Referenzhandbuch
LMF
5 Schnittstellen für Fernbedienung
Zur Kommunikation mit Terminal-Programmen verwendet der im LMF enthaltene Controller S320
folgende logische Schnittstellen:
„Link"
•
„Comm"
•
„SPS-Schnittstelle" (Option, virtuell oder als Hardware-Schnittstelle)
•
„AK-Protokoll" (Option)
•
Die Schnittstelle „Link" unterstützt die Zusatzfunktionen des auf der CD mitgelieferten Terminal-
Programms S320 zu Programmierung und Inbetriebnahme, z. B. eine grafische Echtzeitdarstellung
von Messwerten.
Über die Schnittstelle „Comm" ist eine vollständige Fernbedienung möglich. Sie können Parameter
abfragen und ändern, Informationen abfragen oder Aktionen auslösen. Das Kommando HELP gibt
eine Übersicht über die verfügbaren Befehle aus. Dazu können Sie jedes handelsübliche Terminal-
Programm benutzen (ASCII-Modus), zum Beispiel das im Lieferumfang von Microsoft Windows
enthaltene Terminal-Programm Telnet. Die auf der mitgelieferten CD enthaltene S320-Software stellt
ebenfalls ein solches Terminal zur Verfügung.
Die optionale SPS-Schnittstelle kann zur Anbindung an eine übergeordnete Prozessteuerung, aber
auch an eine Hand-Fernbedienung oder einen PC verwendet werden. Das LMF arbeitet dabei in der
Regel als fremdgesteuerte Komponente, kann aber auch selbst als übergeordnete Prozesssteuerung
arbeiten. Die SPS-Schnittstelle kann als elektrische Digitalschnittstelle oder als virtuelle SPS-
Schnittstelle über TCP/IP realisiert sein. Die virtuelle SPS-Schnittstelle steht im Gegensatz zu den
anderen hier beschriebenen Schnittstellen nicht über RS232 zur Verfügung.
Siehe auch Abschnitt 5.4 und Kapitel 16 sowie ggf. in der Betriebsanleitung Kapitel "Optionen".
Die Schnittstelle „AK-Protokoll" ist eine Schnittstelle zur Fernsteuerung von Abläufen im Master-Slave-
Betrieb, kann also mit einer SPS-Schnittstelle verglichen werden. Sie wird auf besonderen
Kundenwunsch frei geschaltet und anwendungsspezifisch konfiguriert. Die allgemeinen Informationen
zum „AK-Protokoll" finden Sie in Abschnitt 5.6, anwendungsspezifische Zusatzinformationen ggf. in
der Betriebsanleitung, dort im Kapitel „Optionen".
Physikalisch können Sie die Verbindung zu allen Schnittstellen über den Ethernet-Anschluss (TCP/IP)
herstellen oder (mit Einschränkungen) die beiden RS232-Anschlüsse. Der RS232-Anschluss für die
Schnittstelle „Comm" ist in der Regel mit „RS232/Ser0" bezeichnet.
Verwenden Sie den Ethernet-Anschluss, so werden alle Schnittstellen über die IP-Adresse des
Controllers und unterschiedliche Portnummern identifiziert. Wird eine hohe Datenrate benötigt, (z. B.
grafische Echtzeitdarstellung zahlreicher Messwerte) so ist die Verwendung des Ethernet-
Anschlusses empfehlenswert.
Beispiel
telnet <IP-Adresse oder Name> <Portnummer>
Die IP-Adresse kann über die Schnittstelle „Link" eingestellt werden, indem zu diesem Zweck der
zugehörige RS232-Anschluss verwendet wird. Die Portnummern der Comm-Schnittstelle, der
virtuellen SPS-Schnittstelle und der AK-Schnittstelle sind über die Parameter S0020, S9500 und
S9600 festgelegt.
Hinweise
Die RS485-Anschlüsse dienen dem Anschluss serieller Sensoren. Da für die Vernetzung
•
mehrerer Controller inzwischen bessere Möglichkeiten zur Verfügung stehen, wird die
Verwendung der RS485-Anschlüsse für diesen Zweck nicht mehr unterstützt.
Wird eine der beiden RS485-Schnittstellen für interne serielle Sensoren benötigt, ist der
•
normalerweise für diese Schnittstelle vorgesehene Gehäusestecker nicht belegt.
Bei Sondergehäusen sind unter Umständen nur die konkret erforderlichen Anschlüsse
•
herausgeführt.
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LMF V7.0