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Raumtemperaturregelung; Grundlagen; Regelverhalten; Regelungslogik - Dimplex Wpm Touch Bedienungsanweisung Für Den Benutzer Und Fachmann

Wärmepumpen-manager
Inhaltsverzeichnis
Deutsch

6.8 Raumtemperaturregelung

Die speziell für Wärmepumpen-Heiz- und Kühlanlagen entwi-
ckelte Raumtemperaturregelung ermöglicht einen hohen Kom-
fort bei maximaler Effizienz.
Im Mittelpunkt steht der Komfort des Bewohners, der in jedem
Raum die von ihm gewünschte Temperatur einstellt. Die intelli-
gente Raumtemperaturreglung ermittelt und optimiert die be-
nötigte Systemtemperatur.
Zu beachten sind dabei die Einflussfaktoren:
externer Wärmegewinne (z.B. solare Einstrahlung auf der
Südseite des Gebäudes),
Interne Wärmegewinne (z.B. Abwärme von technischen
Geräten, Kamin, etc.)
Trägheit und Speichermasse des Gebäudes (z.B. hochwär-
megedämmte Häuser kühlen in kalten Nächten nicht aus)

6.8.1 Grundlagen

Die Wärmepumpenregelung ermittelt die benötigte Sys-
temtemperatur, welche zur Beheizung der einzelnen Räume
notwendig ist. Um das System mit hoher Effizienz zu betreiben,
wird stets die optimale Rücklauftemperatur ermittelt.
Die empfundene Raumtemperatur wird nicht nur durch die
Lufttemperatur, sondern auch durch die Temperatur der Raum-
umschließungsflächen (Decke, Wände und Boden) bestimmt.
Deshalb regelt die intelligente Raumtemperaturregelung nicht
nur die Raumtemperatur, sondern zusätzlich die Speicher-
masse des Fußbodens.

6.8.2 Regelverhalten

In überhitzten Räumen, z.B. durch solare Energiegewinne, wird
die Fußbodenheizung auf der Raumsolltemperatur gehalten.
Dadurch kühlt trotz erhöhter Raumtemperatur der Fußboden
nicht aus.
Durch den Selbstregeleffekt der Fußbodenheizung wird ver-
mieden, dass der „warme" Fußboden zusätzlich Wärme an den
Raum abgibt.
Eine leichte Überhitzung von Räumen mit internen bzw. exter-
nen Wärmegewinnen wird bewusst herbeigeführt.
Sobald die Wärmegewinne wegfallen (z.B. Sonnenuntergang),
wird im Gegensatz zu einer herkömmlichen geregelten
Raumtemperatur eine Unterkühlung des Raumes vermieden,
da die Fußbodentemperatur schon auf dem Niveau der ge-
wünschten Raumtemperatur ist und bei einem Unterschreiten
der Solltemperatur sofort Wärme abgibt (Nutzung der Fußbo-
denheizung als Speicher).

6.8.3 Regelungslogik

Der Raum mit der höchsten Soll-Ist-Abweichung ist der
Referenzraum
Die permanente Berechnung der Rücklaufsolltemperatur
erfolgt in Abhängigkeit der Abweichung von „Raumtempe-
ratur" zu „Raumsolltemperatur"
Je größer die Abweichung, desto schneller wird die Rück-
laufsolltemperatur erhöht.
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6.8.4 Schaltverhalten der Stellventile

Die Stellventile werden vorzugsweise geöffnet, um den Selbst-
regeleffekt und die Speichermasse der Fußbodenheizung opti-
mal zu nutzen und die Laufzeiten der Wärmepumpe zu verlän-
gern. Nur unter bestimmten Bedingungen werden die Ventile
geschlossen.
Wärmepumpe aus
Die Stellventile werden nur dann geschlossen, wenn die
Fußbodentemperatur über der Raumtemperatur liegt
(Rücklauftemperatur ist größer als Raumtemperatur und
die Raumtemperatur liegt über der Raumsolltemperatur).
Wenn die Rücklauftemperatur kleiner als die Raumtempe-
ratur ist, kann Wärme vom Raum an den Fußboden abge-
geben werden. Dadurch kann Wärmeeintrag in die Fußbo-
denheizung abgeführt werden (z.B. Sonneneinstrahlung
bei bodentiefen Fenstern).
Wärmepumpe „Ein Heizen"
Die
Raumsolltemperatur überschritten wird (Raumtemperatur
liegt über der Raumsolltemperatur + einstellbare Hyste-
rese) und die aktuelle Systemtemperatur ≥ der aktuellen
Raumtemperatur ist.
Wärmepumpe „Ein Warmwasser- oder Schwimmbadberei-
tung"
Bei deaktivierten Heizungsumwälzpumpen werden alle
Stellventile geöffnet. Dadurch kann nach dem Wiederein-
schalten der Heizungsumwälzpumpen (Spüllauf) die Refe-
renz-Temperatur (Rücklauftemperatur) ermittelt werden.
Während einer Warmwasser- oder Schwimmbadbereitung
sowie stehenden Heizungsumwälzpumpen ist kein Wär-
meeintrag über das Heizsystem möglich.

6.8.5 Einstellung bei der Inbetriebnahme

Die voreingestellten Werte sind auf einen effizienten und kom-
fortbetonten Betrieb ausgelegt und können bei Bedarf an die
Nutzeranforderungen angepasst werden. (siehe Kap. 5.2.1 auf
S. 25 und Kap. 5.2.2 auf S. 27)
Maximale Rücklauftemperatur
Bei der Inbetriebnahme muss der Default-Wert für die maxi-
male Rücklauftemperatur von 45 °C auf das vorhandene Heiz-
system angepasst werden. Bei einer Auslegungstemperatur der
Fußbodenheizung auf 35/28 °C sollte die Rücklauftemperatur
auf 28 °C begrenzt werden.
Hysterese Wärmepumpe
Um die Regelgenauigkeit zu erhöhen sollte bei einer Fußboden-
heizung mit Raumtemperaturregelung die Hysterese der
Wärmepumpe zwischen 1 K und 2 K gewählt werden.
Hysterese Raumtemperatur
Angenommener Raumtemperatur Sollwert: 20 °C
Hysterese oben: 0,8 => Ventil schließt bei 20,8 °C
Hysterese unten: 0,3 => Ventil öffnet bei 20,3 °C
452117.66.02b · FD 0302
Stellventile
werden
geschlossen
WPM Touch
wenn
die
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