Neuron.book Seite 125 Freitag, 29. November 2002 2:47 14
Ist die Resonanz eines Filters sehr hoch, so be-
ginnt das Filter von alleine (d.h. ohne anliegen-
des Eingangssignal) mit der Cutoff-Frequenz zu
schwingen - es wird eine Sinuswelle mit der
Cuttoff-Frequenz erzeugt, die sich beispiels-
weise hervorragend zur Programmierung von
Soloklängen oder elektronischer Drumsounds
eignet. Man nennt diesen Vorgang Selbstoszil-
lation.
•
Güte oder Dämpfung: Die Güte hat einen ganz
wesentlichen Einfluss auf die Klangeigenschaf-
ten des Filters: Der Parameter gibt an, wie stark
Frequenzen in einer bestimmten „Entfernung"
von der Cutoff-Frequenz gedämpft, d.h. unter-
drückt werden - er definiert die Flankensteilheit
der Filterkurve. Je höher die Güte, desto mehr
greift das Filter in den Klang ein. Der Wert wird
in dB/Oktave angegeben.
Ein Beispiel: Wir haben ein Filter mit einer Güte
von 12 dB und einer Cutoff-Frequenz von 500
Hz. Eine Oktave über der Cutoff-Frequenz - also
bei 1000 Hz - dämpft das Filter mit 12 dB, bei
2000 Hz wird bereits mit 24 dB gedämpft.
Tiefpass (Low Pass Filter)
Ein Tiefpassfilter lässt
nur die Frequenzan-
teile des Klangs pas-
sieren, die unterhalb
der
Cutoff-Frequenz
liegen. Höhere Fre-
quenzanteile, die ei-
nen Sound scharf und
spitz erscheinen las-
sen, werden also aus dem Klangbild entfernt. Das Re-
sultat ist ein weicherer Klang - der Tiefpass als David
Hamilton unter den Filtern...
Durch das Herausfiltern hoher Frequenzen enthält
das Spektrum eines Klangs prozentual gesehen mehr
tiefe Frequenzen. Ein Tiefpass-gefilterter Sound er-
scheint uns deshalb subjektiv wärmer und voller.
Neuron bietet gleich drei Tiefpässe an: Die am häu-
figsten verwendeten Tiefpässe mit Dämpfungen von
12 dB und 24 dB sind direkt über die Silver-Taste Fil-
ter abrufbar. Die Special-LED ist mehrfach belegt, so
dass Sie durch wiederholtes Drücken der Filter-Taste
durch alle Filter „steppen" und dort noch ein 6 dB-
Filter finden (natürlich kann dieses Filter auch im
Menü ausgewählt werden).
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Modul: Silver