ABS-System (ST3s ABS)
Das Betätigen der Bremsen erfordert in sehr kritischen
Situationen besondere Sensibilität des Fahrers. Das
Abbremsen stellt einen der schwierigsten und gefährlichsten
Momente beim Fahren eines Zweiradfahrzeugs dar: Die
Gefahr eines Sturzes oder eines Unfalls ist, statistisch
gesehen, hier höher als in allen anderen Fahrsituationen.
Kommt es zum Blockieren des Vorderrads, fällt die
stabilisierende Reibungswirkung weg, was zum Verlust der
Fahrzeugkontrolle führen kann.
Um also die Wirkung der gesamten Bremsleistung des
Fahrzeugs im Notfall, auf ungewöhnlichen Fahrbahnbelägen oder
unter kritischen Klimabedingungen voll ausnutzen zu können,
wurde das Antiblockiersystem (ABS) für die Räder realisiert.
Hierbei handelt es sich um eine hydraulisch-elektronische
Vorrichtung, die für die Verwaltung des sich im
Bremssystem herrschenden Drucks zuständig ist, wenn der
am Rad installierte Sensor eine mögliche Radblockierung an
das Steuergerät weitergibt.
Dieser momentaner Druckabfall sorgt dafür, dass sich das
Rad weiterhin dreht und die ideale Bodenhaftung beibehält.
An diesem Punkt gibt das Steuergerät den Druck in den
Kreislauf zurück, wodurch die Bremswirkung erneut
aufgenommen wird und wiederholt den Zyklus so lange, bis
das Problem nicht vollständig verschwunden ist.
Das Ansprechen dieses Mechanismus bei einem Bremsvorgang
macht sich durch einen leichten „pulsierenden" Widerstand am
Bremshebel bzw. –pedal bemerkbar.
Die Steuerungen und die Verwaltung der vorderen und der
D
hinteren Bremsanlage erfolgen getrennt voneinander, d.h.
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sie werden von den entsprechenden Vorrichtungen am
Motorrad aktiviert. Beim ABS handelt es sich also nicht um
ein integrales Bremssystem, das Vorder- und
Hinterradbremse gleichzeitig verwaltet.
Falls gewünscht, kann das System auch durch das Betätigen
der Taste am linken Umschalter (siehe Seite 30)
ausgeschaltet werden.
Achtung
Bei ausgeschaltetem ABS-System behält das Fahrzeug die
von der Standard-Bremsanlage gewährleisteten
Bremsfunktionen bei. Ein voneinander unabhängiges Anwenden
einer dieser beiden Steuerungen mindert die Bremswirkung des
Motorrads. Die Bremsen niemals zu abrupt und zu kräftig
betätigen, da es sonst zu einer Blockierung der Räder kommt,
was den Verlust der Motorradkontrolle zur Folge haben kann. Bei
Regen oder beim Befahren von Fahrbahnen mit geringer Haftung
wird die Bremswirkung stark reduziert. In diesen Situationen
müssen die Bremsen gefühlvoll und besonders vorsichtig
betätigt werden. Plötzliche Fahrmanöver können hier zum
Verlust der Motorradkontrolle führen. Beim Befahren von langen
und stark abschüssigen Strecken muss man die Bremskraft des
Motors ausnutzen, die man durch ein Herunterschalten der
Gänge erzeugt. Die Bremsen dabei abwechselnd und nur
kurzzeitig verwenden, da ein lang andauernder Einsatz eine
Überhitzung des Bremsbelags zur Folge haben könnte, was die
Bremswirkung drastisch mindern würde. Reifen mit Druck, der
unter den vorgeschriebenen Werten liegt, mindern die
Bremswirkung und beeinflussen die Fahrgenauigkeit und die
Haftung in Kurven.