3.3
Analoge Eingänge
In der PS50 gibt es insgesamt 5 Analogeingänge, wovon 3 über den Steckverbinder X3 nach außen geführt sind.
Die anderen 2 Eingänge sind für interne Zwecke verwendet. Alle Eingänge haben eine Auflösung von 10-Bit. Bei
den 3 nach außen geführten Eingängen gilt:
Analogeingang 1 : Differenzeingang als Spannungs- oder alternativ Stromeingang (0..20mA)
Analogeingang 2 : auf GND bezogener Eingang 0..10V
Analogeingang 3 : auf GND bezogener Eingang 0..10V
Die Analogeingänge sind für erweiterte Funktionen (z.B. potentiometrische Istwerterfassung) oder kundenspezifi-
sche Anforderungen ausgelegt. In der Standardsoftware werden diese Eingänge zwar erfaßt (auch testbar), sind
aber nicht in Programmabläufe integrierbar.
3.4
Analogausgang 1 (+/-10V)
Der Analogausgang 1 dient zur Ansteuerung von Servoverstärker-Baugruppen für Servoantriebe mit +/-10V Schnitt-
stelle oder von Frequenzumrichtern mit 0..+10V und Richtungssignal-Schnittstelle. Das Spannungssignal wird mit
einer Auflösung von 12-Bit ausgegeben und ist dabei proportional zur resultierenden Soll-Geschwindigkeit des An-
triebs. Dieses Signal wird durch den Lageregler berechnet und ist abhängig von der programmierten Bahnge-
schwindigkeit. Diese Signalleitung sollte EMV-gerecht verlegt werden, da Störungen unmittelbar auf die Antriebe
und deren Drehzahlen wirken. Die Polarität kann durch Parametrierung (Par. 07) umgekehrt werden. Siehe auch
[3.2] A13,A14.
Im allgemeinen ist der Analogausgang durch einen sog. Offset behaftet, der sich dadurch äußert, daß bei Ausgabe
der Sollspannung 0V eine sehr kleine, von 0 verschiedene Spannung tatsächlich anliegt. Solche Verschiebungen
können auch in der Signalverstärker-Baugruppe des Antriebes auftreten. Die Folge ist, daß der Antrieb in eine Vor-
zugsrichtung driftet. Diese Drift kann durch Offset-Kompensation praktisch eliminiert werden. Der Vorgang des Off-
set-Abgleichs ist in [12.5] detailliert beschrieben und sollte Bestandteil der Inbetriebnahme sein.
3.5
Analogausgang 2 (0..10V)
Der Analogausgang 2 wird über den Steckverbinder X3 nach außen geführt und ist für erweiterte Funktionen bzw.
kundenspezifische Anforderungen vorgesehen. Der Ausgang ist als pulsweitenmodulierter, mit nachgeschaltetem
Integrierglied versehener Analogausgang ausgeführt. Im Testbetrieb kann die Funktion dieses Ausgangs überprüft
werden. In der Standardsoftware ist der Analogausgang 2 nicht in Programmabläufe integrierbar. Er kann im Rah-
men von Sondersoftware z. B. für das Ansteuern von Hilfsachsen dienen.
3.6
Freischaltrelais / Freigabe des Leistungsverstärkers
Die Steuerung verfügt über ein sog. Freischaltrelais, über das der Antrieb freigeschaltet werden kann. "Freigeschal-
tet" bedeutet, daß selbst bei anliegendem Analogsignal eine Bewegung verhindert wird. Dies wird im allgemeinen
durch einen Freigabeeingang am Leistungsverstärker (im Jargon auch als „Regler" bezeichnet) erreicht. Es kann u.
U. jedoch bei nicht selbsthemmenden Achsen eine Antriebsbremse erfordern. Die "Aktiv-Schaltung" (Freigabe) der
Achse erfolgt in allen Betriebsarten, in denen die Achse positioniert wird. Beim Auftreten eines Fehlers wird das
Freischaltrelais aktiviert und damit die Freigabe der Achse bzw. des Leistungsverstärkers weggenommen.
Das Freischaltrelais ist mit einem potentialfreien Wechselkontakt ausgestattet, dessen 3 Anschlüsse am Steckverb-
inder X1 zur Verfügung stehen. Der Schließer-Kontakt wird auch über den Steckverbinder X2 nach außen geführt.
Funktion des Freischaltrelais:
•
Regler bzw. Positionierung aktiv -> Schließer-Kontakt geschlossen
•
Regler bzw. Positionierung inaktiv -> Öffner-Kontakt geschlossen
Die Funktion des Freischaltrelais kann durch Parametrierung (Par. 17) so beeinflußt werden, daß
•
nachdem die Achse in Position ist, freigeschaltet wird, oder
•
nachdem die Achse in Position ist, nicht freigeschaltet wird, d.h. der Lageregler weiterhin aktiv ist
Bei permanenter Freigabe (Par. 16 = 1) ist das Relais immer angesteuert, d.h. daß der Schließer-Kontakt geschlos-
sen ist. Nur im Fehlerfall fällt das Relais ab, der Öffner-Kontakt ist geschlossen, der Leistungsverstärker ist freige-
schaltet.
Stand:29.10.1999
B e d i e n u n g s a n l e i t u n g P S 5 0
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