• feuchter, karbonatisierter Beton:
• trockener, karbonatisierter Beton:
• trockener, nicht karbonatisierter Beton:
Allgemein steigt die Korrosionswahrscheinlichkeit bei niedrigen (negativen)
Potentialen. Eine aktive Korrosion kann an Orten vermutet werden, an de-
nen ein negatives Potential von zunehmend positiven Potentialen umge-
ben ist, d. h. an Orten mit einem positiven Potentialgradienten. Potential-
differenzen mit einem Deltawert von ca. +100 mV in einer Messfläche von
1 m zusammen mit negativen Potentialen können ein deutlicher Hinweis
auf aktive Korrosion sein.
Der tatsächliche absolute Potentialwert (Korrosionsgrenze), bei dessen
Unterschreitung eine aktive Korrosion zu vermuten ist, kann sich signifikant
bei unterschiedlichen Konstruktionen unterscheiden. Es ist jedoch sinnvoll,
auf die in der ASTM C 876-09, Appendix X1 vorgeschlagenen Grenzwer-
te hinzuweisen. Diese weisen Bereichen mit einem negativeren Potential
als -350 mV eine 90-prozentige Wahrscheinlichkeit einer fortschreitenden
Korrosion und Bereichen mit einem positiveren Potential als -200 mV eine
90-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass keine Korrosion vorliegt, zu, wobei
das Verhalten in den Regionen zwischen diesen beiden Grenzwerten als
unsicher bewertet wird. Dabei sind die in der ASTM angegebenen Bedin-
gungen für die Anwendbarkeit dieser Grenzwerte zu beachten.
4.1.3. Einflussfaktoren bei der Potentialmessung
Sofern die Korrosionsbedingungen gleich sind (Chloridgehalt oder Kar-
bonatisierung des Betons an der Stahloberfläche), beeinflussen folgende
Faktoren die Halbzellen-Potentiale:
Feuchtigkeit
Siehe die oben angegebenen Zahlen für feuchten, karbonatisierten und
trockenen, karbonatisierten Beton. Feuchtigkeit wirkt sich vor allem auf
das gemessene Potential aus und führt zu negativeren Werten.
Temperatur
Für die Potentialmessung muss die Sonde mit den Elektrolyten im Poren-
system des Betons in Kontakt stehen. Aus diesem Grund wird eine Mes-
sung unter dem Gefrierpunkt nicht empfohlen, da die daraus resultieren-
den Werte falsch sein können.
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-400 bis +100 mV
0 bis +200 mV
0 bis +200 mV
Dicke der Betonüberdeckung (Messung mit Profometer / Profoscope)
Je dicker die Betonüberdeckung, desto positiver ist das an der Oberflä-
che messbare Potential. Unterschiede in der Dicke der Betonüberdeckung
können zu abweichenden Messungen führen. Eine sehr dünne Betonüber-
deckung kann in negativeren Potentialen resultieren, was auf ein hohes
Mass an Korrosion hinweisen würde. Es ist daher empfehlenswert, die Be-
tonüberdeckung bei der Halbzellen-Messung ebenfalls zu messen.
Elektrischer Widerstand des Betons
Ein niedriger elektrischer Widerstand führt dazu, dass die an der Oberflä-
che messbaren Potentiale negativer und die Potentialgradienten flacher
werden.
In diesem Fall kann ein groberes Messraster für Potentialmessungen ge-
wählt werden, da die Gefahr unerkannter anodischer Bereiche mit flache-
ren Gradienten geringer wird. Da jedoch die Auflösung zwischen korrodie-
renden und passiven Bereichen verringert ist, kann dies dazu führen, dass
der aktiv korrodierende Bereich zu gross bewertet wird.
Ein hoher elektrischer Widerstand führt dazu, dass die an der Oberfläche
messbaren Potentiale positiver und die Potentialgradienten steiler werden.
In diesem Fall muss das Messraster feiner eingestellt werden, damit eine
Anode mit einem sehr steilen Gradienten geortet werden kann. Allerdings
können, wenn nur der absolute Potentialwert berücksichtigt wird, die rei-
nen Potentiale falsch als passive Bereiche interpretiert werden.
Sauerstoffgehalt an der Bewehrung
Wenn die Sauerstoffkonzentration an einer Stahloberfläche sinkt und der
pH-Wert steigt, wird das Potential negativer. Bei Betonkomponenten mit
einer extrem hohen Wassersättigung, einer geringen Porosität bzw. einer
sehr dicken Betonüberdeckung und somit einer geringen Sauerstoffver-
sorgung kann das Potential an der Stahloberfläche sehr negativ sein, auch
wenn keine aktive Korrosion stattfindet. Wenn der tatsächliche Korrosions-
zustand nicht überprüft wird, kann dies zu Fehlinterpretationen der Poten-
tialdaten führen.
Die Luftdurchlässigkeit des Betons kann mithilfe des Torrent-Messinstru-
ments von Proceq getestet werden.
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