Referenzhandbuch
LMF
5.4
Virtuelle Ein- und Ausgänge (virtuelle SPS-Schnittstelle)
Die LMF Applikation kennt neben real existierenden digitalen Ein- und Ausgängen auch virtuelle, die
über eine separate Netzschnittstelle abfrag- oder setzbar sind.
Die Grundparameter für die Verbindung werden im Parameterblock S9500 eingestellt. Die Ausdrücke,
welche die Werte der virtuellen Ausgänge bestimmen, liegen im Parameterblock S1300. Innerhalb von
Steuerausdrücken kann der Wert eines virtuellen Eingangs mit der Funktion NI gelesen werden.
Weitere Informationen
Steuerausdrücke siehe Kapitel 6.3
•
Parameterblock S1300 siehe Kapitel 9.7.7
•
Parameterblock S9500 siehe Kapitel 9.7.36
•
5.4.1
Kommunikation
Zur Kommunikation mit einer Gegenstelle wartet das System auf eine externe Verbindungsaufnahme.
Zu einer Zeit ist nur eine Verbindung möglich. Die Kommunikation erfolgt über lesbare (ASCII) Strings,
einzelne Zeilen sind mit „Carriage Return" und „Line Feed" abgeschlossen. Das System versteht
folgende Nachrichten:
QUIT
NI zahl
QUIT beendet die Verbindung. Mit NI wird dem System eine Änderung der Eingangssignale mitgeteilt.
Jedes Bit der als Parameter angegebenen Zahl entspricht einem Eingang. Zulässig sind folgende
Zahlenformate:
Dezimal: [0-9]+
•
Dezimal: [0-9]+d
•
Hexadezimal: [0-9a-fA-F]+h
•
Dual; %[01]+
•
Oktal: &[0-7]+
•
Hexadezimal: $[0-9a-fA-F]+
•
Umgekehrt meldet der Controller über diese Verbindung auch jede Änderung der virtuellen Ausgänge.
Das Format, in dem die Daten bei einer Änderung der Ausgänge geschickt werden, ist mit dem
Parameter S9507 konfigurierbar. Die Definition des Formats entspricht dem beim Protokolldruck
(S93XX) verwendeten, mit der Abweichung, dass genau ein einziges Ganzzahlargument verfügbar ist,
nämlich der aktuelle Ausgabezustand. Damit die Gegenstelle den Anfangszustand kennt, wird er vom
Controller einmal direkt nach Verbindungsaufbau verschickt.
Weitere Informationen
Formatstrings siehe Kapitel 6.2
•
5.4.2
Timeouts
Verbindungsfehler (z. B. abgezogenes Netzwerkskabel) können aus technischen Gründen nur dann
bemerkt werden, wenn beide System Daten austauschen. Um sicherzustellen, dass solche Fehler
nicht unbemerkt bleiben, ist die Konfiguration von Timeouts möglich (und empfohlen).
Ist ein Empfangs-Timeout konfiguriert, dann geht das LMF von einem Fehler aus, wenn länger als die
eingestellte Zeit kein Kommando von der Gegenstelle empfangen wurde. Die bestehende Verbindung
wird abgebrochen und das System wartet auf eine neue Verbindung. Achtung: Wenn ein Empfangs-
Timeout konfiguriert ist, muss die Gegenstelle in regelmäßigen Abständen Daten senden, sonst wird
die Verbindung abgebrochen.
Ist ein Sende-Timeout konfiguriert, dann schickt das LMF seinerseits Daten spätestens in den
konfigurierten Abständen. Wird der Zustand der Ausgänge normalerweise nur dann versendet, wenn
sich etwas geändert hat, wird im Falle eines Sende-Timeouts der aktuelle Zustand auch dann
gesendet, wenn der Timeout abgelaufen ist.
Ein Wert von 0 für den jeweiligen Timeout-Parameter schaltet die Timeout-Behandlung ab.
5.4.3
Zugriffskontrolle
Zwei weitere Parameter erlauben die Einschränkung des Zugriffs auf die Schnittstelle. Siehe auch
Kapitel 5.2.6.
Seite 24
LMF V7.0