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Vorderradgabel, Kontrollieren Und Erneuern; Vorderradgabel, Einbau; Lenkschloß; Lenker Ausbauen Und Kontrollieren - Yamaha Rd 250 Reparaturanleitung

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Inhaltsverzeichnis
YAMAHA RD 250 / 400 DX
Die Stahlkugeln werden beim Wiederzusammenbau mit einer entsprechenden Menge Kugellagerfett in ihrer Lage gehalten. Es ist zu
beachten, daß jeder Lagerring nur 19 Stahlkugeln enthält. Auch wenn Platz für eine weitere Kugel vorhanden wäre, darf keine weitere eingesetzt
werden, weil sonst die Lagerkugeln zu dicht aufeinander reiben würden und bis hin zu schnellerem Verschleiß führen würde.

5.3.4 Vorderradgabel, kontrollieren und erneuern

Die Teile, die dem grösstem Verschleiß unterliegen, sind die Gleitflächen von Gabelstand und Gabelgleitrohr, der Dämpfer im Gabelrohr und
besonders der Simmerring an der Gleitverbindung. Deswegen ist beim Betrieb darauf zu achten, daß die verchromte Gleitfläche der Tauchrohre
immer regelmäßig gereinigt werden, weil festgebackener Schmutz als erstes die Simmerringe verschleißen läßt. Normalerweise läßt sich der
Verschleiss der Simmerringe durch Austreten von Gabelöl an der Gleitfläche feststellen. Während der Verschleiß der Gabelgleitflächen durch
unwilliges und rüttelndes Ein und Ausfedern der Gabel, besonders beim Betätigen der Vorderradbremse, und unpräzises Federn der Vorderradgabel
besonders auf schlechter Fahrbahn zu erkennen ist. Allerdings kann auch verschlissenes Gabelöl zu diesem Phänomen führen, was natürlich zuerst
kontrolliert werden sollte. Ein undefinierbares Schütteln der Gabel, vor allem beim Bremsen, hat auch seine Ursache an einem zu lockerem
Festziehen des Lenkkopflagers.
Die Erneuerung von verschlissenen Teilen ist relativ unkompliziert. Besondere Sorgfalt ist beim Einbauen der neuen Simmerringe
erforderlich, weil darauf geachtet werden muß, daß die Dichtlippen während des Einbaus nicht beschädigt werden. Sowohl der Dichtring, wie auch das
Gabelrohr vor dem Einbau leicht einfetten, um den Einbau zu erleichtern.
Nach längerer Betriebszeit können sich die Gabelfedern bleibend setzen. Die unbelastete Länge der Gabelfedern beträgt 349 mm, beim
Modell ab 1978
394,5 mm. Bei Unterschreitung dieses Masses die Federn paarweise erneuern.
Die Gleitflächen der Standrohre auf Kratzer und rauhe Stellen untersuchen. Der neue Simmerring wäre alsbald defekt, wenn solche Stellen
vorher nicht geglättet oder noch besser das Rohr erneuert würde. Im normalen Betrieb verziehen sich die Gabelrohre eigentlich nie, es sei denn bei
einem Unfall. Verbiegungen der Standrohre durch Rollen auf ebener Fläche prüfen; verzogene Rohre sind zu erneuern, das Richten der
Gabelstandrohre durch Spezialbetriebe ist wegen der geforderten Maßhaltigkeit und eventueller Materialermüdung und Haarrisse umstritten. Der
Staubschutz muß in gutem Zustand sein; ist er porös oder gerissen, muß er erneuert werden.

5.3.5 Vorderradgabel, Einbau

Die Vorderradgabel wird in umgekehrter Reihenfolge der Demontage wieder zusammen und eingebaut. Vor dem endgültigem Festziehen der
beiden Gabelfaustunterteilen, der Gabelbrückenschrauben und der oberen Gabelverschlußschrauben wird die Vorderradgabel mehrere Male ein und
ausgefedert, damit sich alle Teile in ihrer Einbaulage setzen und die Gabel einwandfrei arbeitet. Beim Festziehen aller Schrauben von unten nach
oben vorgehen, bei den Klemmfäusten anfangen und bei der oberen Gabelbrücke enden.
Vor dem Festziehen der oberen Verschlußschrauben wird in jeden Gabelholm das Gabelöl eingefüllt, und zwar pro Holm 145 cm3 bzw. 160
cm3 bei dem
1978er
Modell. Vor dem Einfüllen die unteren Verschlußschrauben mit neuen Dichtungen eindrehen.
Beim Hineinziehen der Gabelstandrohre in die Gabelbrücken kommt es oft zu Schwierigkeiten, obwohl das Gabelstandrohr keine konische
Passung hat. In diesem Falle nie einen Hammer einsetzen oder mit dem Montierhebel herumdengeln! Ein Verkanten der Rohre in den Gabelbrücken
und deren eventuellen Beschädigung wäre die Folge. Für diesen Zweck gibt es ein Yamaha Spezialwerkzeug in Form eines Gewindestücks mit
aufgelöteten T förmigen Handgriffes. Dieses wird statt der oberen Verschlußschraube eingeschraubt und die Rohre können dann in ihre Lage gezogen
werden. Ein entsprechendes Werkzeug kann man selbst herstellen, in dem man auf eine Verschlußschraube ein Rundeisen auflötet. Zur Not kann
man einen zurechtgefeilten Besenstiel hineinschrauben. Vor dem entgültigen Einschrauben der beiden Verschlußschrauben die aufgezogenen
Gummidichtringe überprüfen und gegebenfalls erneuern. Die Gewindegänge leicht einfetten, bei dem
nach dem Hineinschrauben etwas Kugellagerfett auf den Schraubenkopf schmieren, und dann erst die Gummistopfen aufsetzen.
Bevor das Motorrad entgültig wieder in Betrieb genommen wird, und kurze Zeit später, wenn sich das Lenkkopflager gesetzt hat, muß seine
Einstellung überprüft werden. Wenn das Lager zu locker ist, kommt es beim Fahren und beim Bremsen zu einem Wackeln und Vibrieren der
Vordergabel. Ein zu festes Festziehen der Lager ist ebenfalls schlecht. Die Maschine "taumelt" und der Verschleiß der Lager steigt rapide. Zur
Einstellung des Lenkkopflagers die Maschine auf dem Hauptstädte aufbocken und hinten beschweren oder den Motorblock unterlegen, das Vorderrad
muß frei beweglich sein. Die Einstellung ist richtig, wenn beim Rütteln an der Gabel kein Spiel feststellbar ist. Den Lenker auf Mittelstellung bringen,
beim Antippen muß die Gabel ohne Rucken bis zum Anschlag herumschwenken; zu beachten sind Behinderungen dabei durch die Betätigungszüge,
Wellen und Kabel von den Armaturen. Beim langsamen Drehen von Hand darf kein Rucken und Klemmen im Lager feststellbar sein.
5.4
Lenkschloß
Das Lenkschloß ist an der linken Seite des Lenkungskopf befestigt. Es wird von einer Niete gehalten. Wenn das Schloß verriegelt ist, schiebt
sich Bolzen des Schlosses heraus und rastet in eine Öffnung des Lenkrohrs ein, so daß der Lenker in einer bestimmten Stellung
verriegelt ist und nicht mehr gedreht werden kann.
Zeigt das Schloß Funktionsstörungen, muß es als ganzes erneuert werden. Dazu die Niete herausziehen, den Schlüssel
einstecken und ziehend leicht hin und herdrehen. Das Schloß läßt sich dann in einer bestimmten Schlüsselstellung herausziehen.
Den neuen Schloßzylinder genauso wieder einsetzen. Das bedeutet aber auch, daß ohne Original Schlüssel bzw. bei defektem
Schloß ein Ausbau auf diese Weise nicht möglich ist und der Zylinder muß dann herausgebohrt werden.
Ausserdem ist zu beachten, daß bei äusserlicher Gewalteinwirkung die Schloß und Bolzenführung genau überprüft werden
muß. Eventuell entstandener Grat am Lenkrohr bzw. am Lenkungskopf kann zum Blockieren der Lenkachse und damit zum
Unfall führen. Im eigener Interesse sollten deshalb, auch nur bei Verdacht (Diebstahlversuch) diese Punkte penibel kontrolliert werden. Gegebenfalls
muß das Lenkrohr (Vorderradgabel) aus dem Lenkkopf komplett ausgebaut werden.
5.5
Lenker, ausbauen und kontrollieren
Der Lenker wird von zwei Aufnahmeböcken auf der oberen Gabelbrücke gehalten. Der untere Teil des Aufnahmebockes reicht durch die
obere Gabelbrücke in einem Gummielement und wird mit einer Mutter und einem Sicherungssplint gesichert. Die obere Hälfte des Aufnahmebock ist
mit dem unteren mit zwei Schrauben verschraubt.
H.Novak * V4.2 12.09.2004
www.RD400.de
93
Reparaturanleitung
1978er Modell
mit versenkten Inbusschrauben
*\t\yam\RD77_Reparatur.DOC#
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Diese Anleitung auch für:

Rd 400 dx

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