Neuron.book Seite 172 Freitag, 29. November 2002 2:47 14
Surround Basics
Die Qualität eines Surround-Sounds ...
Natürlich ist Klangempfindung etwas sehr subjekti-
ves, weshalb es den Sound eigentlich nicht geben
kann. Nichts desto trotz gibt es einige - nach wie vor
subjektiv empfundene - Kriterien, die dazu beitragen
sollen, ein Klangbild von ausschließlich gefühlsbe-
tonten Merkmalen (wie „schön" oder „genial") auf
standardisierte Parameter zu reduzieren. Kriterien
also, die erfüllt sein sollten, um in die obere Sound-
liga vorzudringen. Veröffentlicht wurde diese Beur-
teilung von Mehrkanalaufnahmen von der 1950 ins
Leben gerufenen und in Genf ansässigen European
Broadcasting Union (EBU).
Die Beurteilungskriterien sind im folgenden aus-
zugsweise und in abgeänderter, auf den Neuron zu-
treffender Form wiedergegeben:
Vorderes Klangbild
•
Ist die Klangverteilung eng oder weit?
•
Wirken die Klangquellen echt oder künstlich?
•
Erscheinen die Quellen stabil oder instabil?
•
Sind alle Klangquellen gut lokalisierbar, d.h. im
Klangraum zu orten?
Hinteres (seitliches) Klangbild
•
Wirkt das hintere Klangbild ausgewogen?
•
Sind die Klangquellen gut zu lokalisieren?
•
Erzeugt das hintere Klangbild einen homogenen
Raumklang?
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Raumeindruck
•
Passt die hörbare räumliche Umgebung zum
Klanginhalt?
•
Ist Nachhall hörbar oder ist der Klang trocken?
•
Kann die Größe des Raums, in dem aufgezeich-
net wurde, erkannt werden, d.h. entsteht eine
räumliche Tiefe?
•
Stimmt die akustische Balance?
Transparenz des Gesamtklanges
•
Können einzelne Details des Klanginhalts deut-
lich wahrgenommen werden? Können diese
zeitlich voneinander getrennt werden?
Verteilung der Klangquellen
•
Sind die enthaltenen Quellen im Klangbild an-
gemessen im Raum verteilt?
•
Sind einzelne Quellen zu laut oder zu leise?
•
Werden einzelne Quellen zu direkt oder zu indi-
rekt wiedergegeben?
•
Ist die Dynamik jeder Quelle angemessen?