12.4.5
Überwachung von maximalen Positionssprüngen
Die Error Recovery Time beträgt beim FX3-MOC0 1 s und beim FX3-MOC1 abhängig von der Konfiguration 0,14 s oder 1 s.
11)
8012479/16HC/2020-01-23 | SICK
Irrtümer und Änderungen vorbehalten
Der Wert für den Parameter Maximaler Geschwindigkeitssprung muss daher höher sein als
die in der Anwendung tatsächlich mögliche Geschwindigkeitsänderung innerhalb des
Max. Datenempfangsintervall.
Die Funktion Filtern von Geschwindigkeitssprüngen ist nicht zu verwechseln mit der Funk‐
tion Überwachung des maximalen Geschwindigkeitssprungs im FX3-MOC0 V1, welche bei
Überschreiten des eingestellten Werts eine Fehlerreaktion bewirkt. Mithilfe der Funk‐
tion Filtern von Geschwindigkeitssprüngen hingegen werden ungültige SSI-Telegramme igno‐
riert. Auch alle anderen im selben 4-ms-Logikzyklus des FX3-MOCx ankommenden SSI-
Telegramme werden ignoriert.
Damit SSI-Telegramme zunächst ohne Fehlerreaktion ignoriert werden können, muss
der Parameter Max. Datenempfangsintervall auf mindestens 8 ms gesetzt werden.
Diese Funktion dient der Beherrschung von systembedingten Positionssprüngen.
Anwendungsbeispiel: Hängeförderbahnen mit Code-Band für die Positionserfassung
An Stellen, an denen ein Code-Sprung erwartet wird (z. B. an einer Weiche oder an der
Stelle, an der Ende und Anfang des Code-Bands wieder aufeinandertreffen), kann diese
Funktion genutzt werden.
Normalerweise meldet der Sensor in diesen Bereichen die Position ohne besondere
Behandlung über die SSI-Schnittstelle. Im FX3-MOC1 führt dies zu hohen Geschwindig‐
keitswerten, da die Geschwindigkeit aus der Positionsdifferenz pro Zeitintervall berech‐
net wird. Diese erhöhten Geschwindigkeitswerte können wiederum zu einer ungewoll‐
ten Reaktion bei der Geschwindigkeitsüberwachung führen.
Mithilfe der Funktion Überwachung von maximalen Positionssprüngen kann dies verhindert
werden, indem gezielt eine Fehlerreaktion ausgelöst und so eine erneute Initialisierung
der SSI-Encoder-Auswertung innerhalb des neuen Positionsbereichs erzwungen wird.
Wenn der FX3-MOC1 höhere Positionssprünge erkennt, dann werden die SSI-Tele‐
gramme so lange ignoriert, bis die Positionsänderung in Bezug auf die letzte gültige
(nicht verworfene) Position wieder innerhalb des durch den Parameter Maximaler Positi‐
onssprung festgelegten Bereichs ist.
Durch das Ignorieren der SSI-Telegramme wird der Timer für die Überwachung des Max.
Datenempfangsintervall gestartet. Wenn der Parameter für das Max. Datenempfangsintervall
auf einen höheren Wert als 4 ms gesetzt ist, wird die (hier gewünschte) Fehlerreaktion
entsprechend verzögert. Nach Ablauf des Max. Datenempfangsintervall werden die Status‐
bits in den Motion-Daten des zugehörigen Encoders auf ungültig gesetzt.
Die Statusbits werden wieder gültig, wenn die folgenden Bedingungen für mindestens
die Dauer der Error Recovery Time
•
Der Positionssprung zwischen dem jeweils aktuell und dem vorherigen empfange‐
nen Positionswert ist kleiner als der Parameter Maximaler Positionssprung.
•
Alle anderen ggf. ausgeführten Prüfungen liefern ebenfalls ein positives Ergebnis.
In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, die folgenden Funktionen zu nutzen:
•
Eingang Fehlermeldung unterdrücken des SSI-Encoders, um die Dauer der Fehlerreak‐
tion zu verkürzen.
•
Eingang Fehlerreaktion unterdrücken des Funktionsbausteins Sicherer Stopp V2, um die
Fehlerreaktion am Ende der Signalkette zu unterdrücken, wenn die Sicherheit
durch andere Maßnahmen hergestellt ist.
ENCODER IM DRIVE MONITOR FX3-MOC1
ununterbrochen erfüllt sind:
11)
B E T R I E B S A N L E I T U N G | Flexi Soft im Flexi Soft Designer
12
449