Allgemeines
Die folgenden Hinweise sollen dem Service-Techniker
helfen, am HM303 auftretende Abweichungen von den
Solldaten zu korrigieren. Dabei werden anhand des Test-
planes erkannte Mängel besonders berücksichtigt. Ohne
genügende Fachkenntnisse sollte man jedoch keine Ein-
griffe im Gerät vornehmen. Es ist dann besser, den
schnell und preiswert arbeitenden HAMEG-Service in
Anspruch zu nehmen. Er ist so nah wie Ihr Telefon. Unter
der Direktwahl-Nummer 069/6780520 erhalten Sie auch
technische Auskünfte. Wir empfehlen, Reparatureinsen-
dungen an HAMEG nur im Originalkarton vorzunehmen.
(Siehe auch ,,Garantie", Seite M 2).
Öffnen des Gerätes
Löst man die zwei Schrauben am Gehäuse-Rückdeckel,
kann dieser nach hinten abgezogen werden. Vorher ist der
Netzkabel-Stecker aus der eingebauten Kaltgerätedose
herauszuziehen. Hält man den Gehäusemantel fest, läßt
sich das Chassis mit Frontdeckel nach vorn hinausschie-
ben. Beim späteren Schließen des Gerätes ist darauf zu
achten, daß sich der Gehäusemantel an allen Seiten
richtig unter den Rand des Frontdeckels schiebt. Das
gleiche gilt auch für das Aufsetzen des Rückdeckels.
Warnung
Beim Öffnen oder Schließen des Gehäuses, bei einer
Instandsetzung oder bei einem Austausch von Teilen
muß das Gerät von allen Spannungsquellen getrennt
sein. Wenn danach eine Messung, eine Fehlersuche
oder ein Abgleich am geöffneten Gerät unter Span-
nung unvermeidlich ist, so darf das nur durch eine
Fachkraft geschehen, die mit den damit verbundenen
Gefahren vertraut ist.
Bei Eingriffen in den HM303 ist zu beachten, daß die
Betriebsspannungen der Bildröhre ca. 2kV und die der
Endstufen etwa 185V bzw. 141V betragen. Diese Poten-
tiale befinden sich an der Röhrenfassung sowie auf der
oberen und der unteren Leiterplatte. Solche Potentiale
sind ferner an den Check-Leisten auf der unteren und der
oberen Leiterplatte vorhanden. Sie sind lebensgefähr-
lich. Daher ist größte Vorsicht geboten. Ferner wird
darauf hingewiesen, daß Kurzschlüsse an verschiede-
nen Stellen des Bildröhren-Hochspannungskreises den
gleichzeitigen Defekt diverser Halbleiter und des
Optokopplers bewirken. Aus dem gleichen Grund ist das
Zuschalten von Kondensatoren an diesen Stellen bei
eingeschaltetem Gerät sehr gefährlich.
Kondensatoren im Gerät können noch geladen sein,
selbst wenn das Gerät von allen Spannungsquellen
getrennt wurde. Normalerweise sind die Kondensa-
toren ca. 6 Sekunden nach dem Abschalten entladen.
Da aber bei defektem Gerät eine Belastungsunterbre-
chung nicht auszuschließen ist, sollten nach dem
Abschalten der Reihe nach alle Anschlüsse der Check-
Leisten 1 Sekunde lang über 1k Ω Ω Ω Ω Ω mit Masse (Chassis)
verbunden werden.
Änderungen vorbehalten
Größte Vorsicht ist beim Umgang mit der Strahl-
röhre geboten. Der Glaskolben darf unter keinen
Umständen mit gehärteten Werkzeugen berührt oder
örtlich überhitzt (Lötkolben!) oder unterkühlt (Kälte-
spray!) werden. Wir empfehlen das Tragen einer
Schutzbrille (Implosionsgefahr).
Nach jedem Eingriff ist das komplette Gerät (mit
geschlossenem Gehäuse und gedrückter Netztaste
POWER) einer Spannungsprüfung mit 2200V Gleich-
spannung zu unterziehen (berührbare Metallteile ge-
gen beide Netzpole). Diese Prüfung ist gefährlich und
bedingt eine entsprechend ausgebildete Fachkraft.
Betriebsspannungen
Alle Betriebsgleichspannungen (+6,3V, +12V, −12V,
+141V, +185V, −2025V) im HM303 werden bereits durch
das Schaltnetzteil elektronisch stabilisiert. Die nochmals
stabilisierte Spannung +12V ist einstellbar. Sie dient als
Referenzspannung für die Stabilisierung der −12V und
−2025V Gleichspannungen. Wenn eine der Gleichspan-
nungen 5% vom Sollwert abweicht, muß ein Fehler
vorliegen.
Für die Messung der Hochspannung darf nur ein genü-
gend hochohmiges Voltmeter (>10MΩ) verwendet wer-
den. Auf dessen ausreichende Spannungsfestigkeit ist
unbedingt zu achten. In Verbindung mit einer Kontrolle der
Betriebsspannungen ist es empfehlenswert, auch deren
Brumm- bzw. Störspannungen zu überprüfen. Zu hohe
Werte können oftmals die Ursache für sonst unerklärliche
Fehler sein. Die Maximalwerte sind in den Schaltbildern
angegeben.
Maximale und minimale Helligkeit
Für die Einstellung befinden sich auf der Netzteil-Leiter-
platte zwei Trimm-Potentiometer (siehe Abgleichplan).
Sie dürfen nur mit einem gut isolierten Schraubendreher
betätigt werden (Vorsicht Hochspannung). Beide Trim-
mer sind voneinander abhängig. Daher müssen die Ein-
stellungen eventuell mehrmals wiederholt werden. Nach
dem Abgleich ist zu kontrollieren, ob der Strahl auch bei
gedrückter X-Y-Taste verdunkelt werden kann. Richtig
eingestellt, müssen die im Testplan beschriebenen Forde-
rungen erfüllt sein.
Astigmatismus
Auf der CRT-Leiterplatte (Strahlröhrenhals) befindet sich
ein 47kΩ-Trimmer, mit dem der Astigmatismus bzw. das
Verhältnis zwischen vertikaler und horizontaler Schärfe
korrigiert werden kann (siehe Abgleichplan). Die richtige
Einstellung ist auch abhängig von der Y-Plattenspannung
(ca. +85V). Man sollte diese daher vorsichtshalber vorher
kontrollieren. Die Astigmatismuskorrektur erfolgt am be-
sten mit einem hochfrequenten Rechtecksignal (z.B.
1MHz). Dabei werden mit dem FOCUS-Knopf zuerst die
waagerechten Rechtecklinien scharf eingestellt. Dann
Service-Anleitung
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