Neuron.book Seite 129 Freitag, 29. November 2002 2:47 14
ner eingehenden Sinusschwingung wird so im Ex-
tremfall eine Rechteckschwingung.
Vor dem Clipper, der den eigentlichen Effekt
„macht", befindet sich ein Tiefpassfilter, dessen Eck-
frequenz vom Anwender gewählt werden kann.
Um die Lautstärke am Effektausgang - die ja durch
das Anheben des Eingangspegels erhöht wird - an-
zupassen, kann der Ausgangspegel separat geregelt
werden.
Der Effekt fügt dem Eingangssignal zusätzliche Ober-
töne hinzu.
Ringmodulator
Diese Art der Modulation eignet sich hervorragend
zur Erzeugung glockenähnlicher und geräuschhafter
Klänge sowie zur äußerst effizienten Verfremdung
von Sounds, kann aber auch für butterweiche Tremo-
los eingesetzt werden.
Bei der Ringmodulation wird das Audiosignal mit ei-
ner Trägerschwingung (deren Frequenz über den Pa-
rameter
Mod
Freq
„multipliziert". Bestünde das Eingangssignal bei die-
ser Art der Modulation aus einer einzelnen reinen Si-
nusschwingung, würde sich das Frequenzspektrum
am Ausgang des Modulators aus der Differenz des
Originalsignals und des Trägers sowie aus der Summe
der beiden (d.h. der Spiegelfrequenz) zusammen set-
zen.
Beispiel: Nehmen wir eine Trägerfrequenz mit 300 Hz
und ein Audiosignal mit 100 Hz. Durch die Ringmo-
dulation entsteht ein nicht-sinusförmiges Signal,
das die beiden Frequenzen 200 Hz und 400 Hz ent-
hält.
Dabei gilt: Je höher die Trägerfrequenz, desto weiter
werden die Ausgangsfrequenzen gespreizt, d.h.
desto mehr unterscheiden sich die ausgegebenen
Töne voneinander.
Das eingehende Audiosignal (in unserem Beispiel der
100-Hz-Sinus) geht bei der Modulation verloren,
kann aber natürlich am Effektausgang über den „Mix-
Regler" wieder zugemischt werden.
Da es sich bei einem Klang aber nicht um eine Ein-
zelschwingung, sondern um ein ganzes Frequenz-
spektrum
Ringmodulation „im echten Leben" statt der Sum-
men- und der Differenzfrequenz zwei entsprechende
Frequenzbänder, die man als Seitenbänder bezeich-
net. Das untere Seitenband enthält entsprechend der
definiert
werden
kann)
oben beschriebenen Arithmetik alle Differenzfre-
quenzen, das obere Band die Summenfrequenzen.
Die Seitenbänder können dem Originalsignal beliebig
zugemischt werden. Auf diese Weise werden dem ur-
sprünglichen Klang größtenteils nicht-harmonische
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handelt,
entstehen
durch
die
Modul: Silver