7.4.2
Nullabgleich
Da die Differenzdrucksensoren und Relativdrucksensoren lageabhängig sein können, muss beim
Wechsel des Aufstellungsortes für die Differenzdrucksensoren bzw. der Relativdrucksensoren immer
ein Nullabgleich erfolgen.
Außerdem sollte der Nullabgleich in regelmäßigen Zeitabständen durchgeführt werden, um
Langzeitdriften der Sensoren auszugleichen.
Der Nullabgleich gilt für alle Sensoreingänge, die für einen Nullabgleich freigegeben sind. Jeder
Sensoreingang kann einer von bis zu drei Gruppen zugeordnet werden. Alle Sensoren, die sich in der
gleichen Gruppe befinden, werden gleichzeitig abgeglichen.
Achten Sie bei lageabhängigen Sensoren wie z. B. ölgefüllten Drucksensoren auf die
ordnungsgemäße Lage. Speziell bei den Differenzdrucksensoren der Serie 3051 kommt es
regelmäßig vor, dass schon bei geringer Schräglage die unausgeglichene Gewichtskraft der Ölfüllung
die Messzelle so belastet, dass ihr Messbereich zumindest teilweise aus dem elektrisch darstellbaren
Bereich verschoben ist. Der hier beschriebene Nullabgleich kann diesen Effekt natürlich nicht
kompensieren!
Der Abgleich von Drucksensoren ist nur in vollkommen strömungs- bzw. druckfreiem Zustand sinnvoll.
Wenn dieser Betriebszustand nicht automatisch durch Ventile hergestellt wird, müssen Sie durch
entsprechende Eingriffe einen geeigneten Betriebszustand herstellen. Z. B. empfiehlt es sich bei
Differenzdrucksensoren, die Druckanschlüsse miteinander zu verbinden. Dadurch werden Effekte von
Zugluft usw. vermieden.
Der Nullabgleich ist nur bei einem thermisch ausgeglichenen System sinnvoll. D. h. nach dem
Einschalten des Systems sollte ca. 30 Minuten gewartet werden, bei einem z. B. durch Ortswechsel
bedingten Wechsel der Umgebungstemperatur noch deutlich länger. Unabhängig davon kann die
Wartezeit bei thermostatisierten Sensoren bis zu 4 Stunden betragen! In diesem Fall möglichst das
System bzw. die Sensorversorgung immer eingeschaltet lassen.
Der Nullabgleich kann für jeden Sensor einzeln manuell ausgeführt werden oder als automatischer
Ablauf per Fernsteuerbefehl (RS232, Netzwerk oder SPS) oder Tastendruck gestartet werden. Der
automatische Ablauf ist in Kapitel 5.5.53 dokumentiert.
7.4.2.1
Manueller Nullabgleich einzelner Sensoren
Der manuelle Nullabgleich ist nur im Testmodus möglich. Der Testmodus ist nicht zugänglich, wenn
der Controller über S0010 auf externe Steuerung eingestellt ist (z. B. SPS-Betrieb).
Wenn der Controller auf externe Steuerung eingestellt ist, aktivieren Sie mit der Funktionstaste
„F1" den Editiermodus, blättern zu Parameter S0010, notieren sich den ursprünglichen Wert und
ändern den Wert entsprechend der Angaben zum Parameter S0010 (siehe Kapitel 9.7.1).
Verlassen Sie den Editiermodus mit Übernahme der Änderung (Funktionstaste „F2" 3 Sekunden
lang halten).
Aktivieren Sie mit der Funktionstaste „F3" den Testmodus und wählen Sie mit der Funktionstaste
"F1" den Eingang zu dem Sensor, der auf Null abgeglichen werden soll.
Um den Sensor auf Null abzugleichen, rechte Pfeiltaste „>" 3 Sekunden lang halten.
Wenn ein Nullabgleich für den gewählten Sensor freigegeben ist, führt das LMF nun eine
mittelwertbildende Messung durch und berechnet daraus eine Offset-Korrektur. Das Verfahren
dazu ist in Parameter S2x31 gespeichert, wobei x für die Nummer des Eingangs steht.
- oder -
Um den im Quelltext gespeicherten Offset-Wert der ursprünglichen Werkseinstellung wieder
herzustellen, linke Pfeiltaste „<" 3 Sekunden lang halten.
Sie können nun gleich den nächsten Sensor auf Null abgleichen, oder das Testmenü mit Speichern
der Änderungen verlassen (Funktionstaste „F2" 3 Sekunden lang halten).
Wenn Sie den Parameter S0010 geändert haben, stellen Sie den ursprünglichen Wert wieder her.
LMF V7.0
Referenzhandbuch
LMF
Seite 53