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Hameg Instruments HM205-3 Bedienungsanleitung Seite 20

Inhaltsverzeichnis
Bei Halbleitern erkennt man die spannungsabhangigen
Kennlinienknicke beim Ubergang vom
leitenden in den
nichtleitenden Zustand. Soweit das spannungsmakig még-
lich ist, werden Vorwarts- und Ruckwarts-Charakteristik
dargestellt (z.B. bei einer Z-Diode unter 12). Es handelt
sich immer um eine Zweipol-Prufung; deshalb kann z.B. die
Verstarkung eines Transistors nicht getestet werden, wohl
aber die einzelnen Ubergdnge B-C, B-E, C-E. Da die am
Testobjekt anliegende Spannung nur einige Volt betragft,
k6nnen die einzelnen Zonen fast aller Halbleiter zersto-
rungsfrei gepruft werden. Andererseits ist deshalb ein
Test der Durchbruch- oder Sperrspannung an Halbleitern
fur hohe Speisespannung ausgeschlossen. Das ist im allge-
meinen
kein Nachteil, da im Fehlerfall in der Schaltung
sowieso grobe Abweichungen
auftreten, die eindeutige
Hinweise auf das fehlerhafte Bauelement geben.
Recht genaue Ergebnisse erhalt man beim Vergleich mit
sicher funktionsfahigen
Bauelementen
des gleichen
Typs und Wertes. Dies gilt Insbesondere auch ftir Halblei-
ter. Man kann damit z.B. den kathodenseitigen Anschlufg
einer Diode oder ZDiode mit unkenntlicher Bedruckung,
die Unterscheidung eines p-n-p-Transistors vom komple-
mentdren
n-p-n-Typ oder die richtige Gehauseanschlu-
folge
B-C-E
eines
unbekannten
Transistortyps
schnell
ermitteln.
1
}
J
Typ:
Normale Diode
Hochspann.-Diode
Z-Diode 12V
Pole:
Kathode-Anode
Kathode-Anode
Kathode-Anode
Anschlusse:
(CT-Masse)
(CT-Masse)
(CT-Masse)
j
|
]
N-P-N Transistor:
|
|
|
|
[
Pole:
B-E
B-C
E-C
Anschlusse:
(CT-Masse)
(CT-Masse)
({CT-Masse)
I
f
|
l
!
Pole:
B-E
B-C
E-C
Anschlisse:
(CT-Masse)
(CT-Masse)
(CT-Masse)
Zu beachten ist hier der Hinweis, dag die AnschluBumpo-
lung eines Halbleiters (Vertauschen von CT-Buchse mit
Masse-Buchse) eine Drehung des Testbilds um 180° um
den Rastermittelpunkt der Bildréhre bewirkt.
Wichtiger noch ist die einfache Gut-Schlecht-Aussage Uber
Bauteile mit Unterbrechung oder Kurzschlug, die im Ser-
vice-Betrieb
erfahrungsgemdf&
am
hdaufigsten
bendtigt
wird.
Die ubliche Vorsicht gegenuber einzelnen MOS-Bauele-
menten in Bezug auf statische Aufladung oder Reibungs-
elektrizitat wird dringend angeraten. — Brumm kann auf
dem Bildschirm sichtbar werden, wenn der Basis- oder
Gate-AnschluB eines einzelnen Transistors offen ist, also
gerade nicht getestet wird (Handempfindlichkeit).
Tests direkt in der Schaltung sind in vielen Fallen méglich,
aber nicht so eindeutig. Durch Parallelschaltung reeller und/
oder komplexer Gréfsen — besonders wenn diese bei Netz-
frequenz relativ niederohmig sind — ergeben sich meistens
grofse Unterschiede gegentber Einzelbauteilen. Hat man oft
mit Schaltungen gleicher Art zu arbeiten (Service), dann hilft
auch hier ein Vergleich mit einer funktionsfahigen Schal-
tung. Dies geht sogar besonders schnell, weil die Vergleichs-
schaltung gar nicht unter Strom gesetzt werden muf& (und
darf!). Mit den Testkabeln sind einfach die identischen Me-
punktpaare nacheinander abzutasten und die Schirmbilder zu
vergleichen.
Unter Umstanden
enthalt die Testschaltung
selbst schon die Vergleichsschaltung, z.B. bei Stereo-Kana-
len, Gegentaktbetrieb, symmetrischen Brickenschaltungen.
In Zweifeisfallen kann ein Bauteilanschlufg einseitig abgeldtet
werden. Genau dieser Anschiufg sollte dann mit der CT-Prif-
buchse ohne Massezeichen verbunden werden, weil sich
damit die Brummeinstreuung verringert. Die Pruifbuchse mit
Massezeichen
liegt an Oszilloskop-Masse und ist deshalb
brumm-unempfindlich.
Beim Test in der Schaltung ist es notwendig, die an die
BNC-Buchsen des
HM 205-3 angeschlossenen MeBGkabel-
und Tastteiler-Verbindungen zur Schaltung hin zu tren-
nen. Sonst ist man nicht mehr wahlfrei bei der MeB-
punkt-Abtastung (doppelte Masseverbindung).
Die Testbilder auf Seite M17 zeigen einige praktische Bei-
spiele fur die Anwendung des Komponenten-Testers.
Y-Ausgang
Der Y-Ausgang von K1I oder Kil des HM 205-3 befindet sich
an einer ruckseitigen BNC-Buchse. Die Ausgangsspannung
betragt im Leerlauf ca. 80 mV,, pro cm Schirmbildhdhe; sie ist
immer phasengleich mit dem Eingangssignal und unabhan-
gig von der eingestellten Betriebsart des Oszilloskops. Die Y-
Spannung wird dem Vertikalverstarker — wie das Triggersi-
gnal — entnommen und ist ebenso umschaltbar. Kanal | oder
I] wird mit der Taste
CHI/CHII- TRIG. 1/11 im Y-Feld gewahit.
Der Y-Ausgang ist unabhangig von der Y-Strahllage. Er rea-
giert also nicht auf Verstellung von Y.POS.I oder Y-POS. II,
ebenso nicht auf die beiden Invertierungstasten INVERT und
auf die Triggerflankenrichtungsumschaltung
+/—.
Der Y-
Ausgang
ist gleichstromgekoppelt und liegt ungefahr auf
Nullpotential. Seine Bandbreite ist ca. 20MHz, wenn er
auBen mit 502 abgeschlossen ist. Dann ist die Aus-
gangsspannung ca. 40mV,, pro cm Schirmbildhohe. Der
Y-Ausgang eignet sich zum Anschlufs externer Geradte, wie
z.B. Frequenzzahler.
M16 205-3
Anderungen vorbehalten
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