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Weitere Verbindungsarten; Horizontal-Vertikal Naht; Steigende Naht; Fallende Naht - Rotek Swg-M350P Benutzer- Und Wartungshandbuch

Inverter schutzgasschweißgerät
Inhaltsverzeichnis

6.5. Weitere Verbindungsarten

6.5.1. Horizontal-Vertikal Naht

Fixieren Sie ihr Werkstück und führen Sie wie vorher er-
wähnt an beiden Eckpunkten eine kurze Heftnaht durch. Im
Anschluss kann die Schweißung durchgeführt werden.
Wie schon unter 6.4.2. erwähnt kann es auch hier
notwendig/sinnvoll sein eine Mehrlagenschweißung
durchzuführen. Bei dieser Schweißart ist zu beach-
ten, daß die Schweißnaht einer Lage nicht breiter als
2x Elektrodendurchmesser sein sollte, da ansonsten
das Schmelzbad Richtung Basis abrutscht.
Bringen Sie nach dem Zünden des Lichtbogens die Elektrode
sofort in folgende Position:
- 45° von der vertikalen Platte entfernt
- 60-70° von der horizontalen Platte
Beim Mehrlagenschweißen ist darauf zu achten, daß immer
zuerst die Wurzellage, dann die untere und erst abschlie-
ßend die obere Lage geschweißt wird (siehe Abbildung).
6
3
5
1
2
4

6.5.2. Steigende Naht

Auch hier, zuerst Werkstück fixieren und an den Eckpunkten
heften. Nun kann die Schweißnaht ausgeführt werden.
Bringen Sie nach dem Zünden des Lichtbogens die Elektrode
sofort in folgende Position:
- 45° horizontaler Abstand (mittig zwischen den Platten)
- Elektrode ca. 10° nach unten geneigt
(in der Zeichnung mit 80° nach oben angedeutet).
Führen Sie die Schweißung mit kurzem Lichtbogen durch.
Die erste Lage muss gerade geführt werden (kein wandern).
Beim Mehrlagenschweißen und dem Entfernen der Schlacke
sind die Folgelagen in einem Arbeitsschritt durch hin- und
herwandern der Elektrode zu erzeugen (Dauer ca. 1s).
Achten Sie darauf, daß Sie an den Eckpunkten der Mehrlage
länger verweilen als in der Mitte (über der ersten Naht), da
ansonsten der Eckübergang nicht korrekt verschweißt wird.
Flott
Pause
Pause
Korrekte
Schweißnaht
mit Pause

6.5.3. Fallende Naht

Eine fallende Naht ist in der Regel einfach auszuführen. Sie
müssen lediglich darauf achten, daß die Elektrode vor der
Schlackenbildung gehalten wird.
Elektrodenposition:
- 45° horizontaler Abstand (mittig zwischen den Platten)
- Elektrode ca. 45° nach unten geneigt
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45°
60-70°
45°
80°
Falsche
Schweißnaht
ohne/falsche Pause
6.5.4. Überkopfnaht
Abgesehen von der umständlichen Körperhaltung beim Ar-
beiten ist eine Überkopfnaht nicht schwieriger durchzufüh-
ren als eine fallende Naht.
Wie schon zuvor erwähnt wird der zu schweißende Teil vor-
erst an den Ecken angeheftet.
Bringen Sie nach dem Zünden des Lichtbogens die Elektrode
in folgende Position:
- 45° von vertikaler und horizontaler Platte entfernt
- Elektrode 10° geneigt in Schweißrichtung
Sie werden feststellen, daß die Schweißnaht deutlich
mehr gewölbt ist, als bei anderen Schweißnähten.
Dies ist normal und durch die Schwerkraft bedingt.

6.5.5. Typische Fugenformen

In den meisten Fällen ist es möglich Stahl ohne besondere
Nahtvorbereitungen zu schweißen. Bei dicken Werkstücken
und bei Reparaturarbeiten schleift man jedoch in der Regel
die Verbindungsnaht an um eine korrekte Eindringtiefe der
Schweißnaht in das Grundmaterial zu gewährleisten.
Typische Fugenformen sind:
I-Stoß
Abhängig von
Plattenstärke
X-Stoß
MIG/WIG: ab Plattenstärke 10mm
MIG:70-90°
WIG:90°
0-2mm
Eckstoß
Bördel-Stoß
45°
10°
V-Stoß
MIG: ab Plattenstärke 10mm
WIG: Plattenstärke 5-12mm
MIG:70-90°
WIG:70-110°
MIG:0-3mm
WIG:1,6mm
Überlappstoß
T-Stoß
Bördel-Eckstoß
90-180°
DE
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