0) dient. Das andere Signal kann dann einen vor- oder nach-
eilenden Phasenwinkel haben. Die Ablesegenauigkeit wird
hoch, wenn auf dem Schirm nicht viel mehr als eine Periode
und etwa gleiche Bildhöhe beider Signale eingestellt wird.
Zu dieser Einstellung können ohne Einfluß auf das Ergebnis
auch die Feinregler für Amplitude und Zeitablenkung und der
TRIG. LEVEL-Knopf benutzt werden. Beide Zeitlinien wer-
den vor der Messung mit den Y-POS.-Knöpfen auf die hori-
zontale Raster-Mittellinie eingestellt. Bei sinusförmigen Si-
gnalen beobachtet man die Nulldurchgänge; die Sinuskuppen
sind weniger geeignet. Ist ein Sinussignal durch geradzahli-
ge Harmonische merklich verzerrt (Halbwellen nicht spiegel-
bildlich zur X-Achse) oder wenn eine Offset-Gleichspannung
vorhanden ist, empfiehlt sich AC-Kopplung für beide Kanäle.
Handelt es sich um Impulssignale gleicher Form, liest man
an steilen Flanken ab.
Phasendifferenzmessung im Zweikanalbetrieb
t = Horizontalabstand der Nulldurchgänge in cm.
T = Horizontalabstand für eine Periode in cm.
Im Bildbeispiel ist t = 3cm und T = 10cm. Daraus errechnet
sich eine Phasendifferenz in Winkelgraden von
ϕ
oder in Bogengrad ausgedrückt
ϕ
π
Relativ kleine Phasenwinkel bei nicht zu hohen Frequenzen las-
sen sich genauer im XY-Betrieb mit Lissajous-Figur messen.
Messung einer Amplitudenmodulation
Die momentane Amplitude u im Zeitpunkt t einer HF-Träger-
spannung, die durch eine sinusförmige NF-Spannung
unverzerrt amplitudenmoduliert ist, folgt der Gleichung
Ω
Hierin ist
U
= unmodulierte Trägeramplitude,
T
Ω
= 2πF = Träger-Kreisfrequenz,
ω
= 2πf = Modulationskreisfrequenz,
= Modulationsgrad (i.a. ≤1≡ 100%).
m
Neben der Trägerfrequenz F entstehen durch die Modulation
die untere Seitenfrequenz F-f und die obere Seitenfrequenz
F+f.
14
π
Ω ω
Ω ω
Figur 1
Spektrumsamplituden und -frequenzen bei AM (m = 50%)
Das Bild der amplitudenmodulierten HF-Schwingung kann mit
dem Oszilloskop sichtbar gemacht und ausgewertet werden,
wenn das Frequenzspektrum innerhalb der Oszilloskop-Band-
breite liegt. Die Zeitbasis wird so eingestellt, daß mehrere
Wellenzüge der Modulationsfrequenz sichtbar sind. Genau
genommen sollte mit Modulationsfrequenz (vom NF-Gene-
rator oder einem Demodulator) extern getriggert werden).
Interne Triggerung ist unter Zuhilfenahme des Zeit-Feinstellers
oft möglich.
Figur 2
Amplitudenmodulierte Schwingung: F = 1MHz; f = 1kHz;
m = 50%; UT = 28,3mVeff.
Oszilloskop-Einstellung für ein Signal entsprechend Figur 2:
Kanal I-Betrieb. Y:
CH.I; 20mV/cm; AC.
TIME/DIV.:
0.2ms/cm.
Triggerung:
NORMAL; AC; int. mit Zeit-Fein-
steller (oder externe Triggerung).
Liest man die beiden Werte a und b vom Bildschirm ab, so
errechnet sich der Modulationsgrad aus
Hierin ist a = UT (1+m) und b = UT (1-m).
Bei der Modulationsgradmessung können die Feinstellknöpfe
für Amplitude und Zeit beliebig verstellt sein. Ihre Stellung
geht nicht in das Ergebnis ein.
Triggerung und Zeitablenkung
Die zeitliche Änderung einer zu messenden Spannung
(Wechselspannung) ist im Yt-Betrieb darstellbar. Hierbei lenkt
das Meßsignal den Elektronenstrahl in Y-Richtung ab, wäh-
rend der Zeitablenkgenerator den Elektronenstrahl mit einer
konstanten, aber wählbaren Geschwindigkeit von links nach
rechts über den Bildschirm bewegt (Zeitablenkung).
Im allgemeinen werden sich periodisch wiederholende
Spannungsverläufe mit sich periodisch wiederholender Zeit-
ablenkung dargestellt. Um eine „stehende" auswertbare
Darstellung zu erhalten, darf der jeweils nächste Start der
Zeitablenkung nur dann erfolgen, wenn die gleiche Position
(Spannungshöhe und Flankenrichtung) des Signalverlaufes
vorliegt, an dem die Zeitablenkung auch zuvor ausgelöst
(getriggert) wurde.
Änderungen vorbehalten