Bei
einem
am
TIME/DIV.-Schalter
eingestellten
Zeitkoeffi-
zienten
von
0,05
jxs/cm
und
gedrOckter
Dehnungstaste
x1
ergabe das
Bildbeispiel
eine
gemessene
Gesamtanstiegs-
zeit
von
tges
=
1
,6cm
•
0,05ixs/cm
:
10
=
8 ns
Bei
sehr kurzen
Zeiten
ist
die
Anstiegszeit
des
Oszilloskop-
Vertikalverstarkers
und des
evti.
benutzten
Tastteilers
geo-
metrisch
vom
gemessenen
Zeitwert abzuziehen.
Die
Anstiegszeit
des
Signals
ist
dann
Dabei
ist
tges
die
gemessene
Gesamtanstiegszeit,
tos^
die
vom
Oszilloskop (beim
HM806
ca.
4,4
ns)
und
t,
die
des
Tastteilers, z.B.
=
2
ns.
Ist
tges
grower
als
34ns,
dann kann
die
Anstiegszeit
des
Vertikalverstarkers
vernachlassigt
werden
(Fehler
<1
%).
Obiges
Bildbeispiel ergibt
damit
eine Signal-Anstiegszeit
von
'8^
-
4,42
-
22
=
6
,
4 ns
Die
Messung
der Anstiegs- oder
Abfallzeit
ist
naturlich nicht
auf die
oben
im
Bild
gezeigte
Bild-Einstellung
begrenzt. Sie
ist
so
nur
besonders
einfach.
Prinzipiell
kann
in
jeder
Bild-
lage
und
bei beliebiger
Signalamplitude
gemessen
werden.
Wichtig
ist
nur, dafS
die
interessierende Signalflanke
in
vol-
ler
Lange
bei nicht
zu
grofSer
Steilheit
sichtbar
ist
und daU
der Horizontalabstand
bei
10%
und
90%
der
Amplitude
gemessen
wird. Zeigt die
Flanke Vor-
oder Uberschwingen,
sollte
man
die
100%
nicht
auf
die
Spitzenwerte
beziehen,
sondern
auf
die mittleren
Dachhohen. Ebenso
werden
Ein-
bruche oder
Spitzen
(glitches)
neben
der Flanke
nicht
berucksichtigt. Bei
sehr
starken
Einschwingverzerrungen
verliert
die
Anstiegs-
oder Abfallzeitmessung
alierdings
ihren Sinn.
EGr Verstarker mit
annahernd
konstanter Grup-
penlaufzeit
(also
gutem
Impulsverhalten)
gilt
folgende Zah-
lenwert-Gleichung
zwischen
Anstiegszeit ta
(in
ns)
und
Bandbreite
B
(in
MHz)
.
ta
Aniegen
der
Signalspannung
Vorsicht
beim Aniegen
unbekannter
Signale
an den
Vertikaleingang!
Ohne
vorgeschalteten
Tastteiler
sollte
der Schalter
fur die
Signalkopplung zunachst
immer
auf
AC
und
der
Eingangsteilerschalter auf
5
V/cm
stehen.
Ist
die
Strahllinie
nach
dem
Aniegen
der
Signalspannung
plotzlich
nicht
mehr
sichtbar,
kann es
sein,
daU
die
Signalamplitude
viel
zu
groR>
ist
und den
Vertikalverstarker
total
Gbersteuert
(siehe unter:
„Y-Uberbereichsanzeige").
Der
Eingangstei-
lerschalter
mu(S
dann nach
links
zurGckgedreht
werden,
bis
die vertikale
Auslenkung
nur
noch
3-8
cm
hoch
ist.
Bei
mehr
als
40
Vss
groSer Signalamplitude
ist
unbedingt
ein Tasttei-
ler
vorzuschalten.
Verdunkelt
sich die
Strahllinie
beim
Anie-
gen des
Signals
sehr
stark,
ist
wahrscheinlich
die
Perioden-
dauer des Medsignals wesentlich
langer
als
der einge-
stellte
Wert
am
TIME/DIV.-Schalter.
Letzterer
ist
dann
auf
einen
entsprechend
grolJeren Zeitkoeffizienten
nach
links
zu drehen.
Die
ZufGhrung des aufzuzeichnenden
Signals
an
den
Y-Ein-
gang des
Oszilloskops
ist
mit
einem
abgeschirmten
MefS-
kabel
wie
z.B.
FIZ32
und
HZ34
direkt
oder Gber
einen
Tast-
teiler
10:1
geteilt
moglich. Die
Verwendung
der
MeSkabel
an
hochohmigen
MelSobjekten
ist
jedoch nur
dann empfeh-
lenswert,
wenn
mit
relativ
niedrigen
Frequenzen
(bis
etwa
50
khlz)
gearbeitet
wird.
FGr
hohere Frequenzen mulS
die
MefJspannungsquelle
niederohmig,
d.h.
an
den
Kabel-Wel-
lenwiderstand
(in
der Regel
50Q) angepaSt
sein.
Beson-
ders
bei
der
Gbertragung von Rechteck- und
Impulssigna-
len
ist
das
Kabel unmittelbar
am
Y-Eingang
des
Oszillo-
skops
mit
einem
Widerstand
gleich
dem
Kabel-Wellenwi-
derstand abzuschlieUen.
Bei
Benutzung
eines
50Q-Kabels
wie
z.B.
FIZ34
ist
hierfGr
von
FIAMEG
der
50Q-Durchgangs-
abschlulS
HZ22
erhaltlich.
Vor
allem
bei
der Gbertragung
von Rechtecksignalen
mit kurzer Anstiegszeit
werden ohne
AbschlufS an
den
Flanken
und Dachern storende
Ein-
schwingverzerrungen
sichtbar.
Manchmal
empfiehit
sich
die
Verwendung
eines AbschlulSwiderstandes
auch
bei
Sinussignalen.
Gewisse
Verstarker,
Generatoren oder
ihre
Abschwacher
halten
die
Nenn-Ausgangsspannung
nur
dann frequenzunabhangig
ein,
wenn
ihr
AnschlulSkabel mit
dem
vorgeschriebenen Widerstand abgeschlossen
ist.
Dabei
ist
zu beachten,
dalS
man
den
AbschlufSwiderstand
FIZ22 nur mit
max.
2
Watt
belasten
darf.
Diese
Leistung
wird mit 10
Veff
oder
-
bei
Sinussignal
-
mit 28,3
erreicht.
Wird
ein Tastteiler
10:1
oder
100:1
verwendet,
ist
kein
AbschluU
erforderlich.
In
diesem
Fall ist
das AnschluUkabel
direkt
an
den hochohmigen
Eingang
des
Oszilloskops
ange-
paUt.
Mit
Tastteiler
werden
auch
hochohmige Spannungs-
quellen nur geringfGgig belastet
(ca.
10MQ
II
16 pF bzw.
100MQ
II
7pF
bei FIZ53).
Deshalb
sollte,
wenn
der durch
den
Tastteiler
auftretende
Spannungsverlust durch
eine
hohere
Empfindlichkeitseinstellung
wieder ausgeglichen
werden
kann,
nie
ohne
diesen
gearbeitet
werden.
AufJer-
dem
stellt
die
Langsimpedanz des
Teilers
auch
einen
gewissen
Schutz
fGr
den
Eingang des
Vertikalverstarkers
dar.
infolgedergetrennten
Fertigung
sindalle Tastteiler
nur
vorabgeglichen;
daher mulJ
ein
genauer
Abgleich
am
Oszil-
loskop
vorgenommen
werden
(siehe
„Tastkopf-Abgleich",
Seite
M
7).
Standard-Tastteiler
am
Oszilloskop verringern
mehr
oder
weniger dessen
Bandbreite
und erhohen
die Anstiegszeit.
In
alien Fallen, bei
denen
die
Oszilloskop-Bandbreite
voll
Anderungen
vorbehalten
M5
806