und HZ54 (1:1 und 10:1) zu benutzen. Das erspart u.U. die
Anschaffung eines Oszilloskops mit größerer Bandbreite. Die
genannten Tastköpfe haben zusätzlich zur niederfrequenten
Kompensationseinstellung einen HF-Abgleich. Damit ist mit
Hilfe eines auf 1MHz umschaltbaren Kalibrators, z.B. HZ60-
2, eine Gruppenlaufzeitkorrektur an der oberen Grenzfrequenz
des Oszilloskops möglich. Tatsächlich werden mit diesen
Tastkopf-Typen Bandbreite und Anstiegszeit des HM604-3
kaum merklich geändert und die Wiedergabe-Treue der Signal-
form u.U. sogar noch verbessert. Auf diese Weise könnten
spezifische Mängel im Impuls-Übertragungsverhalten nach-
träglich korrigiert werden.
Wenn ein Tastteiler 10:1 oder 100:1 verwendet wird,
muß bei Spannungen über 400V immer DC-Eingangs-
kopplung benutzt werden.
Bei AC-Kopplung tieffrequenter Signale ist die Teilung nicht
mehr frequenzunabhängig. Impulse können Dachschräge
zeigen, Gleichspannungen werden unterdrückt - belasten aber
den
betreffenden
Oszilloskop-Eingangskopplungs-
kondensator. Dessen Spannungsfestigkeit ist max. 400V (DC
+ Spitze AC). Ganz besonders wichtig ist deshalb die DC-
Eingangskopplung bei einem Tastteiler 100:1, der meist eine
zulässige Spannungsfestigkeit von max. 1200V (DC + Spitze
AC) hat. Zur Unterdrückung störender Gleichspannung darf
aber ein Kondensator entsprechender Kapazität und
Spannungsfestigkeit vor den Tastteiler geschaltet werden
(z.B. zur Brummspannungsmessung).
Bei allen Tastteilern ist die zulässige Eingangswechsel-
spannung oberhalb von 20kHz frequenzabhängig begrenzt.
Deshalb muß die ,,Derating Curve" des betreffenden
Tastteilertyps beachtet werden.
Wichtig für die Aufzeichnung kleiner Signalspannungen ist
die Wahl des Massepunktes am Prüfobjekt. Er soll möglichst
immer nahe dem Meßpunkt liegen. Andernfalls können evtl.
vorhandene Ströme durch Masseleitungen oder Chassisteile
das Meßergebnis stark verfälschen. Besonders kritisch sind
auch die Massekabel von Tastteilern. Sie sollen so kurz und
dick wie möglich sein.
Beim Anschluß des Tastteiler-Kopfes an eine BNC-
Buchse sollte ein BNC-Adapter benutzt werden. Da-
mit werden Masse- und Anpassungsprobleme elimi-
niert.
Das Auftreten merklicher Brumm- oder Störspannungen im
Meßkreis (speziell bei einem kleinen Ablenkkoeffizienten) wird
möglicherweise durch Mehrfach-Erdung verursacht, weil
dadurch Ausgleichströme in den Abschirmungen der
Meßkabel fließen können (Spannungsabfall zwischen den
Schutzleiterverbindungen, verursacht von angeschlossenen
fremden Netzgeräten, z.B. Signalgeneratoren mit Störschutz-
kondensatoren).
Bedienelemente
Zur besseren Verfolgung der Bedienungshinweise ist am Ende
des Anleitungstextes ein Frontbild mit Erläuterungspunkten
vorhanden.
Die Frontplatte ist, wie bei allen HAMEG-Oszilloskopen üb-
lich, entsprechend den verschiedenen Funktionen in Felder
aufgeteilt. Oben rechts neben dem Bildschirm im X-Feld be-
findet sich der Netz-Tastenschalter (POWER) mit Symbolen
für die Ein- (I) und Aus-Stellung (O). Darunter sind die beiden
Drehknöpfe für Helligkeit (INTENS) und Schärfe (FOCUS)
angebracht. Die mit TR (= trace rotation) bezeichnete Öff-
nung (für Schraubendreher) dient zur Strahldrehung. Bis auf
die rastende 1kHz/1MHz CAL. (Kalibrator)-Drucktaste, den
10
DEL. POS.- bzw. HOLD OFF- Drehknopf und die zuvor be-
schriebenen Bedienelemente, werden alle anderen
Bedienelemente des HM604-3 elektronisch abgefragt und
können ebenso gesteuert werden. Rechts davon sind die
Einstellelemente für die Zeitablenkung (TIME/DIV.),
Triggerung, automatische Geräteeinstellung (AUTO SET) und
Speicherung/Abruf der Geräteeinstellung (SAVE/RECALL)
angeordnet. Sie werden nachstehend im einzelnen erläutert.
Zeitbasis:
Mit den Pfeiltasten am unteren Rand des TIME / DIV.-Fel-
des werden die Zeitkoeffizienten in der Folge 1-2-5 gewählt.
Der gewählte Zeitkoeffizient wird durch eine LED der ms-
bzw. µs-Skala angezeigt. Im Sekunden-Zeitbereich leuchtet
zusätzlich die rote sec-LED, die auf der Frontplatte durch eine
Linie den Werten 0.2 und 0.5 verbunden ist. Ein kurzer Ta-
stendruck auf eine Pfeiltaste bewirkt die Umschaltung des
Zeitkoeffizienten auf den nächsten Wert der 1-2-5 Folge. Mit
konstantem Tastendruck führt das Oszilloskop die Schritte in
schneller Folge selbst aus, bis die Taste nicht mehr gedrückt
wird, oder der minimale bzw. maximale Zeitkoeffizient er-
reicht wurde. Mit der linken Pfeiltaste erhöht sich der Zeit-
koeffizient, bis die Anzeige 100ms leuchtet. Mit dem näch-
sten Betätigen der linken Taste wird die Zeitbasis auf 0,2s/
cm geschaltet; auf der ms Skala leuchtet dann 0.2ms und
zusätzlich die rote SEC (Sekunden)- Anzeige. Zwischenwerte
sind mit dem mit VAR. 2.5:1 bezeichneten Feinstellknopf ein-
stellbar. Er befindet sich am Rechtsanschlag in der
Kalibrationsstellung. Linksdrehung vergrößert den Zeit-
koeffizienten mindestens um den Faktor 2,5. So kann jeder
Zwischenwert innerhalb der 1-2-5 Abstufung eingestellt wer-
den. Wird die kalibrierte Stellung verlassen, blinkt die zuvor
konstant leuchtende TIME / DIV. - Anzeige.
Mit der Taste X-MAG. x10 wird die X-Dehnung aus- und ein-
geschaltet. Bei eingeschalteter X-Dehnung wird der Zeit-
koeffizient um den Faktor 10 verringert und die rote X-MAG.
x10-LED leuchtet. Der kleinste Zeitkoeffizient beträgt 5ns/
cm.
Der DEL. POS. und HOLD OFF gekennzeichnete Knopf (wird
nicht elektronisch abgefragt) hat eine Doppelfunktion. Ohne
(Zeit)-Ablenkverzögerung (keine der Anzeigen SEA - DEL -
DTR leuchtet) ist mit ihm die HOLD OFF -Zeit veränderbar
(HOLD OFF = Sperrzeit der Triggerung zwischen zwei auf-
einanderfolgenden Sägezahn-Starts).
Mit der unterhalb der DELAY -Anzeigen befindlichen Taste
wird die (Zeit)-Ablenkverzögerung (DELAY) gesteuert.
Der X-POS.-Knopf verändert die horizontale Strahllage. In
Verbindung mit X-Dehnung x10 ist damit der gedehnt darge-
stellte Ausschnitt der Signaldarstellung wählbar.
Zur Triggerung gehören:
• NORM.-Tasten zur Umschaltung von automatischer Spit-
zenwert- auf Normal-Triggerung (NM-LED leuchtet), zur
Wahl der Triggerkopplung und zur Wahl des Speicherplat-
zes, in den Geräteeinstellungen abgelegt bzw. von dem
sie abgerufen werden,
• TRIG. LEVEL-Knopf zur Triggerpegeleinstellung,
• ± -Taste zur Wahl der Triggerflankenrichtung (Slope) und
Anzeige-LED ( - ),
• TRIG.-LED (leuchtet bei einsetzender Triggerung).
• Triggerkopplungs-Anzeige (AC, DC, HF, LF, ~
(Netztriggerung), TV-L (TV Zeile) und TV-F (TV Bild) bzw.
Speicherplatz-Anzeige (S/R 1 bis 6)
Im X-Feld befindet sich dann noch die XY-Taste, mit der vom
Zeitbasisbetrieb (Yt) auf den XY-Betrieb des HM604-3 um-
geschaltet wird; dann leuchtet nur die XY-LED im TIME /
Änderungen vorbehalten