Die Regelung der Temperatur der eingeblasenen Kaltluft
erfolgt durch den ständigen Abgleich der Ist-Temperatur
mit der am Liquid Cooling Package eingestellten Soll-
Temperatur (voreingestellt +20°C).
Überschreitet die Servereintrittstemperatur den Soll-
Wert, öffnet der Regelkugelhahn im Kühlwassersystem
stufenlos (0 – 100 % Öffnungsgrad) und der Wärmetau-
scher wird mit kaltem Wasser versorgt.
Aus der Temperaturdifferenz zwischen Sollwert und ab-
gesaugter Warmluft wird die notwendige Lüfterdrehzahl
ermittelt und entsprechend eingeregelt. Die Regelung
versucht, durch Ansteuern des Regelkugelhahns die
Lufttemperatur vor der 19"-Ebene (LCP Rack) bzw. im
Kaltgang (LCP Inline und LCP Inline flush) konstant zu
halten.
Eventuell anfallendes Kondensat wird in der im Wasser-
modul des Liquid Cooling Package integrierten Konden-
satauffangwanne gesammelt und von dort über einen
Kondensatablaufschlauch nach außen geleitet.
Hinweis:
Die Wasservorlauftemperatur muss stets so
gewählt (geregelt) werden, dass sie bei be-
stehender Umgebungstemperatur und -luft-
feuchtigkeit im Rechenzentrum ständig über
dem Taupunkt liegt. Der Taupunkt lässt sich
aus dem Mollier-h-x-Diagramm ersehen
(Abb. 4).
Es wird darüber hinaus die Einhaltung des
ASHRAE-Standards „ASHRAE TC 9.9, 2011
Thermal Guidelines for Data Processing En-
vironments" empfohlen.
3.2
Luftkonditionen
Das Liquid Cooling Package dient dazu, die thermische
Last abzuführen, die vom IT-Equipment erzeugt wird. So
wird verhindert, dass der Aufstellort vom IT-Equipment
erwärmt wird. Werden IT-Systeme in zu hohen Umge-
bungstemperaturen betrieben, führt dies u. U. zu Fehl-
funktionen und zu einem eingeschränkten Betrieb des
Systems. Welche Systemtemperatur die richtige ist,
richtet sich nach den herstellerspezifischen Angaben.
Mit den Liquid Cooling Packages werden nur die thermi-
schen Lasten des IT-Equipments abgeführt, nicht je-
doch thermische Lasten, die durch Beleuchtung und an-
dere Wärmequellen entstehen. Diese Lasten müssen
von anderen raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anla-
gen) abgeführt werden. Diese RLT-Anlagen im Rechen-
zentrum sind zuständig für die Konditionierung der Luft-
qualität. Gibt es hier definierte Forderungen an die rela-
tive Feuchte am Aufstellort für den Betrieb des IT-
Equipments, lässt sich diese am effizientesten über die
RLT-Anlage regulieren.
Je nach Umgebungsbedingungen empfiehlt es sich ge-
nerell die dem Rechenzentrum zugeführte Zuluft über
eine RLT-Anlage zu regeln. So ist sichergestellt, dass es
nicht durch die Zufuhr von zu warmer bzw. zu feuchter
Rittal Liquid Cooling Package
3 Gerätebeschreibung
Luft in das Rechenzentrum zu Kondensation am Wär-
metauscher kommt. Falls zwingend mit Vorlauftempera-
turen unterhalb des Taupunkts gearbeitet werden muss,
so muss ebenfalls der Frischlufteintrag über eine RLT-
Anlage geregelt werden.
Unterliegt die RLT-Anlage im Rechenzentrum der
VDI 6022 (Hygieneanforderungen an raumlufttechnische
Anlagen und Geräte), so lässt sich eine Be- und Ent-
feuchtung der Zuluft in der RLT-Anlage effizienter und
hygienischer realisieren als in der direkten IT-Kühlung
durch ein Liquid Cooling Package.
Ist in einem Rechenzentrum eine zentrale RLT-Anlage
für die Grund-Klimatisierung installiert und soll eine LCP-
Kühlung zum Ausbringen der thermischen Lasten pro-
jektiert werden, müssen folgende Informationen vorlie-
gen:
– Relative Feuchte der Raumluft (Zuluft) in %
– Raumlufttemperatur (Zuluft-Temperatur) in °C
– Kaltwasser-Systemtemperatur (sofern vorhanden)
Hinweis:
ASHRAE (American Society of Heating, Ref-
rigerating and Air-Conditioning Engineers)
empfiehlt hier Server-Zulufttemperaturen von
18°C bis 27°C. Zur Projekttierung muss die
gewählte Server-Zulufttemperatur mit dem
Hersteller des IT-Equipments und dem Be-
treiber abgestimmt werden.
Mit den gegebenen Konditionen muss anhand des Mol-
lier-h-x-Diagramms geprüft werden, ob bei einer Küh-
lung mit der gegebenen Kaltwassertemperatur der Tau-
punkt unterschritten wird (Abb. 4 „Mollier-h-x-Dia-
gramm für feuchte Luft").
Die blauen Markierungen im Mollier-h-x-Diagramms zei-
gen beispielhaft die Bestimmung eines Taupunkts für
– Raumtemperatur: 22°C
– Relative Feuchte: 50 %
So ergibt sich hier ein Taupunkt von 11°C.
Sensible und latente Kühlleistung
Liegt die Oberflächentemperatur vom Wärmetauscher
des Liquid Cooling Package unterhalb des Taupunkts,
kommt es zur Kondensation am Wärmetauscher. Hier-
durch entstehen Kühlleistungsverluste, da die einge-
setzte Energie nur zur Kondensation benötigt wird (sog.
latente Kühlleistung).
Wird jedoch mit Kaltwassertemperaturen gearbeitet, bei
denen die Oberflächentemperatur des Wärmetauschers
über dem Taupunkt liegt, wird die eingesetzte Energie
nur zur Kühlung der Server-Zuluft verwendet (sog. sen-
sible Kühlleistung).
Eine bewährte hydraulische Schaltung, mit der einfach
und schnell die benotigte Wassermenge mit der korrek-
ten Temperatur zur Verfügung gestellt werden kann, ist
im Abschnitt 6.1.2 „Kühlwasseranschluss" beschrieben.
DE
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