Beispielsweise wird bei ca. 25 MHz und der kurzesten ein-
stellbaren Ablenkzeit (20ns/cm) alle 2cm ein Kurvenzug
geschrieben. Die Toleranz der angezeigten Werte betragt in
beiden Ablenkrichtungen
nur +3%. Alle zu messenden
Gréfen sind daher relativ genau zu bestimmen. Jedoch ist
zu berticksichtigen, dals sich in vertikaler Richtung ab ca.
6MHz der Meffehler in Y-Richtung mit steigender Fre-
quenz standig vergrdfvert. Dies ist durch den Verstarkungs-
abfall des Mefverstarkers bedingt. Bei 12 MHz betragt der
Abfall etwa 10%. Man mufs daher bei dieser Frequenz zum
gemessenen Spannungswert Ca.
11% addieren. Da jedoch
die Bandbreiten der Vertikalverstarker differieren (norma-
lerweise zwischen 20 und 25MHz), sind die Mef&werte in
den oberen
Grenzbereichen
nicht so exakt definierbar.
Hinzu kommt,
dal{ — wie bereits erwahnt
— oberhalb
20MHz mit steigender Frequenz auch die Aussteuerbarkeit
der Y-Endstufe stetig abnimmt. Der Vertikalverstarker ist so
ausgelegt, da die Ubertragungsgtite nicht durch eigenes
Uberschwingen beeinflu&t wird.
Inbetriebnahme und Voreinstellungen
Vor der ersten Inbetriebnahme muB die am Netzspan-
nungswéahler eingestellte Spannung mit der vorliegen-
den Netzspannung
verglichen
werden!
(Einstellung
siehe Seite M 2).
Die Verbindung zwischen
SchutzleiteranschluB
und
dem Netz-Schutzleiter ist vor jeglichen anderen Ver-
bindungen
herzustellen
(Netzstecker
also
vorher
anschlieBen).
Es wird empfohlen, bei Beginn der Arbeiten keine der
Tasten zu drticken und die 3 Bedienungsknopfe mit
Pfeilen in thre calibrierte Stellung CAL. einzurasten. Die
auf vier Knopfkappen
angebrachten
Striche
sollen
etwa senkrecht nach oben zeigen (Mitte des Einstellbe-
reiches). Die Schalter TV und TRIG. sollen in der ober-
sten Stellung stehen.
Mit der roten Netztaste POWER wird das Gerat tn Betrieb
gesetzt. Das aufleuchtende Lampchen zeigt den Betriebs-
zustand an. Wird nach 10 Sekunden Anheizzeit kein Strahl
sichtbar, ist mdglicherweise der INTENS.-Einsteller nicht
gentigend aufgedreht, oder der Zeitbasis-Generator wird
nicht ausgelést. Au&erdem kénnen auch die POS.-Einstel-
ler verstellt sein. Es ist dann nochmals zu kontrollieren, ob
entsprechend den Hinweisen alle Knépfe und Tasten in den
richtigen Positionen stehen. Dabei ist besonders auf die
Taste AT/NORM.
zu achten. Ohne angelegte Mefsspan-
nung wird die Zeitlinie nur dann sichtbar, wenn sich diese
Taste ungedrtickt in der AT-Stellung (Automatische Trigge-
rung) befindet. Erscheint nur ein Punkt (Vorsicht, Einbrenn-
gefahr!), ist wahrscheinlich die Taste X-¥ gedrtickt. Sie ist
dann
auszulésen.
Ist die Zeitlinie
sichtbar,
wird
am
INTENS.-Knopf
eine mittlere
Helligkeit und am
Knopf
FOCUS die maximale Scharfe eingestellt. Dabei sollte sich
die Eingangskopplung-Drucktaste GD (CH.I) in Rast-Stel-
lung GD (ground = Masse) befinden. Der Eingang des Ver-
tikalverstarkers ist dann kurzgeschlossen. Damit ist sicher-
gestellt, daf& keine St6rspannungen von aulgen die Fokus-
sierung
beeinflussen
kénnen.
Eventuell
am
Y-Eingang
anliegende Signalspannungen werden in Stellung GD nicht
kurzgeschlossen.
Zur Schonung der Strahlrdhre sollte immer nur mit Jener
Helligkeit gearbeitet werden, die MeRaufgabe und Umge-
bungsbeleuchtung gerade erfordern. Besondere Vorsicht
ist bei stehendem punktférmigen Strahl geboten. Zu
hell eingestellt, kann dieser die Leuchtschicht der Rohre
beschaddigen. Ferner schadet es der Kathode der Strahl-
réhre, wenn das Oszilloskop oft kurz hintereinander aus-
und eingeschaltet wird.
Strahidrehung TR
Trotz Mumetall-Abschirmung der Bildrohre lassen sich
erdmagnetische
Einwirkungen
auf
die
horizontale
Strahlilage nicht ganz vermeiden. Das ist abhangig von
der Aufstellrichtung des Oszilloskops am Arbeitsplatz.
Dann verlauft die horizontale Strahlilinie in Schirmmitte
nicht exakt parallel zu den Rasterlinien. Die Korrektur
weniger Winkelgrade ist an einem Potentiometer hin-
ter der mit TR bezeichneten Offnung mit einem kleinen
Schraubenzieher moglich.
Tastkopf-Abgleich und Anwendung
Damit der verwendete
Tastteiler die Form
des Signals
unverfalscht wiedergibt, mul er genau an die Eingangsim-
pedanz des Vertikalverstarkers angepaf&t werden. Ein im
HM 205-3 eingebauter Generator liefert hierzu ein Recht-
ecksignal mit kurzer Anstiegszeit und der Frequenz von
1kHz.
Das Rechtecksignal
kann den beiden Ausgangs-
Osen unterhalb des Bildschirms entnommen werden. Eine
Ose liefert 0.2V., +1% fiir Tastteiler 10:1, die andere 2V.,
+1% fur Tastteiler 100:1. Diese Spannungen entsprechen
jeweils der Bildschirmamplitude von 4cm Hohe, wenn
der Eingangsteilerschalter
auf den Ablenkkoeffizienten
5mV/cm eingestellt ist.
Abgleich 1kHz
Dieser C-Trimmerabgleich kompensiert die kapazitive Bela-
stung
des
OQOszilloskop-Eingangs.
Durch
den
Abgleich
bekommt die kapazitive Teilung dasselbe Teilerverhaltnis
wie der ohmsche Spannungsteiler.
Dann ergibt sich bei
hohen und niedrigen Frequenzen dieselbe Spannungstel-
lung wie fiir Gleichspannung. (Fur Tastképfe 1:1 oder auf
1:1 umgeschaltete Tastkdépfe ist dieser Abgleich weder
ndtig noch mdglich.) Voraussetzung fiir den Abgleich ist die
Parallelitat der Strahllinie mit den horizontalen Rasterlinien
(siehe ,,Strahldrehung TR", Seite M8).
M8 205-3
Anderungen vorbehalten