Prüfung ist gefährlich und bedingt eine entsprechend ausge-
bildete Fachkraft. Außerdem ist die Impedanz zwischen dem
Schutzleiteranschluß an der Netzsteckerbuchse und jedem
berührbaren Metallteil des Oszilloskops zu prüfen. Sie darf
0,1 nicht überschreiten.
Betriebsspannungen
Alle Betriebsgleichspannungen im HM604-3 werden bereits
durch das Schaltnetzteil elektronisch stabilisiert. Die noch-
mals stabilisierte Spannung +12V ist einstellbar. Sie dient als
Referenzspannung für die Stabilisierung der -12V und -2025V
Gleichspannungen. Wenn eine der Gleichspannungen 5%
vom Sollwert abweicht, muß ein Fehler vorliegen.
Für die Messung der Hochspannung darf nur ein genügend
hochohmiges Voltmeter (>10MΩ) verwendet werden. Auf
dessen ausreichende Spannungsfestigkeit ist unbedingt zu
achten. In Verbindung mit einer Kontrolle der Betriebsspan-
nungen ist es empfehlenswert, auch deren Brumm- bzw.
Störspannungen zu überprüfen. Zu hohe Werte können oft-
mals die Ursache für sonst unerklärliche Fehler sein. Die
Maximalwerte sind in den Schaltbildern angegeben.
Maximale und minimale Helligkeit
Für die Einstellung befinden sich auf der Netzteil-Leiterplatte
zwei Trimm-Potentiometer. Sie dürfen nur mit einem gut iso-
lierten Schraubendreher betätigt werden (Vorsicht Hochspan-
nung). Beide Trimmer sind voneinander abhängig. Daher
müssen die Einstellungen eventuell mehrmals wiederholt
werden. Nach dem Abgleich ist zu kontrollieren, ob der Strahl
auch im X-Y-Betrieb verdunkelt werden kann. Richtig einge-
stellt, müssen die im Testplan beschriebenen Forderungen
erfüllt sein.
Astigmatismus
Auf der CRT-Leiterplatte (Strahlröhrenhals) befindet sich ein
47kΩ-Trimmer, mit dem der Astigmatismus bzw. das Ver-
hältnis zwischen vertikaler und horizontaler Schärfe korrigiert
werden kann. Die richtige Einstellung ist auch abhängig von
der Y-Plattenspannung (ca. +42V). Man sollte diese daher
vorsichtshalber vorher kontrollieren. Die Astigmatismus-
korrektur erfolgt am besten mit einem hochfrequenten
Rechtecksignal (z.B. 1MHz). Dabei werden mit dem FOCUS-
Knopf zuerst die waagerechten Rechtecklinien scharf einge-
stellt. Dann wird am Astigm.-Pot. 47kΩ die Schärfe der senk-
rechten Linien korrigiert. In dieser Reihenfolge wird die Kor-
rektur mehrmals wiederholt. Der Abgleich ist beendet, wenn
sich mit dem FOCUS-Knopf allein keine Verbesserung der
Schärfe in beiden Richtungen mehr erzielen läßt.
Triggerschwelle
Die interne Triggerschwelle sollte bei 3 bis 5mm Bildhöhe liegen.
Fehlersuche im Gerät
Aus Gründen der Sicherheit darf das geöffnete Oszilloskop
nur über einen Schutz-Trenntransformator (Schutzklasse II)
betrieben werden.
Für die Fehlersuche werden ein Signalgenerator, ein ausrei-
chend genaues Multimeter und, wenn möglich, ein zweites
Oszilloskop benötigt. Letzteres ist notwendig, wenn bei
schwierigen Fehlern eine Signalverfolgung oder eine Stör-
spannungskontrolle erforderlich wird. Wie bereits erwähnt,
ist die stabilisierte Hochspannung (-2025V und +12kV) so-
wie die Versorgungsspannung für die Endstufen lebensge-
fährlich. Bei Eingriffen in das Gerät ist es daher ratsam, mit
längeren vollisolierten Tastspitzen zu arbeiten. Ein zufälliges
Berühren kritischer Spannungspotentiale ist dann so gut wie
ausgeschlossen.
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Selbstverständlich können in dieser Anleitung nicht alle mög-
lichen Fehler eingehend erörtert werden. Etwas Kombinati-
onsgabe ist bei schwierigen Fehlern schon erforderlich.
Wenn ein Fehler vermutet wird, sollte das Gerät nach dem
Öffnen des Gehäuses zuerst gründlich visuell überprüft wer-
den, insbesondere nach losen, bzw. schlecht kontaktierten
oder durch Überhitzung verfärbten Teilen. Ferner sollten alle
Verbindungsleitungen im Gerät zwischen den Leiterplatten,
zu Frontchassisteilen, zur Röhrenfassung und zur Trace-Ro-
tation-Spule innerhalb der Röhrenabschirmung inspiziert wer-
den. Diese visuelle Inspektion kann unter Umständen viel
schneller zum Erfolg führen als eine systematische Fehler-
suche mit Meßgeräten.
Die erste und wichtigste Maßnahme bei einem völligen Ver-
sagen des Gerätes ist, abgesehen von der Prüfung der Netz-
sicherungen, das Messen der Plattenspannungen an der Bild-
röhre. In 90% aller Fälle kann dabei festgestellt werden,
welches Hauptteil fehlerhaft ist. Als Hauptteile sind anzuse-
hen:
1. Y-Ablenkeinrichtung
3. Bildröhrenkreis
Während der Messung müssen die POS.-Einsteller der bei-
den Ablenkrichtungen möglichst genau in der Mitte ihres Stell-
bereiches stehen. Bei funktionstüchtigen Ablenkeinrichtungen
sind die Einzelspannungen jedes Plattenpaares Y ca. 42V und
X ca. 60V. Sind die Einzelspannungen eines Plattenpaares
stark unterschiedlich, muß in dem zugehörigen Ablenkteil ein
Fehler vorliegen. Wird trotz richtig gemessener Platten-
spannungen kein Strahl sichtbar, sollte man den Fehler im
Bildröhrenkreis suchen. Fehlen die Ablenkplattenspannungen
überhaupt, ist dafür wahrscheinlich die Stromversorgung
verantwortlich.
Austausch von Bauteilen
Beim Austausch von Bauteilen dürfen nur Teile gleichen oder
gleichwertigen Typs eingebaut werden. Widerstände ohne
besondere Angabe in den Schaltbildern haben (mit wenigen
Ausnahmen) eine Belastbarkeit von 1/5W (Melf) bzw. 1/8W
(chip) und eine Toleranz von 1%. Widerstände im
Hochspannungskreis müssen entsprechend spannungsfest
sein. Kondensatoren ohne Spannungsangabe müssen für eine
Betriebsspannung von 63V geeignet sein. Die Kapazitäts-
toleranz sollte 20% nicht überschreiten. Viele Halbleiter sind
selektiert. Sie sind im Schaltbild entsprechend gekennzeich-
net. Fällt ein selektierter Halbleiter aus, sollte auch der intak-
te Halbleiter des anderen Signalwegs erneuert werden. Bei-
de Bauteile sind durch selektierte zu ersetzten, weil sich sonst
Abweichungen der spezifischen Daten oder Funktionen er-
geben können. Der HAMEG-Service berät Sie gern und be-
schafft selektierte oder Spezialteile, die nicht ohne weiteres
im Handel erhältlich sind (z.B. Bildröhre, Potentiometer, Dros-
seln usw.).
Abgleich
Gemäß vielen Hinweisen in der Bedienungsanleitung und im
Testplan, lassen sich kleine Korrekturen und Abgleicharbeiten
zwar durchführen; es ist aber nicht gerade einfach, einen
vollständigen Neuabgleich des Oszilloskops selbst vorzuneh-
men. Hierzu sind Sachverstand, Erfahrung, Einhaltung einer
bestimmten Reihenfolge und mehrere Präzisionsmeßgeräte
mit Kabeln und Adaptern erforderlich. Deshalb sollten Poten-
tiometer und Trimmer im Innern des Gerätes nur dann ver-
stellt werden, wenn die dadurch verursachte Änderung an
der richtigen Stelle genau gemessen bzw. beurteilt werden
kann, nämlich in der passenden Betriebsart, mit optimaler
Tasten- und Potentiometer-Einstellung, mit oder ohne Sinus-
oder Rechtecksignal entsprechender Frequenz, Amplitude,
Anstiegszeit und Tastverhältnis.
2. X-Ablenkeinrichtung
4. Stromversorgung
Änderungen vorbehalten