9 | Mehr zu PROFINET?
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Mehr zu PROFINET?
Nachfolgende Kapitel fassen die wesentlichen Begriffe, Dienste und Beziehungen rund um PROFINET zusammen.
9.1
PROFINET
PROFINET (Process Field Network) ist der offene Industrial-Ethernet-Standard für die Automatisierung aus dem Hause
Siemens, entwickelt in Zusammenarbeit mit der PROFIBUS-Nutzerorganisation e. V. PROFINET ist in IEC 61158 und
IEC 61784 genormt.
PROFINET basiert auf Ethernet TCP/IP und wird vor allem dann eingesetzt, wenn eine schnelle Datenkommunikation über
Ethernet-Netzwerke in Kombination mit industriellen IT-Funktionen gefragt ist.
PROFINET überträgt sowohl Prozessdaten (PZD), Daten zur Parametrierung (Parameterkanaldaten), Daten zu
Diagnosezwecken, Alarme sowie IT-Anwendungen – über ein einziges Netzwerk.
PROFINET überträgt Daten mit und ohne Echtzeitanspruch, wobei Prozessdaten und Alarme ausschließlich über die Real-
Time-Kommunikation übertragen werden. Um diese optimal skalieren zu können, stellt PROFINET zwei Ausprägungen zur
Verfügung: PROFINET RT für die unsynchronisierte, PROFINET IRT für die taktsynchronisierte Real-Time-Kommunikation.
PROFINET folgt dem Provider-Consumer-Modell, bei dem die Kommunikationspartner gleichberechtigt sind: Daten können
ohne Aufforderung eines weiteren Netzteilnehmers gesendet werden. In der Regel liest bei einem Datenaustausch eine
Steuerung (IO-Controller) die Signale der Antriebsregler (IO-Devices) ein, verarbeitet diese und stellt sie den Antriebsreglern
wieder zur Verfügung.
9.2
Geräteklassen
PROFINET klassifiziert die Netzwerkteilnehmer entsprechend ihrer Aufgaben in folgende Geräteklassen.
IO-Supervisor (PC)
Ein IO-Supervisor ist typischerweise eine Engineering- und Diagnose-Software, die auf sämtliche Prozess- und
Konfigurationsdaten zugreifen und Alarme oder Diagnosemeldungen verarbeiten kann. Der Supervisor ist in der Regel nur
temporär in das Netzwerk eingebunden.
IO-Controller (Steuerung)
Ein IO-Controller regelt die Datenkommunikation, d. h., er empfängt Prozessdaten und ereignisgesteuerte Meldungen und
verarbeitet diese. Die Rolle des IO-Controllers übernimmt in der Regel eine speicherprogrammierbare Steuerung
(SPS, z. B. SIMATIC S7-1500).
IO-Device (Antriebsregler)
Ein IO-Device ist typischerweise ein dezentral angeordnetes Feldgerät (z. B. ein Antriebsregler), das mindestens einem
IO-Controller zugeordnet ist.
Ein IO-Device übermittelt Prozess- und Konfigurationsdaten sowie Alarme. Es besteht in der Regel aus Modulen, die die
einzelnen Eingangs- und Ausgangssignale des jeweiligen Prozesses beinhalten.
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STÖBER