E ine Gleichspannung kann folglich nicht getriggert dar-
gestellt werden, was aber auch nicht erforderlich ist,
da eine zeitliche Änderung nicht erfolgt.
Die Triggerung kann durch das Meßsignal selbst (interne
Triggerung) oder durch eine extern zugeführte, mit dem
Meßsignal synchrone, Spannung erfolgen (externe
Triggerung).
Die Triggerspannung muß eine gewisse Mindestamplitude
haben, damit die Triggerung überhaupt einsetzt. Diesen Wert
nennt man Triggerschwelle. Sie wird mit einem Sinussignal
bestimmt. Wird die Triggerspannung intern dem Meßsignal
entnommen, kann als Triggerschwelle die vertikale Bildschirm-
höhe in mm angegeben werden, bei der die Triggerung gera-
de einsetzt, das Signalbild stabil steht und die TR-LED zu
leuchten beginnt. Die interne Triggerschwelle beim HM 604-
3 ist mit ≤5mm spezifiziert. Wird die Triggerspannung extern
zugeführt, ist sie an der TRIG. INP.-Buchse in V
In gewissen Grenzen kann die Triggerspannung viel höher
sein als an der Triggerschwelle. Im allgemeinen sollte der
20fache Wert nicht überschritten werden.
Der HM604-3 hat zwei Trigger-Betriebsarten, die nachste-
hend beschrieben werden.
Automatische Spitzenwert-Triggerung
Die Triggerung ist auf automatische Spitzenwert-Triggerung
geschaltet, wenn die im X-Feld befindliche NM-Anzeige nicht
leuchtet. Die Umschaltung zwischen normal Triggerung (NM-
Anzeige leuchtet) und automatischer Spitzenwert-Triggerung
erfolgt durch gleichzeitiges Drücken der beiden mit NORM
gekennzeichneten Drucktasten. Die Zeitablenkung wird bei
automatischer Spitzenwert-Triggerung auch dann periodisch
ausgelöst, wenn keine Meßwechselspannung oder externe
Triggerwechselspannung anliegt. Ohne Meßwechselspannung
sieht man dann eine Zeitlinie (von der ungetriggerten, also frei-
laufenden Zeitablenkung), die auch eine Gleichspannung an-
zeigen kann.
Bei anliegender Meßspannung beschränkt sich die Bedienung
im wesentlichen auf die richtige Amplituden- und Zeitbasis-
Einstellung bei immer sichtbarem Strahl.
Der TRIG. LEVEL (Triggerpegel)-Einsteller ist bei auto-
matischer Spitzenwert-Triggerung wirksam. Sein Ein-
stellbereich stellt sich automatisch auf die Spitze-Spit-
ze-Amplitude des gerade angelegten Signals ein und
wird damit unabhängiger von der Signal-Amplitude
und -Form.
Beispielsweise darf sich das Tastverhältnis von
rechteckförmigen Spannungen zwischen 1 : 1 und 100 : 1
ändern, ohne daß die Triggerung ausfällt.
Es ist dabei unter Umständen erforderlich, daß der TRIG.
LEVEL-Einsteller fast an den Anschlag zu stellen ist. Bei der
nächsten Messung kann es erforderlich werden, den TRIG.
LEVEL-Einsteller auf die Bereichsmitte zu stellen.
Diese Einfachheit der Bedienung empfiehlt die automatische
Spitzenwert-Triggerung für alle unkomplizierten Meßaufgaben.
Sie ist aber auch die geeignete Betriebsart für den ,Einstieg"
bei diffizilen Meßproblemen, nämlich dann, wenn das
Meßsignal selbst in Bezug auf Amplitude, Frequenz oder Form
noch weitgehend unbekannt ist. Daher wird beim Betätigen
der AUTO SET-Taste auf diese Triggerart umgeschaltet.
Die automatische Spitzenwert-Triggerung ist unabhängig von
der Triggerquelle und ist sowohl bei interner wie auch exter-
ner Triggerung anwendbar. Sie arbeitet oberhalb 20Hz.
Änderungen vorbehalten
In Kombination mit alternierender Triggerung (Anzei-
gen TRI und TRII im Y-Feld leuchten) wird die
Spitzenwerterfassung abgeschaltet, während die
Triggerautomatik erhalten bleibt.
Der TRIG. LEVEL-Einsteller bleibt wirksam. Bei falscher TRIG.
LEVEL-Einstellung erfolgt die Darstellung ungetriggert.
Normaltriggerung
Mit Normaltriggerung (beide NORM-Tasten im X-Feld
gleichzeitig drücken, bis NM-Anzeige leuchtet) und
passender TRIG. LEVEL-Einstellung kann die Auslö-
sung, bzw. Triggerung der Zeitablenkung, an jeder
Stelle einer Signalflanke erfolgen. Der mit dem TRIG.
LEVEL-Knopf erfaßbare Triggerbereich ist stark abhän-
gig von der Amplitude des Triggersignals.
zu messen.
Ist bei interner Triggerung die Bildhöhe kleiner als 1 cm, er-
ss
fordert die Einstellung wegen des kleinen Fangbereichs et-
was Feingefühl.
Bei falscher TRIG. LEVEL-Einstellung und bei fehlen-
dem Triggersignal bleibt der Bildschirm dunkel.
Mit Normaltriggerung sind auch komplizierte Signale
triggerbar. Bei Signalgemischen ist die Triggermöglichkeit
abhängig von gewissen periodisch wiederkehrenden Pegel-
werten, die u.U. erst bei gefühlvollem Drehen des LEVEL-
Knopfes gefunden werden. Weitere Hilfsmittel zur Triggerung
sehr schwieriger Signale sind der Zeit-Feinstellknopf (VAR.
2.5:1), die HOLDOFF-Zeiteinstellung und der DELAY-Betrieb.
Sie werden weiter unten besprochen.
Flankenrichtung
Die Triggerung kann bei automatischer und bei
Normaltriggerung wahlweise mit einer steigenden oder einer
fallenden Triggerspannungsflanke einsetzen. Die Flanken-
richtung ist mit der im X-Feld befindlichen ñ-Taste (SLOPE)
einstellbar. Leuchtet die oberhalb der ñTaste mit einem Mi-
nuszeichen (-) gekennzeichnete Anzeige nicht auf, können nur
ansteigende (+) Flanken, die vom negativen Potential kom-
mend zum positiven Potential ansteigen, die Triggerung aus-
lösen. Das hat mit Null- oder Massepotential und absoluten
Spannungswerten nichts zu tun. Die positive Flankenrichtung
kann auch im negativen Teil einer Signalkurve liegen. Eine fal-
lende Flanke (Minuszeichen leuchtet) löst die Triggerung sinn-
gemäß aus. Dies gilt bei automatischer und bei
Normaltriggerung. Mit jedem Tastendruck wird die Flanken-
richtung in den jeweils anderen Zustand umgeschaltet.
Die Flankenrichtungseinstellung wird durch AUTO SET nicht
beeinflußt.
Triggerkopplung
Die Ankopplungsart und der Durchlaß-Frequenzbereich des
Triggersignals können mit den NORM-Tasten bestimmt wer-
den. Die Anzeige erfolgt auf der oberhalb der Tasten ange-
ordneten Triggerkopplung-Skala. Ein einmaliges kurzes Betä-
tigen einer der Tasten schaltet einen Schritt nach oben (obe-
re NORM-Taste) oder nach unten (untere NORM-Taste). Mit
konstantem Tastendruck wird ein automatisches Weiter-
schalten in die gewählte Richtung ausgelöst, bis die obere
oder untere Endstellung der Triggerkopplungs-Anzeige er-
reicht ist.
AC:
Triggerbereich <20Hz bis 100MHz.
Dies ist die am häufigsten zum Triggern benutzte
Kopplungsart. Unterhalb 20Hz und oberhalb 100 MHz
steigt die Triggerschwelle zunehmend an. AUTO SET
schaltet immer auf AC-Triggerkopplung.
15