14. hinweise zur Fahrtechnik und Fahrsicherheit
Achten Sie auf Sand, Laub, Feuchtigkeit,
Glatteis oder sonstige Dinge, die den
Straßenbelag rutschig werden lassen.
Bei Regen bzw. nasser und glatter
Fahrbahn gelten vollkommen andere
Gesetze für das Durchfahren einer Kurve.
Nehmen Sie Kurven besonders vorsichtig,
mit geringer Geschwindigkeit und auf-
rechter Sitzposition.
14.4
Pedalieren, der runde tritt
Als
runder
Tritt
Kraftausübung auf das Pedal während des
gesamten Tretzyklus bezeichnet. Dies ist auf-
grund der unterschiedlich starken Muskelgruppen
am Bein (Beuger-Strecker) jedoch nur theoretisch
möglich. Die Strecker übernehmen in jedem Fall
den größten Anteil an der Fortbewegungsarbeit.
Mit Hilfe des beim Rennpedal auf dem Pedal
fixierten Fußes ist nicht nur ein Treten, also eine
Kraftausübung von oben nach unten möglich,
sondern auch ein Schieben, Drücken und Ziehen,
was mit herkömmlichen Pedalen ohne Haken
und Riemen nicht möglich ist. Tritt man nur von
oben nach unten, ignoriert man eine wichtige
Muskelgruppe am Bein, nämlich die der Beuger
in Knie und Hüfte. Ziel ist es, möglichst alle
Muskelgruppen des Beins und der Hüfte ein-
zusetzen, um die stark beanspruchten Stre cker
zu entlasten und einen effektiveren Vortrieb zu
ermöglichen.
Vereinfacht gesagt kann der Kurbelzyklus in drei
Phasen aufgeteilt werden: Tretphase, Zugphase
und Schubphase. Wie der jeweilige Begriff schon
ausdrückt, wird in der Tretphase das Pedal
durch die Muskel-Strecker nach unten gedrückt,
in der Zugphase wird das Pedal von Hüft- und
Kniebeugern nach oben gezogen und in der
Schubphase wird es nach vorne geschoben. Die
Tretkräfte wirken am besten, wenn sie in einem
90-Grad-Winkel zur Tretkurbel eingeleitet werden.
Nur wenn die Kurbel genau waagerecht steht,
ist ein Tritt senkrecht nach unten vollkommen
effektiv.
Zum flüssigen Pedalieren gehört außerdem, dass
die Beine eng am Rahmen entlang geführt wer-
den, breitbeiniges Stampfen hat mit einem guten
Fahrstil nichts zu tun. Oberkörper und Kopf
wird
die
gleichmäßige
sollten möglichst ruhig gehalten werden, um keine
Energie durch unnötige Muskelbewegungen zu
vergeuden. Die Kraft für das Treten kommt haupt-
sächlich aus der Beinmuskulatur und kann durch
ein Wippen mit Kopf oder Rumpf nicht verstärkt
werden. Nur im Sprint oder im Wiegetritt an stei-
len Bergpassagen sollte der Oberkörper bewegt
werden.
Trainieren Sie den runden Tritt, indem Sie kür-
zere Strecken mit nur einem Bein fahren. Wollen
Sie voran kommen, wird sich ein runder Tritt
von alleine einstellen. Auch hohe Trittfrequenzen
schulen den runden Tritt sehr gut. Voraussetzung
für einen runden Tritt ist die Wahl des richtigen
Ganges bzw. der richtigen Übersetzung.
Außerdem ist eine feste Verbindung zwischen Fuß
und Pedal notwendig, mit einem Bindungspedal
in Kombination mit einem Fahrradschuh.
Treten Sie nicht mit der Mitte des Fußes, sondern
mit dem Fußballen auf die Pedale.
14.5
trittfrequenz, die richtige
Übersetzung
Die optimale Trittfrequenz ist von genauso hoher
Bedeutung für eine gute Fahrtechnik wie der
runde Tritt. Niedrige Trittfrequenzen (bis ca. 80
Umdrehungen/min) gehen meist mit einem sehr
hohen Kraftaufwand einher, wodurch Gelenke
und Muskulatur unnötig hoch belastet werden und
schneller ermüden. Eine zu niedrige Trittfrequenz
ist der häufigste Fehler der Hobbyradler und führt
in der Praxis in Kombination mit einer falschen
Sitzhöhe zu Problemen in den Kniegelenken.
Versuchen Sie, mit einer mittleren Trittfrequenz von
ca. 80 bis 105 Umdrehungen/min zu pedalieren.
Hohe Trittfrequenzen über 105 Umdrehungen/
min stellen motorisch hohe Anforderungen an
die
Koordination
Muskelgruppen und werden nur von geübten
Radsportlern beherrscht.
Fazit: Fahren Sie niedrige Gänge bei mittleren
Trittfrequenzen, um Muskulatur und Gelenke zu
schonen. Auf längeren Strecken werden Sie
schnell feststellen, dass Sie mit dieser Technik
besser voran kommen, als mit langsamen,
schweren Tritten.
der
einzelnen
beteiligten
45