Neuron.book Seite 124 Freitag, 29. November 2002 2:47 14
Modul: Silver
Filter Basics
Die folgenden einleitenden Erläuterungen und
Grundlagen richten sich an die Synthesizer-Novizen
unten Ihnen. Erfahrene Keyboarder und Sound-De-
signer können getrost auf Seite 127 weiterlesen.
Filter verändern den Klang, indem Sie aus dessen Fre-
quenzspektrum bestimmte Bereiche herausfiltern
oder abschwächen (dämpfen). Auf diese Weise sind
durch ein Filter unendlich viele Variantionen dessel-
ben Klangmaterials möglich - in feinen Nuancen oder
bis zur totalen Verfremdung.
Man unterscheidet prinzipiell zwei Filtertypen, die
beide auch im Neuron zu finden sind: Der erste Typ
wird - kein Witz! - als Kuhschwanz-Filter (engl. Shel-
ving Filter) bezeichnet. Filter diesen Typs fangen ab
einer bestimmten Frequenz an zu wirken und haben
ihre maximale Wirkung am Rande des hörbaren Be-
reichs. Zu diesen Filtertypen gehören der Hochpass
und der Tiefpass. Den zweiten grundsätzlichen Fil-
tertyp bezeichnet man als Glockenfilter (engl. Pea-
king Filter), wobei die Form der Filterkennlinie Pate
für den Namen stand. Glockenfilter entfalten Ihre
Wirkung rund um den Arbeitspunkt - wie dies eben
Bandpässe und Bandsperren tun.
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Neuron beheimatet gegenwärtig vier „Kuhschwänze"
und eine „Glocke", die ab Seite 125 detailliert be-
schrieben sind. Weitere Filtertypen sind in Planung!
Filterparameter
Jedes Filter, gleichgültig welchen Typs, wird durch
drei Parameter definiert. Die Cutoff Frequency, zu
deutsch Eckfrequenz: Das ist die Frequenz, ab der das
Filter anfängt zu arbeiten. Je nach Filterausführung
(Hoch-, Tief- oder Bandpass - siehe Seite 125), wer-
den Frequenzen oberhalb und/oder unterhalb der Cu-
toff-Frequenz gedämpft oder gar nicht mehr
durchgelassen. Im Neuron kann die Cutoff-Frequenz
durch Bewegen des Stickcontrollers im Silver „live"
verändert oder durch eine Filter-Hüllkurve, eine LFO-
Schwingung oder die Velocity moduliert werden. Sie
durchläuft damit einen bestimmten Frequenzbe-
reich. Man nennt diesen Vorgang Filter Sweep.
•
Resonance: Eine spezifische Eigenheit jedes
Filters ist die Verstärkung der Frequenzen, die
in unmittelbarer Nähe der Cutoff-Frequenz lie-
gen. Je höher die Resonanz ist, desto mehr wer-
den Frequenzen nahe der Cutoff-Frequenz (bzw.
der Mittenfrequenz bei Bandpässen) in Relation
zu anderen Frequenzen angehoben. Wir nehmen
die Filtercharakteristik dann ausgeprägter
wahr, als bei niedrigen Resonanzwerten.