8.2.2.
Azyklische Kommunikation (DP-V1)
8.2.2.1.
Allgemeines
Bei PROFIBUS DPV1 kann ein Master mit einem azyklischen Buszugriff auf ein-
zelne Geräteeigenschaften zugreifen und sie auslesen oder neue Werte für diese
Eigenschaft eintragen. Hierfür müssen diese Eigenschaften genau adressiert
werden können, damit der Master weiß, wie er diese Eigenschaft ansprechen
kann. Diese Informationen stehen im Slot-Index-Verzeichnis. Ihm kann man ent-
nehmen, wie die einzelnen Geräteparameter angeordnet sind.
Die Adressierung der einzelnen Geräteparameter erfolgt in zwei Stufen: dem Slot
(≈ Überkapitel) und dem Index (≈ Eintrag in diesem Kapitel). Eine einfache Ana-
logie wäre auch Straße und Hausnummer. Mit dem Straßennamen auf einem
Brief wird der Stadtteil und die ungefähre Nachbarschaft festgelegt, mit der
Hausnummer kann das betreffende Empfängerhaus exakt erkannt werden. Durch
die Kombination dieser beiden Informationen kann das Ziel identifiziert werden.
Genau so ist es auch bei PROFIBUS DPV1. Zum Beispiel der Eintrag „Eingangs-
bereich des Messverstärkers" befindet sich im Slot 1 / Index 1. Mit dieser Informa-
tion kann auf diese Geräteeigenschaft zugegriffen werden. Man kann sie ausle-
sen oder auch einen neuen Wert eintragen um diese Eigenschaft zu ändern. Um
den adressierten Wert richtig auszulesen und interpretieren zu können, braucht
man noch weitere Informationen:
Was für ein Variablentyp ist dieser Wert? (
werden, wie müssen diese Bytes interpretiert werden? (Es macht z. B. keinen
Sinn, nur 3 Byte von einem 4-Byte-float zu lesen, der Zahlenwert kann so nicht
berechnet werden)).
Wie viele Bytes können unter dieser Adresse gelesen/geschrieben werden?
Wie kann auf diesen Wert zugegriffen werden? (
den Wert lesen und auch einen neuen Wert schreiben,
kann nur gelesen werden, wo (write only): Der wert kann nur geschrieben wer-
den).
Was sind gültige Werte für diesen Eintrag und was bedeuten sie? (z. B. bei
Slot1/Index2 „Speisespannung" kann kein Wert 8 eingetragen werden, diese
Speisespannung gibt es nicht. Auch wenn der Wert ‚3' ausgelesen wird, nützt das
alleine noch nichts, man muß dazu wissen, dass diese ‚3' „Speisespannung
= 10 V" bedeutet)
Weitere Hinweise:
Bei einem mit „EVENT!" gekennzeichneten Slot/Index wird durch einen schreibenden
Zugriff eines beliebigen U8-Bytes auf diesen Slot (bzw. Index) die in der Liste be-
schriebene Aktion ausgelöst.
Werte werden im Motorola-Format (Most Significant Byte first) in hexadezimaler
Form übertragen.
Falls diese Reihenfolge geändert werden soll, muß nur bei der Parametrierung das
LSB des 4. Bytes der user-param-bytes auf 1 gesetzt werden.
Die Fließkommazahlen (float) werden 32-Bit-floats (4 Byte) nach IEEE-754 über-
tragen. Sie werden im folgenden als REAL32 bezeichnet. Im Anhang A befindet
sich eine Erklärung der Codierung dieses Zahlenformates und eine kurze Anlei-
tung, wie die 4 Byte durch Bitmanipulationen in eine Fließkommazahl umzuwan-
deln sind.
Wie viele Bytes müssen gelesen
rw (read&write): man kann
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ro (read only): der Wert
Stand: 27.01.06