11. Bedienung und Funktion der koMPonenten
Die Einstellung der Zugstufendämpfung kann
bestenfalls als „Gefühlssache" bezeichnet wer-
den. Sie richtet sich stark nach persönlichen
Vorlieben und weniger nach festen Richtlinien.
Hier hilft nur sorgfältiges Ausprobieren, um die für
sich persönlich beste Einstellung finden.
Die Zugstufendämpfung erfolgt in der Regel über
den Einstellknopf am unteren Ende des rechten
Tauchrohres der Gabel oder über ein Einstellrad
am Dämpfer. Genaue Angaben dazu finden Sie in
den Bedienungsanleitungen der Hersteller.
Druckstufendämpfung & Lockout
Die Druckstufendämpfung reguliert die Einfede-
rungsgeschwindigkeit. Je höher die Druck stufen-
dämpfung, um so größer der Widerstand gegen
das Einfedern und um so geringer die Gefahr von
Durchschlägen. Bei Gabeln und Dämpfern mit
Lock outfunktion kann die Druckstufendämpfung
geschlossen und die Federung der Gabel damit
stillgelegt werden.
Plattformdämpfung
Die Plattformdämpfung ist eine Weiterentwicklung
der Druckstufendämpfung in Kombination mit
einer einstellbaren Losbrechkraft. Während
eine Druckstufendämpfung das Einfedern der
Gabel oder des Dämpfers lediglich verlangs-
amt, lässt sich mittels Plattformdämpfung ein
Einfedern bis zu einer bestimmten (einstellbaren)
Kraft vollständig unterbinden. Dies dient dazu,
das Einfedern bei kleineren Stößen zu unter-
binden, ohne das Federverhalten bei großen
Stößen zu beeinflussen. Genaue Angaben zu
Funktionsweise und Einstellung entnehmen Sie
bitte den Bedienungsanleitungen der Hersteller.
Ansprechverhalten
Das Ansprechverhalten hängt von der Druck-
stufendämpfung ab. Je höher die Druckstufen-
dämpfung, um so härter das Ansprech verhalten.
Je größer die Stöße sind, die abgefedert wer-
den müssen (also je rauer das Gelände ist), um
so härter muss das Ansprechverhalten einge-
stellt werden. Andernfalls ginge durch ständiges
Einfedern bis zum Anschlag jedes Komfortgefühl
verloren.
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Umgekehrt: Je weicher das Ansprechverhalten,
auf um so kleinere Stöße und Unebenheiten rea-
giert die Federung und um so komfortabler wird
das Fahrgefühl.
Die Zugstufendämpfung hat keinen Einfluss auf
das Ansprechverhalten. Sie wirkt nur auf die
Ausfedergeschwindigkeit.
Losbrechkraft
Unter Losbrechkraft versteht man die Kraft, die nötig
ist, bei Stahlfedermodellen das Los brechmoment
bzw. bei allen Federgabeln und Dämpfern die
Reibung der beteiligten Bauteile (Dichtung(en),
Tauchrohre, Standrohre, Dämpferaufnahmepunkte,
bei Vollfederung das Schwingenlager, etc.) zu über-
winden. Die Losbrechkraft der Bauteile ist nach-
träglich nur über die entsprechende Schmierung
aller beteiligten Reibungspunkte zu beeinflussen.
Eine hohe Losbrechkraft hat einen ungünstigen
Einfluss auf das Ansprechverhalten. Je geringer
die Losbrechkraft, um so besser reagiert die
Federgabel auch auf kleinste Unebenheiten.
11.2
schalten
Kettenschaltung
Bei Rädern mit Kettenschaltung wird die Kette
während der Fahrt auf die unterschiedlich groß-
en Ritzel oder Kettenblätter umgelegt. Je nach
gewähltem Gang wird pro Kurbelumdrehung
eine definierte Wegstrecke zurückgelegt. Der
Wirkungsgrad einer gepflegten Kettenschaltung
ist mit 97 – 98 % extrem hoch und die
Kraftübertragung damit sehr effektiv - es fährt
sich leicht und schnell.
Ihr Fahrrad verfügt rechnerisch über 20 (=2x10),
24 (=3x8), 27 (=3x9) oder 30 (=3x10) Gänge.
Innerhalb dieses Spektrums kommt es jedoch
zu Überschneidungen, da nicht alle Gänge eine
unterschiedliche Übersetzung haben. Dies betrifft
vor allem die „Diagonalgänge", die aus tech-
nischen Gründen ohnehin nicht benutzt werden
sollten. Darunter versteht man die Kombination
von Kettenblatt und Ritzel mit einer sehr ungün-
stigen, diagonal verlaufenden Kettenlinie wie z. B.
großes Kettenblatt (außen) - großes Ritzel (innen)
bzw. kleines Kettenblatt (innen) - kleines Ritzel
(außen). Die Nutzung solcher Gänge verursacht
einen sehr hohen Verschleiß an Kette und Ritzeln
und macht sich häufig durch laute mechanische
Geräusche im Antriebsstrang bemerkbar.