Beim HM 205-3 ist die Skala TIME/DIV. unterteilt: Fir ana-
loge Darstellung gilt der gestrichelt begrenzte Teil, fur die
digitale Darstellung der schwarz umrandete,
mit STOR.
bezeichnete Teil. Bei Zeitkoeffizienten von 10us/em bis
1s/em kénnen beide Darstellungsarten angewendet wer-
den.
Beispiele:
Lange eines Wellenzugs L = 7 cm,
eingestellter Zeitkoeffizient Z = 0,2 ps/cm,
gesuchte Periodenzeit T = 7-0,2-10°° = 1,4 us
gesuchte Folgefrequenz F = 1:(1,4-107°) = 714 kHz.
Lange eines Brummspannung-Wellenzugs L = 1 cm,
eingestellter Zeitkoeffizient Z = 10 ms/cm,
gesuchte Brummfrequenz F = 1:(1-10-107°) = 100 Hz.
TvV-Zeilenfrequenz F = 15 625 Hz,
eingestellter Zeitkoeffizient Z = 10 us/cm,
gesuchte Lange L = 1:(15 625-10-°) = 6,4 cm.
Lange einer Sinuswelle L = min.
4cm, max. 10 cm,
Frequenz F = 1 kHz,
)
max. Zeitkoeffizient Z = 1:(4-10°) = 0,25 ms/cm,
min. Zeitkoeffizient Z = 1:(10-10°) = 0,1 ms/cm,
einzustellender Zeitkoeffizient Z = 0,2 ms/cm,
dargestellte Lange L = 1:(10°-0,2-10°-°) = 5 cm.
Lange eines HF-Wellenzugs L = 1 cm,
eingestellter Zeitkoeffizient Z = 0,5 us/cm,
gedrickte Dehnungstaste x 10: Z = 50 ns/cm,
gesuchte Signalfrequ. F = 1:(1-50-107°) = 20 MHz,
gesuchte Periodenzeit T = 1:(20-10°) = 50 ns.
Ist der zu messende Zeitabschnitt im Verhaltnis zur vollen
Signalperiode relativ klein, sollte man mit gedehntem Zeit-
mastab (X-MAG. x10) arbeiten. Die ermittelten Zeitwerte
sind dann durch 10 zu dividieren. Durch Drehen des X-
POS.-Knopfes kann der interessierende Zeitabschnitt in die
Mitte des Bildschirms geschoben werden.
Bestimmend fiir das Impulsverhalten einer Signalspannung
sind die Anstiegszeiten der in ihr enthaltenen Spannungs-
sprunge.
Damit
Einschwingvorgadnge,
eventuelle
Dach-
schragen
und -Bandbreitegrenzen
die
Melgenauigkeit
weniger beeinflussen, mifét man Anstiegszeiten generell
zwischen 10 % und 90 % der vertikalen Impulshdéhe. Fur 5
em
hohe
und
symmetrisch
zur Mittellinie
eingestellte
Signalamplituden
hat das
Bildschirm-lnnenraster
zwel
punktierte
horizontale
Hilfslinien
in £2,5 cm
Mittenab-
stand. Der horizontale Zeitabstand in cm zwischen den
beiden Punkten, an denen die Strahllinie oben und
unten die horizontalen Rasterlinien mit +2 cm Mitten-
abstand und 2 mm-Unterteilung kreuzt, ist dann die zu
ermittelnde Anstiegszeit. Abfallzeiten werden sinnge-
maB genauso gemessen.
Die optimale vertikale Bildlage und der MefSbereich fur die
Anstiegszeit sind in der folgenden Abbildung dargestellt.
Anderungen vorbehalten
Bei einem am TIME/DIV.-Schalter eingestellten Zeitkoeffi-
zienten von 0,2 us/cm und gedriickter Dehnungstaste x10
ergabe das Bildbeispiel eine gemessene Gesamtanstiegs-
zeit von
toes = 1,60m-0,2us/cm : 10 = 32ns
Bei sehr kurzen Zeiten ist die Anstiegszeit des Osziilloskop-
Vertikalverstarkers und des evtl. benutzten Tastteilers geo-
metrisch
vom
gemessenen
Zeitwert
abzuziehen.
Die
Anstiegszeit des Signals ist dann
t, =
| ti ~ Oe a t,?
Dabei ist t,., die gemessene Gesamtanstiegszeit, t,,, die
vom Oszilloskop (beim HM205-3 ca. 17,5 ns) und t, die des
Tastteilers, z.B. = 2ns. Ist tyes groRer als 100ns, dann kann
die Anstiegszeit
des
Vertikalverstarkers
vernachlassigt
werden (Fehler <1 %).
Obiges Bildbeispiel ergibt damit eine Signal-Anstiegszeit
von
t,=V
32% — 17,5* — 2? = 26,72ns
Die Messung der Anstiegs- oder Abfallzeit ist naturlich nicht
auf die oben im Bild gezeigte Bild-Einstellung begrenzt. Sie
ist so nur besonders einfach. Prinzipiell kann in jeder Bild-
lage und bei beliebiger Signalamplitude gemessen werden.
Wichtig ist nur, dafg die interessierende Signalflanke in vol-
ler Lange bei nicht zu grofer Steilheit sichtbar ist und dal
der Horizontalabstand bei 10% und 90% der Amplitude
gemessen wird. Zeigt die Flanke Vor- oder Uberschwingen,
sollte man die 100% nicht auf die Spitzenwerte beziehen,
sondern auf die mittleren Dachhdéhen. Ebenso werden Ein-
bruche oder Spitzen (glitches) neben
der Flanke nicht
berucksichtigt. Bel sehr starken Einschwingverzerrungen
verliert die Anstiegs- oder Abfallzeitmessung
allerdings
ihren Sinn. Far Verstarker mit annahernd konstanter Grup-
penlaufzeit (also gutem Impulsverhalten) gilt folgende Zah-
lenwert-Gleichung zwischen Anstiegszeit ta (in ms) und
Bandbreite B (in MHz):
BC
ta
Mp5 205-3