1 Allgemeine Informationen 1.1 Vorwort Mit dem Erwerb des Aktivrollstuhls BRAVO Racer haben Sie sich für ein Qualitätsprodukt ent- schieden, das Ihnen einen vielseitigen Einsatz im alltäglichen Gebrauch, im Hause und im Außen- bereich ermöglicht. Bevor Sie den Rollstuhl in Gebrauch nehmen, lesen Sie bitte unbedingt das Kapitel: »Anlieferung und Herstellung der Gebrauchsfähigkeit«...
Insbesondere wurde der BRAVO Racer für diejenigen konzipiert, die in der Lage sind, sich in der Regel selbstständig oder, je nach Altersgruppe, mit Begleitperson im Rollstuhl fortzubewegen. Bei der individuellen Versorgung sind außerdem • Körpergröße und Körpergewicht (max. Zuladung 60 kg) •...
Seite 7
Sitze und die dazugehörigen Rückhaltesysteme nutzen. Nur so sind Insassen bei einem Unfall optimal geschützt. Unter Verwendung der von Otto Bock angebotenen Sicherungselemente und dem Einsatz geeigneter Rückhaltesysteme, kann der Aktivrollstuhl BRAVO Racer als Sitz beim Transport im Behindertentransportkraftwagen genutzt werden.
Seite 8
Gefahr beim Fahren VORSICHT Unfallgefahr beim fahren ohne Erfahrung� Dies kann zu Stürzen und anderen gefährlichen Situa- tionen führen. Üben Sie daher zuerst gemeinsam mit dem Kind den Rollstuhl-Umgang auf ebenem, überschaubarem Gelände. Erforschen Sie gemeinsam mit dem Kind die Auswirkungen von Schwer- punktverlagerungen auf das Verhalten des Rollstuhls, zum Beispiel auf Gefällestrecken, Steigungen, bei sämtlichen Neigungen oder beim Überwinden von Hindernissen, aber nur mit sicherer Unterstützung eines Helfers.
Seite 9
VORSICHT Klemmgefahr an bestimmten Baugruppen� Vermeiden Sie das Hineingreifen in den Klemmbereich – beim Umklappen der Rückenlehne am Seitenteil, – am Bremshebel im Seitenteil und – zwischen Bremsdruckbolzen und Antriebsrad. Gefahr durch Montage-/Einstellfehler VORSICHT Kippgefahr durch falsch eingestellte Räder� Bei extremen Einstellungen (z. B. Antriebsräder in vor- derster Position montiert) und ungünstiger Körperhaltung kann der Rollstuhl bereits auf ebener Fläche umkippen.
Seite 10
VORSICHT Unfallgefahr durch schlechte Bereifung� Eine nicht ausreichende Profiltiefe der Bereifung, reduziert die Haftung. Beachten Sie, dass Sie bei Fahrten im öffentlichen Straßenverkehr der Straßenverkehrs- ordnung unterliegen. Gefahr der Hautschädigungen VORSICHT Vorsicht bei nicht intakter Haut� Das Benutzen des Rollstuhles bei nicht intakter Haut kann zu medizi- nisch indizierten Komplikationen wie z.
Warnungen vor Schäden am Rollstuhl HINWEIS Schäden durch Überladung� Die maximale Zuladung des Aktivrollstuhls BRAVO Racer beträgt 60 kg� HINWEIS Beschädigung durch aufliegende Gegenstände� Werden Hilfsmittel im zusammengefalteten Zustand transportiert, kann das Gewicht aufliegender Gegenstände zu Deformationen und in der Folge zu Pro- blemen beim Auffalten führen.
3 Anlieferung und Herstellung der Gebrauchsfähigkeit VORSICHT Klemmgefahr� Zum Klappen bzw. Falten nur an die dargestellten Bauteile greifen. Ihr Rollstuhl wird in der Regel komplett montiert mit eingeklapptem Rückenteil und demontierten Antriebsrädern angeliefert. Um ihn gebrauchsfertig zu machen, genügen drei einfache Handgriffe: 1) Entriegeln Sie die Rückenlehne, indem Sie den Seilzug ziehen (Abb.
4 Transport Mit wenigen Handgriffen kann der BRAVO Racer in einige, besser zu verstauende Einheiten geteilt werden. Entnehmen Sie die Antriebsräder, indem Sie den Knopf der Steckachse drücken, wie im vorigen Kapitel beschrieben (Abb. 4). Entriegeln Sie die Rückenlehne mittels des Seilzuges (Abb.
Seite 14
Arretieren Sie hierzu zunächst die Feststellbremsen (Abb. 7). Üben Sie den Ein- und Ausstieg mit dem Kind, bis er sicher gelingt. Ob dieser mit oder ohne Begleitpersonenunterstützung erfolgen soll, muss dabei in jedem Einzelfall entschieden werden. Als Stütz- bzw. Greifpunkte für den Schritt bis zum Fußbrett kann der Vorderrahmen genutzt werden (Abb.
Seite 15
Manövrieren Sie dazu den Rollstuhl zunächst in einen Winkel von ca. 45° zu dem Sitzmöbel oder Rollstuhl, von dem aus transferiert werden soll (Abb. 11). Arretieren Sie die Feststellbremsen. Zum Abstützen während des Transfers sind Sitzfläche/Rückenfläche, Greifreifen und Seitenteile geeignet (Abb. 12). Der Transfer sollte mit einer Hilfsperson geübt werden, bis er sicher gelingt.
Ihr Rollstuhl ist als Baukastensystem ausgelegt. Das heißt, dass Sie bestimmte Optionen und Zubehörteile an Ihrem Rollstuhl adaptieren können. Grundsätzlich empfehlen wir die Verwendung eines Sitzkissens. Die Sitzbespannung des BRAVO Racer verfügt über einen Flausch, so dass Sitzkissen mit Klettunterlage darauf fixiert werden können. Die im Bestellblatt aufgeführten Kissen verfügen allesamt über eine solche Klettunterlage.
Schiebegriffe hängen. VORSICHT Verletzungsgefahr durch Kippen/Überschlagen� Bei Verwendung eines Rucksacks ist sicherzustel- len, dass die Kippstabilität des Rollstuhls nicht beeinträchtigt wird. Otto Bock empfiehlt immer den Kippschutz 2 x (links/rechts) zu verwenden. INfORMATION Eine Aussage über das Maximalgewicht des Rucksacks ist nicht möglich. Die maximal mögliche Anhängelast hängt von vielen Faktoren ab wie z.
5.6 Fußraste, unabhängig winkelverstellbar (Abb. 21) Die Fußraste des BRAVO Racer folgt serienmäßig dem Winkel der Sitzeinheit. Ist eine von der Sitzeinheit unabhängige Lösung gewünscht, kann bei der gezeigten Option der Winkel der Fuß- auflage durch Lösen der Klemmschrauben (Abb. 22) individuell eingestellt werden.
5.9 Rückenbespannung atmungsaktiv (Abb. 26) Die Rückenbespannung des BRAVO Racer ist serienmäßig anpassbar. Die dargestellte Option verfügt über eine Polsterung aus Abstandsgewirke, welche die Luft zirkulieren lässt. So wird im Sommer ein Wärmestau und Schweißbildung verhindert, im Winter hält sich Körperwärme im Gewebe.
5.11 Schiebestange (Abb. 28) Die abnehmbare Schiebestange bietet der Begleitperson hohen Komfort bei der Steuerung des Rollstuhls. Die Stange lässt sich teleskopieren, so dass eine ergonomische Position für das Schieben und Ankippen des Rollstuhls werkzeuglos eingestellt werden kann. Sturzgefahr durch falsches Anheben� Verwenden Sie die Schiebestange nicht zum VORSICHT Anheben des Rollstuhls 5.12 Design-Kleiderschutz (Abb.
5.14 Therapietisch (Abb. 31) Diese Option ermöglicht Tätigkeiten, Spiel und Therapie auf einer entfernbaren Tischplatte direkt im Rollstuhl. 5.15 Designlenkrollen (Abb. 32) Sie verbessern die Optik des Rollstuhls. Abb. ähnlich 5.16 Leuchtrollen (Abb. 33) Sie werten den Rollstuhl optisch auf und stellen gleichzeitig ein Element der passiven Sicherheit dar.
5.18 Infinity Ultralight-Felge (Abb. 35) Gewichtsersparnis verbessert stets die Manövrierbarkeit eines Rollstuhls, zusätzlich wird das Verladen erleichtert. Kommt es auf jedes Gramm Gewicht an, stellen diese ultraleichten Spezi- alfelgen eine wirksame Reduktion dar. 5.19 Antriebsrad mit Trommelbremse (Abb. 36) Wird anstelle oder zusätzlich zu der serienmäßigen Benutzerbremse eine Begleiterbremse be- nötigt, ist diese Option zu wählen.
Rollstuhl sitzen will und wie das Handling sein soll. Der Aktivrollstuhl BRAVO Racer bietet dem Anwender daher viele Möglichkeiten, den Rollstuhl bedarfsgerecht einzustellen. Ermitteln Sie zusammen mit dem Anwender bei Ihrem Sanitätshändler oder Therapeuten die richtigen Einstellungen des Rollstuhls.
6.2 Längsverstellung des Fußbrettes (Abb. 40, 41) Für die Längsverstellung des Fußbrettes lösen Sie die vier Schrauben auf der Oberseite der Fußplatte soweit an, dass Sie das Fußbrett auf den Fußbrettbügeln verschieben können (Abb. 40). Ziehen Sie die Schrauben nach Erreichen der gewünschten Position wieder fest. Genügt die Einstellmöglichkeit nicht, lösen Sie die vier Schrauben komplett und versetzen Sie die Fußplatte entweder in die vorderste oder die hinterste Position (Abb.
Achten Sie darauf, dass alle Verschraubungen wieder fest angezogen sind, bevor INfORMATION der Rollstuhl verwendet wird. Das richtige Anzugsmoment der Verschraubung (Bild 42, Markierung A) beträgt 10 Nm. 6.4 Einstellung des Sitzwinkels (Abb. 44, 45, 46) Lösen Sie die beiden Hutmuttern auf der Vorderseite des Verstellrohres (Abb. 44, Markierung A) leicht an.
Achten Sie darauf, dass die vertikale Position des Verstellrohrs auf der Achsaufnahme INfORMATION bzw. dem Grundrahmen auf beiden Seiten stets gleich ist. Achten Sie darauf, dass alle Verschraubungen wieder fest angezogen sind, bevor der INfORMATION Rollstuhl verwendet wird. 6.5 Feinjustierung Sitz- / Fußbrettwinkel (Abb. 47, 48) Das Sitzrohr weist auf der Unterseite eine Profilschiene auf (Abb.
6.6 Längsverstellung der Sitzeinheit (Schwerpunkt) (Abb. 48) Das Sitzrohr weist auf der Unterseite eine Profilschiene auf. Es wird auf beiden Seiten über je vier Nutensteine fixiert. Am oberen Ende des Verstellrohres sitzt eine Kontermutter, die Sie zunächst öffnen. Lösen Sie anschließend auf beiden Seiten die Verschraubungen der Nutensteine (Abb.
6.8 Änderung des Rückenwinkels (Abb. 50) Aus therapeutischen Gründen kann es sinnvoll sein, den voreingestellten Winkel zwischen Sitz und Rücken individuell anzupassen. Dazu lösen Sie zunächst die Schrauben unterhalb der Kleiderschutzlippe im Radlauf der An- triebsräder an (Abb. 50, Markierung A). Dann entfernen Sie die hintere Schraube aus dem Lochblech der Rückeneinheit (Abb.
6.10 Einstellung der Bremse Die Bremsen werden über Kabelzüge betätigt. Wenn das Bremsverhalten aufgrund von Reifen- oder Materialverschleiß nachlässt, muss die Bremse neu justiert werden. Öffnen Sie dazu die Muttern an der Bremshebelbaugruppe am unteren Rahmen, und bringen Sie durch Lösen oder Festziehen der Muttern den Kabelzug auf die erwünschte Vorspannung.
6.11 Montage des Rahmenzubehörs (Abb. 53, 54) Der Sechskant des Antriebsradadapters dient ausschließlich zur formschlüssigen INfORMATION Aufnahme von Rahmenzubehör. Versuchen Sie niemals mit dem Schraubenschlüssel diese Verbindung zu lösen. Zum Nachrüsten des Montagezubehörs (Kippschutz, Ankipphilfe, Stockhalter, Transitrollen) entfernen Sie zunächst die Antriebsräder. Verfahren Sie zunächst, wie unter Punkt 6.3 in die- sem Kapitel beschrieben, bis Sie das U-förmige Teil gelöst haben.
7 Wartung, Reinigung, Desinfektion 7.1 Wartung Ihr Rollstuhl ist mit der CE-Kennzeichnung versehen. Hiermit stellt der Hersteller sicher, dass dieses Medizinprodukt insgesamt die Anforderungen der EU Richtlinie 93/42/EWG erfüllt. Grundsätzlich ist vor jedem Einsatz die Funktionsfähigkeit des Rollstuhles, insbesondere der Bremsen, zu überprüfen.
• Benutzen Sie den Rollstuhl nicht im Salzwasser und vermeiden Sie nach Möglichkeit auch, dass Sand oder sonstige Schmutzpartikel die Lagerung der Räder angreifen können. • Besonders in der Anfangszeit oder nach Einstellarbeiten am Rollstuhl sollte die Festigkeit der Schraubverbindungen überprüft werden. Sollte sich eine Schraubverbindung wiederholt lösen, wenden Sie sich bitte an den zuständigen Fachhändler.
Reifen • Beginnen Sie hinter dem Ventil, die untere Reifenseite über den Felgenrand zu drücken. Pumpen Sie dann den Schlauch schwach auf, bis er seine runde Form annimmt und legen Sie ihn in den Reifen ein. • Prüfen Sie, ob der Schlauch rundum faltenlos liegt; falls nicht, lassen Sie etwas Luft ab. Nun können Sie die obere Reifenseite, gegenüber dem Ventil beginnend, leicht mit beiden Händen aufs Ventil hinmontieren.
Seite 76
Lindenstraße 13 · 07426 Königsee/Germany Hersteller/Manufacturer: Otto Bock Mobility Solutions GmbH Lindenstraße 13 · 07426 Königsee/Germany Phone +49 69 9999 9393 · Fax +49 69 9999 9392 ccc@ottobock.com · www.ottobock.com Otto Bock has a certifi ed Quality Management System in accordance with ISO 13485.