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Compex 3 Handbuch Seite 27

GUIDE PRATIQUE DE:AS
26/02/07
19:42
52
T
ierversuche und entsprechende Biopsien
haben deutlich gemacht, dass die Anwendung
von sehr niedrigen Stimulationsfrequenzen
die Zahl der die Muskelfasern umgebenden
Kapillargefäße
erhöht.
Mit
zwei
zwanzigminütigen
Stimulationssitzungen
täglich tritt diese Erhöhung der Zahl der
Kapillargefäße nach vier bis acht Tagen auf.
V
on besonderem Interesse ist der
Umstand, dass die Kapillarisation zuerst und
vorzugsweise um die schnellen Muskelfasern
herum erfolgt. Das ist das Gegenteil dessen,
was bei einem willentlichen Ausdauertraining
erfolgt, bei dem die Kapillarisation vor allem
um die langsamen Fasern herum erfolgt.
Diese, dank der Stimulation mit tiefer
Frequenz, stärker um die schnellen
Muskelfasern herum ausgeprägte Kapillari-
sation erklärt sich dadurch, dass eine solche
niederfrequente Arbeit bei den schnellen
Muskelfasern ungewöhnlich ist. Bei willent-
lichen Kontraktionen lösen diese ihre Aktivität
nicht unter 30 Hz aus. Bei dieser Frequenz
geht die tetanische Kontraktion des Muskels
mit einer Abnahme des Blutflusses einher.
Wird der Muskel dagegen mit sehr niedrigen
Frequenzen stimuliert, gehen die separaten
Kontraktionen mit einer deutlichen Zunahme
des Blutflusses im Muskel einher und alle akti-
vierten,
schnellen
oder
langsamen,
Muskelfasern arbeiten mit der durch die
Stimulation erzeugten Frequenz.
D
iese Erhöhung der Zahl der Kapillare um
die schnellen Muskelfasern herum bietet
eine größere Oberfläche für den Austausch
und die Verteilung von Sauerstoff und
Metaboliten. Die Rephosphorylierung von
Adenosindiphosphat in Adenosintriphosphat
bzw. von Kreatinin in Phosphokreatinin
erfolgt also schneller. Diese Kapillarisation
ermöglicht daher, bei einer bestimmten
Anstrengung einen höheren Phosphokreatininwert
und eine geringere Laktatproduktion zu
erzielen. Die Stimulation mit tiefer Frequenz,
die die Kapillarisation um die schnellen
Muskelfasern herum fördert, macht diese
Parameter des Programms
Dauer des
Anstiegs
Programm
1,5 s
Kapillarisation
Page 52
K K a a p p i i l l l l a a r r i i s s a a t t i i o o n n
Muskelfasern widerstandsfähiger gegen
Ermüdung.
D
ie Arbeiten am Tier haben gezeigt, dass
der für die Kapillarisation verantwortliche
Faktor die Erhöhung des Blutflusses ist, der
während der Stimulation erzeugt wird. Die
mit der Erhöhung des Blutflusses durch die
Stimulation
verbundene
mechanische
Wirkung bewirkt die Entwicklung der
Kapillargefäße.
Je
ausgeprägter
die
Erhöhung des Blutflusses während der
Stimulation ist, desto deutlicher und schneller
wird die Entwicklung der Kapillare sein. Daher
Kapillarisation
wurde für das Programm
die Frequenz von 8 Hz gewählt, da
Durchflussmessungen ergeben haben, dass
bei dieser Frequenz eine maximale
Erhöhung des Blutflusses erzielt wird.
Entwicklung der Kapillare
1
Wir arbeiten im monopolar. Eine große
indifferente Elektrode und eine kleinere aktive
positive Elektrode werden am motorischen
Reizpunkt des zu stimulierenden Muskels
angebracht.
2
Wir verwenden biphasisch kompensierte
symmetrische Impulse, da bei einer
bestimmten elektrischen Intensität mit
dieser Impulsart eine maximale räumliche
Beanspruchung erzielt wird, d.h. die
Höchstzahl motorischer Einheiten wird
aktiviert und die Wirkung ist daher höher.
3
Damit der Patient sich so wohl wie möglich
fühlt, wählen wir Impulsbreiten, die der
Chronaxie der Bewegungsnerven der zu
stimulierenden Muskeln entsprechen. Im
Rahmen der Standardprogramme sind 7
verschiedene Impulsbreiten verfügbar. Die
für den Patienten optimale Impulsbreite
kann mit der Funktion m 3 festgelegt
werden.
Kapillarisation
Behandlungs-
Dauer des
Frequenz
phase
Abfalls
25 mn
1,5 s
8 Hz
S S P P E E Z Z I I F F I I S S C
S S P P E E Z Z I I F F I I S S C
P P R R O
O G
P P R R O
O G
A g g o o n n i i s s t t - - A
A
D
Agonist/Antagonist
Programmen
ie Programme
bestehen aus abwechselnden Kontraktionen,
genutzt: Die Elektrostimulation eines
die von den Kanälen 1 und 2 und
Muskels
Kontraktion, sondern hat auch eine
anschließend von den Kanälen 3 und 4
gesteuert werden. Dadurch erreicht man
Verringerung des Tonus des Antagonisten
über den reziproken inhibitorischen Reflex
zunächst eine Kontraktion der von den
Kanälen 1 und 2 stimulierten Muskeln, und
zur Folge.
D
sobald diese Kontraktion beendet ist
erfolgt eine Kontraktion der von den
Motoneuronen durch die Elektrostimulation
Kanälen 3 und 4 stimulierten Muskeln.
Diese abwechselnden Kontraktionen mit
ist in der Elektromyographie eindeutig
zwei Kanälen und anschließend den beiden
nachgewiesen. So wird die H-Reaktion
(Hoffman-Reflex) eines Muskels, die durch
anderen Kanälen erfolgt über die gesamte
Dauer der Behandlung.
einen Reiz bewirkt wird, in ihrer Amplitude
S
verringert, wenn der motorische Nerv des
Agonist/Antagonist
inn der Programme
ist
Antagonisten stimuliert wird. (Waters R. J
Bone Joint Surg Am 57: 1047-54, 1975)
es,
ein
dynamisches
Arbeiten
zu
ermöglichen, indem ein Gliedsegment in
einer Richtung mobilisiert wird und dann in
Es
Antagonist
eine andere und mit der Gelenkamplitude
zu arbeiten.
Amyotrophie-Behandlung und Muskelkräf-
Die Stimulation eines Muskels
tigung mit Kontraktionen gleicher Dauer
bewirkt eine Verringerung des
beim Agonisten und beim Antagonisten.
Tonus des Antagonisten durch einen
reziproken inhibitorischen Reflex.
• 1: Agonist/Antagonist 1/1 -
Amyotrophie-Behandlung
Denn:
• 2:
N
Muskelkräftigung
euromuskuläre Spindeln gehen von den
Amyotrophie-Behandlung und Muskelkräf-
afferenten propriozeptiven Nervenfasern
ab, die sich einerseits direkt mit den a-
tigung mit Kontraktionen doppelter Dauer
Motoneuronen
ihres
Muskels
und
beim
Antagonisten oder umgekehrt.
andererseits indirekt (über ein Interneuron)
mit den Motoneuronen des Antagonisten
• 3: Agonist/Antagonist 2/1 -
artikulieren. Die Streckung eines Muskels
stimuliert die afferenten propriozeptiven
Amyotrophie-Behandlung
• 4: Agonist/Antagonist 2/1 - Muskel-
Nervenfasern
der
neuromuskulären
Spindeln, und diese aktivieren zum einen auf
kräftigung
A
monosynaptischem
Weg
die
Motoneuronen
ihres
Muskels
(Muskeldehnungsreflex) und zum anderen
System Agonist-Antagonist eigen sind,
erfolgt die Programmierung nach den aus
über ein Interneuron die Motoneuronen des
Antagonisten (reziproker inhibitorischer
der Physiologie der Muskelkontraktion
abgeleiteten Prinzipen, die in den Kapiteln
Reflex).
Die Elektrostimulation eines Muskels erregt
über die Amyotrophie-Behandlung und die
Muskelstärkung beschrieben werden.
nicht nur die Motoneuronen dieses
Muskels, sondern auch - und sogar noch
leichter - die afferenten propriozeptiven
Fasern dieses Muskels. Die Erregung dieser
Fasern
aktiviert
zum
einen
die
a-
Motoneuronen dieses Muskels und inhibiert
zum anderen die Motoneuronen des
Antagonisten (reziproker inhibitorischer
Reflex). Dieser letzte Punkt wird in den
53
C H
H E E
C H
H E E
G R R A
A M
M M
M E E
G R R A
A M
M M
M E E
A n n t t a a g g o o n n i i s s t t
Agonist/Antagonist
bewirkt
nicht
nur
seine
ieses Phänomen der Inhibition der a-
Agonist/
gibt
vier
Programme
:
Agonist/Antagonist
1/1
-
Agonisten
gegenüber
dem
bgesehen von den Aspekten, die dem
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