4.1 Aufbau
Die trockenlaufenden EDS-Pumpen wurden für anspruchsvolle Anforderungen an
Pumpenlösungen für industrielle und chemische Anwendungen entwickelt. Die
trockenlaufenden EDS-Pumpen verfügen über eine ATEX-Zertifizierung, sodass sie in
explosiven Innen- und Außenatmosphären betrieben werden können.
Bei der Pumpe handelt es sich um eine trockenlaufende Verdränger- und
Schraubenvakuumpumpe, in der ineinandergreifende kontaktlose Schraubenrotorpaare
gegenläufig synchron über Steuerräder getrieben drehen. Die Schraubenrotoren
werden von einem asynchronen Elektromotor angetrieben. Ablassventile im
Mechanismus minimieren die Pumpenleistung bei hohen Druckwerten und
ermöglichen ein direktes Starten der Pumpe. Die Drehzahl der Schraubenrotoren wird
von Getrieben beschleunigt. Getriebe und Lager sind ölgeschmiert.
Die EDS-Pumpen werden mit Motoren für Gefahrenbereiche geliefert. Je nach Variante
ist die EDS-Pumpe direkt oder indirekt wassergekühlt.
Kühlsystem
Der Motor wird mit einem eingebauten Kühllüfter luftgekühlt. Die EDS-Pumpe selbst ist
direkt oder indirekt wassergekühlt.
Direktkühlung: Kühlwasser zirkuliert um das Pumpengehäuse und fließt dann aus der
Pumpe heraus. Das Kühlsystem ist offen und ungeregelt, sodass Kühlwasserdurchfluss
und -temperatur direkt die Pumpentemperatur beeinflussen.
Indirekte Kühlung: Ein Drystar-Wasser-Gemisch wird um das Pumpengehäuse geführt
und anschließend mittels einer eingebauten Wasserpumpe durch die Wasserkanäle zu
einem wassergekühlten Wärmetauscher geleitet. Das Kühlsystem ist ein geschlossener
Prozess.
Die EDS-Pumpe ist mit einer Temperaturüberwachung ausgestattet, die bei einem
Fehler in der Kühlwasserversorgung vor Überhitzung schützt.
Gassystem
Die EDS-Pumpen verfügen über ein Wellendichtungsspülsystem und ein
Gasballastsystem.
Die Wellendichtungsspülung stellt das zugeführte Gas, z. B. Stickstoff, für das interne
Wellendichtungssystem bereit, um es zu schützen und Betriebsdauer und
Funktionstüchtigkeit sicherzustellen. Die Wellendichtungsspülung stellt sicher, dass
während des Pumpbetriebs ein positiver Druckgradient von den Wellendichtungen zum
Förderraum erhalten bleibt. Dadurch wird dem Eintreten korrosiver oder toxischer
Prozessdämpfe in das Pumpengetriebe, der Kontamination der Prozessgase durch
Pumpenöl und der Beschädigung der Wellendichtungen durch Schmutzpartikel
vorgebeugt. Die Wellendichtungen und das Spülsystem gewährleisten zusammen die
Zuverlässigkeit der Pumpe und die ATEX-Zonen-Strategie. Die Wellendichtungsspülung
muss jederzeit im Einsatz sein. Dazu ein sicheres Inertgas verwenden.
Das Gasballastsystem fördert das angeschlossene Gas, z. B. Stickstoff, zum
Gasballasteinlass der Pumpe. Der Einsatz des Gasballasts hängt von der jeweiligen