3.5.1
3.5.1
Gebläsekonvektoren
Gebläsekonvektoren als Truhen-, Wand- oder Kassettengeräte
bieten die Möglichkeit, mit einem dezentralen modularen System
dynamisch zu kühlen. Integrierte Ventilatoren sorgen für eine
mehrstufig regelbare Luftumwälzung, variable Kühlleistungen
und kurze Reaktionszeiten. Neben dem Einsatz als reines Kühl-
gerät können Gebläsekonvektoren auch zum kombinierten Hei-
zen und Kühlen eingesetzt werden.
Die Kühlleistung eines Gebläsekonvektors ist grundsätzlich von
der Baugröße, dem Luftvolumenstrom, der relativen Luftfeuchte
im Auslegungspunkt und der Kühlwasservorlauftemperatur/-
spreizung abhängig. Werden bei der Gerätedimensionierung die
Anforderungen der DIN 1946 T2 berücksichtigt, so sind spezifi-
sche Kühlleistungen von 30 bis 60 W/m² realisierbar. Die in der
Praxis übliche Geräteauslegung auf eine mittlere Lüfterstufe bie-
tet dem Nutzer die Option eines schnellen Reagierens auf wech-
selnde Wärmelasten (Schnelllüfterstufe).
HINWEIS
Um den Mindestwasserdurchsatz des Kälteerzeugers in allen Betriebssi-
tuationen sicherzustellen sind Gebläsekonvektoren zu empfehlen, die
über verschiedene Lüfterstufen regeln, nicht aber den Wasserdurchsatz
reduzieren bzw. sperren. Die empfohlene Auslegungstemperatur beträgt
10 °C / 14 °C.
3.5.2
Kühlen mit Lüftungsanlagen
Neben der Abfuhr von Wärmelasten muss während des Kühlens
auch der geforderte Mindestluftwechsel sichergestellt werden.
Hier stellt eine kontrollierte Wohnraumlüftung eine sinnvolle Er-
gänzung zur Kühlung dar, um einen definierten Luftaustausch
zu ermöglichen.
Über sogenannte Heiz-/Kühlregister kann bei Bedarf der Zuluft-
strom erwärmt bzw. gekühlt werden.
3.6 Stille Kühlung
Die stille Kühlung beruht auf der Aufnahme von Wärme über ge-
kühlte Boden-, Wand- oder Deckenflächen. Die Kühlmitteltempe-
raturen liegen oberhalb des Taupunktes, um Kondensatausfall
an der Oberfläche zu vermeiden. Die übertragbaren Kühlleistun-
gen sind sehr stark von äußeren Einflussfaktoren (z.B. Luft-
feuchte) abhängig.
Bei der stillen Kühlung kommen in Raumumschließungsflächen
(z.B. Wand) integrierte wasserdurchströmte Rohre zum Einsatz.
3.6.1
Fußbodenkühlung
Mit relativ geringem zusätzlichen regelungs- und anlagentechni-
schen Aufwand können Neubauten mit Flächenheizungen in der
wärmeren Jahreszeit auch gekühlt werden. Gemäß „Taschen-
buch für Heizung und Klimatechnik" ist die Kühlleistung des Bo-
dens durch die nach DIN 1946 T2 zulässige Mindestlufttempera-
tur von 21 °C in 0,1 m Höhe und den zulässigen vertikalen
Lufttemperaturgradienten von 2 K/m begrenzt.
Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Kühlleistung von ca. 25
bis 35 W/m². Bei direkter Besonnung des Fußbodens, z.B. vor
bodentiefen Fenstern, erhöht sich dieser Wert auf Spitzenwerte
von bis zu 100 W/m².
ACHTUNG!
Die Eignung des Bodenaufbaus – insbesondere des eingesetzten
Estrichs – zur Kühlung ist vom Hersteller freizugeben.
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Abb. 3.1: Gebläsekonvektoren zum Heizen und Kühlen
HINWEIS
Eine dauerhafte Lüftung über gekippte Fenster im Kühlbetrieb ist aus fol-
genden Gründen zu vermeiden:
Erhöhung der Wärmelast des Raumes
Oftmals nicht ausreichende Kühlleistung
insbesondere bei der stillen Kühlung
Gefahr des Feuchtigkeitsausfalls im Lüftungsbereich
des Fensters
HINWEIS
Bei der Nutzung vorhandener Flächenheizsysteme (z.B. Fußbodenhei-
zung) zum Kühlen fallen nur geringe zusätzliche Investitionen an. Vor-
lauftemperaturen über dem Taupunkt verhindern Zugerscheinungen und
zu hohe Temperaturunterschiede zur Außentemperatur (sick building-
Syndrom)