch jeden Lagerbolzen durchgesteckte Splint heraus und die lagerbolzen zurückgezogen, kann die Sitzbank abgenommen
werden.
5.14
Tachometer und Drehzahlmesser
5.14.1 Tachometer und Drehzahlmesser, aus- und einbauen
Sowohl Tachometer wie auch Drehzahlmesser liegen gummigelagert in je einem Gehäuse auf einer Anbauhalterung, die mit Hilfe zweier
intergrierter Anbauschrauben auf der oberen Gabelbrücke befestigt und durch von unten aufgedrehten Hutmuttern gehalten wird. Zwischen dem
Tachometer und dem Drehzahlmesser angeordnet befindet sich in einer separaten Konsole die diversen Kontrolleuchten und das Zündschloß. Die
Konsole ist von unten her mit Kreuzschlitzschrauben an der Anbauhalterung festgeschraubt.
Nach Abdrehen der jeweiligen Überwurfmutter kann die betreffende Antriebswelle des Tachometers und des Drehzahlmessers abgenommen
werden. Von unten die beiden Hutmuttern abdrehen und mit den darunterliegenden Gummielemente abnehmen. Das Instrument läßt sich jetzt nach
oben herausziehen. Zwischen dem jeweiligen Instrument und dem Gehäuse befindet sich ein weicher Gummidichtring. Von unten her sind in die
Instrumente je zwei Lampenfassungen der Instrumentenbeleuchtung gummigelagert eingesteckt, beim Drehzahlmesser zusätzlich noch die
Fernlichtkontrolle.
Abgesehen von der Wartung und Erneuerung der Antriebswellen und der Kontrolleuchten kann ein Instrument selber nicht repariert werden.
Es ist bei Defekt zu erneuern. Es sei darauf verwiesen, das es Spezialfirmen gibt, die Tachometer reparieren; allerdings zu einem angemessenen Preis.
5.14.2 Tachometer und Drehzahlmesserwelle, kontrollieren und erneuern
Es empfiehlt sich, beide Wellen von Zeit zu Zeit auszubauen und zu überprüfen, ob sie nicht trockenlaufen oder ob sie und ihre Hüllen
beschädigt oder geknickt sind. Ruckweise oder verzögerte Anzeige der Instrumente können ihre Ursache sein.
Die Welle wird zu einer Seite aus ihrer Hülle herausgezogen. Mit einem in Benzin getränkten Lappen Innenwelle abwischen oder besser in
einem Gefäß mit Benzin auswaschen. Die Welle hiernach auf Schäden wie gerissene Litzen hin untersuchen. In solchem Falle Welle komplett
erneuern.
Die (neue) Innenwelle mit Kugellagerfett mäßig einschmieren, darauf achtend, daß man die letzten zehn Zentimeter zum Instrument ausläßt,
weil das Fett sich sonst ins Instrument vorarbeiten könnte und dies dann zum Erliegen bringt.
Wenn ein Instrument (schlagartig) seine Funktion einstellt, ist meist die betreffende Antriebswelle gerissen; in seltenen Fällen ist die
Störung im betreffenden Abtrieb zu suchen. Die Funktion eines Instrument läßt sich grob schnell feststellen. Man steckt einen passenden
Vierkantstift (Nagel, eventuell mit eingeklemmten Streichholz) in den Antrieb des Instruments und dreht den Stift zwischen den Fingern, ein
entsprechender Ausschlag am Instrument muß zu beobachten sein. Dieses nur mit der Hand, nie maschinell (Bohrmaschine)! Wellen immer mit
ihrer Aussenhülle auswechseln.
H.Novak * V4.2 12.09.2004
www.RD400.de
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Reparaturanleitung
*\t\yam\RD77_Reparatur.DOC#