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Philips Avalon FM20 Gebrauchsanweisung Seite 193

Fetalmonitor/patientenüberwachung
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12 Überwachung der fetalen Herzfrequenz und des Kineto-CTGs mit Ultraschall
ebenfalls nur zur Hälfte gezählt. Die Halbierung ist von einer abrupten Umschaltung der Kurve zu genau
der Hälfte der bisherigen Basalfrequenz begleitet. Diese Umschaltung kann eine FHF-Dezeleration
vortäuschen und wird von Ärzten als „falsche Dezeleration" bezeichnet.
Umschaltung zur mütterlichen Herzfrequenz (auch als „Hinzufügen der mütterlichen
Herzfrequenz" bezeichnet): Das fetale Herz verschiebt sich ganz oder teilweise aus dem Ultraschallstrahl
heraus, so dass der Autokorrelationsalgorithmus die mütterliche Herzfrequenz erkennt und darstellt. Je
nach der Signalzusammenstellung im Ultraschallsignal kann die Umschaltung zur mütterlichen
Herzfrequenz verschiedene Zustände nachbilden, so dass potenziell eine fehlerhafte Interpretation und
Reaktion möglich ist:
Die Umschaltung zur mütterlichen Herzfrequenz kann eine FHF-Dezeleration nachbilden
(also einen Abfall der fetalen Herzfrequenz, von Ärzten als „falsche Dezeleration" bezeichnet).
Die mütterliche Herzfrequenz kann ein normales fetales Herzfrequenzmuster vortäuschen
(also eine FHF-Dezeleration oder den intrauterinen Fruchttod verdecken).
Insbesondere beim Pressen während der Wehen in der zweiten Wehenphase kann die mütterliche
Herzfrequenz so hoch ansteigen, dass sie mindestens ebenso hoch ist wie die fetale Herzfrequenz. In
diesem Fall kann die mütterliche Kurve eine normale fetale Kurve nachbilden, während beim Fetus
Dezelerationen vorliegen oder bereits der intrauterine Fruchttod eingetreten ist. Dieser Wechsel vom
fetalen zum mütterlichen Herzfrequenzmuster wird ohne CCV eventuell nicht ersichtlich und ist daher
das gefährlichste Artefakt, weil Probleme beim Fetus unter Umständen nicht erkannt werden.
Die mütterliche Herzfrequenz kann eine FHF-Akzeleration nachbilden, also einen Anstieg der
fetalen Herzfrequenz.
Während der Austreibung steigt die mütterliche Herzfrequenz im Normalfall an, so dass diese auch den
normalen FHF-Bereich erreichen oder gar überschreiten kann.
Die FHF zeigt scheinbar stufenartige Dezelerationen. Im Allgemeinen treten die oben
beschriebenen „falschen Dezelerationen" abrupt auf. In seltenen Fällen bewirken Kombinationen von
„verrauschten/fehlerhaften" Signalen zusammen mit Veränderungen an der mütterlichen und/oder
fetalen Herzfrequenz oder mit Bewegungen der Mutter oder mit Kindsbewegungen weitere scheinbar
stufenartige „falsche Dezelerationen", die jedoch nur kurz anhalten und dann abrupt zu einer
offensichtlich stabilen Basalfrequenz zurückkehren.
„Verrauschte/fehlerhafte" Signale: Bei gemischten oder schwachen Signalen kann die Kurve sehr kurze
Episoden von fehlerhaft aufgezeichneten Kurven zeigen. In diesen Episoden findet der
Autokorrelationsalgorithmus kurze Sequenzen von offenkundigen und persistierenden Herzschlägen in
einem gemischten oder schwachen Signal. Diese fehlerhaft aufgezeichneten Kurven sind völlig normal,
insbesondere im Zusammenhang mit Kindsbewegungen oder mit Bewegungen der Mutter. Halten diese
verrauschten/fehlerhaften Signale länger an, wird der Fetus nicht ausreichend überwacht.
Ausfall: Bei gemischten oder schwachen Signalen wird die Herzfrequenz unter Umständen überhaupt nicht
erfasst. In diesen Episoden kann der Algorithmus keinen offenkundigen und persistierenden Herzschlag
vor dem Hintergrund des gemischten oder schwachen Signals erkennen, so dass keine Herzfrequenz im
CTG aufgezeichnet wird. Kurze Ausfälle sind völlig normal, insbesondere im Zusammenhang mit
Kindsbewegungen oder mit Bewegungen der Mutter. Halten diese Ausfälle länger an, wird der Fetus
nicht ausreichend überwacht.
Mehrere Feten
Bei mehreren Feten besteht ein höheres Risiko für diese Artefakte. Die richtige Positionierung des
Aufnehmers ist in diesem Fall noch wichtiger. Die einzelnen Aufnehmer sollten daher unter
Ultraschallkontrolle platziert werden. Siehe auch
Seite 201
und
„Überwachung der Herzfrequenzen von Drillingen" auf Seite
„Überwachung der Herzfrequenzen von Zwillingen" auf
209.
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