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Vorortung Von Hochohmigen Kabelfehlern; Lichtbogenreflexionsmessung (Arm); Einführung Das Arm-Verfahren Eignet Sich Zur Vorortung Hochohmiger Kabelfehler An - Megger System R 30 Bedienhandbuch

Inhaltsverzeichnis
Messungen durchführen
6.7

Vorortung von hochohmigen Kabelfehlern -

Um die punktgenaue Nachortung des Kabelfehlers nur in einem möglichst kurzen
Segment des Kabelverlaufs durchführen zu müssen, sollte vorher eine gründliche
Vorortung vorgenommen werden. Dadurch ist eine wesentliche Verkürzung der
Gesamtortungszeit bei gleichzeitiger Schonung des Kabels zu erreichen.
Hochohmige Kabelfehler reflektieren die Niederspannungsimpulse einer normalen
Impulsreflexionsmessung entweder nur unzureichend oder gar nicht, so dass die
Fehlerstelle nicht aus dem aufgezeichneten Reflektogramm hervorgeht. Für diesen Fall
haben sich verschiedene weitere Vorortungsmethoden etabliert, die jeweils ein
Hochspannungsverfahren mit dem Impulsreflexionsverfahren kombinieren. Diese
Verfahren haben gemein, dass Sie mittels schlagartiger Entladung eines geladenen
Kondensators oder durch Aufladen des Kabels ein „Durchschlagen" des Fehlers und
dadurch einen Lichtbogen an der Fehlerstelle zu erzwingen. Da der Fehler dabei für kurze
Zeit den Zustand eines niederohmigen Kabelfehlers annimmt, kann seine Position über
diesen Zeitraum hinweg mit einer Impulsreflexionsmessung eingemessen werden.
Auch anhand der nach dem Spannungsdurchschlag ausgelösten und zwischen
Fehlerstelle und Messsystem pendelnden Wanderwelle kann die Fehlerposition mit
ausreichender Genauigkeit vorgeortet werden (transiente Vorortungsverfahren).
In einigen Vorortungsverfahren kann über den Menüpunkt
Fehler zum Durchschlag gebracht werden soll. Dabei stehen die folgenden beiden
Optionen zur Auswahl:
6.7.1

Lichtbogenreflexionsmessung (ARM) -

Das ARM-Verfahren eignet sich zur Vorortung hochohmiger Kabelfehler an
Einführung
Energiekabeln mit einer Gesamtlänge von bis zu 10 km. Bei Fehlern mit niedriger
Zündspannung (<50 kV), sollte die Vorortung mit diesem Verfahren begonnen werden.
Für die Ortung der Fehlerposition wird zuerst ein Reflexionsbild unter Normalbedingungen
aufgenommen (Referenzbild). Anschließen wird der geladene Stoßkondensator
schlagartig in das Kabel entladen und in den durch die Fehlerzündung verursachten
stehenden Lichtbogen hinein 15 Reflexionsmessungen durchgeführt. Der Anwender kann
anschließend aus den 15 aufgezeichneten Fehlerbildern das Anschaulichste auswählen.
Der direkte Vergleich von Referenz- und Fehlerbild erlaubt im Normalfall die sofortige
eindeutige Identifizierung der Fehlerstelle, da das Fehlerbild aufgrund der Reflexion am
brennenden Lichtbogen eine deutliche negative Reflexion an der Fehlerstelle gegenüber
dem Gesundbild aufweist.
Stoßen
Der Durchschlag wird durch abrupte kapazitive Entladung des
Stoßkondensators erzwungen.
Aufladen
Bei geschlossenem Stoßschalter werden der Stoßkondensator und das
angeschlossene Kabel selbst auf die erforderliche
Durchschlagsspannung aufgeladen. Dadurch erhöht sich die verfügbare
Stoßkapazität um die Kabelkapazität, was gerade bei sehr langen
Kabeln hilfreich sein kann. Voraussetzung ist aber, dass der Fehler
ladbar ist.
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festgelegt werden, wie der
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