4. Allgemeines
a) Das patentierte Reflex-Ladeverfahren
Das Reflex-Ladeverfahren basiert auf einem patentierten Verfahren zur Schnellladung von NiCd-
und NiMH-Akkus. Werden solche Akkus bzw. Akkupacks ausschließlich mit dem Reflex-Lade-
verfahren geladen, so ist bei teilentladenen Akkus keine vorherige Entladung bis zur
Entladeschlussspannung erforderlich. Der Memory-Effekt wird trotzdem sicher vermieden.
Ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens ist, dass extrem kurze Ladezeiten von nur 15 Minuten möglich
sind, ohne dass die angeschlossenen Akkus dadurch geschädigt werden. Im Gegenteil, durch das
Reflex-Ladeverfahren bleibt die Leistungsfähigkeit des Akkus erhalten, da es nicht zur Grobkristall-
bildung bei den chemisch aktiven Substanzen kommt.
Beim Reflex-Ladeverfahren wird also grundsätzlich mit hohen Ladeströmen gearbeitet, wobei
Ladezeiten von mehr als 4 Stunden nicht vorgesehen sind. Dementsprechend muss das Ladegerät
hohe Ausgangsströme liefern können.
Gerade im Modellbaubereich bietet das Reflex-Ladeverfahren Vorteile, wenn entladene Akkupacks
in kürzester Zeit wieder voll geladen zur Verfügung stehen sollen, ohne dass eine Vorentladung bis
zur Entladeschlussspannung erforderlich ist.
Der sogenannte Memory-Effekt bei NiCd-Akkus entsteht, wenn dieser Akku häufig im teilentladenen
Zustand mit konventioneller Ladetechnik geladen werden, bei sehr kleinen Lade- und Entlade-
strömen und bei längerer Lagerzeit ohne Benutzung.
Dabei bilden sich an der Nickel-Elektrode mehr oder weniger große Kalium-Hydroxid-
Kristalle, die zur Verringerung der effektiven Elektrodenfläche führen. Durch mehrfache
Entlade-/Ladezyklen ist der Memory-Effekt in den meisten Fällen wieder zu beseitigen.
Allgemein wird zur Verhinderung des Memory-Effekts bei NiCd-Akkus in regelmäßigen Zeitab-
ständen (jeder 5. bis 10. Ladezyklus) eine Entladung des Akkus bis zur Entladeschlussspannung
empfohlen.
Wird der zu ladende Akku mit einem sehr hohen Ladestrom beaufschlagt, so entstehen durch
Elektrolyse-Prozesse an den Elektroden kleine Sauerstoffbläschen, die zur Reduzierung der
Elektrodenfläche und somit zur Erhöhung des Innenwiderstands führen. Dadurch wird die Lade-
effektivität verschlechtert, und der Akku erwärmt sich mehr und mehr, da die Energie nicht mehr
vollständig aufgenommen werden kann.
Der Druck innerhalb des Akkus kann dann unzulässig hohe Werte erreichen, was
zum Ausgasen über das Sicherheitsventil des Akkus führt. Solche Akkus sind ein
Fall für die umweltgerechte Entsorgung.
Auch beim Reflex-Ladeverfahren entstehen zunächst aufgrund des hohen Ladestroms die Sauerstoff-
bläschen an den Elektroden. Durch periodisch auftretenden Entladeimpulse mit umgekehrtem
Stromfluss werden bei diesem Ladeverfahren die kleinen Bläschen gelöst und rekombiniert. Die 5ms
(0,005 Sekunden) kurzen Entladeimpulse müssen dabei einen Strom aufweisen, der dem 2,5- bis
3-fachen Wert des Ladestromes entspricht!
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