wird am Astigm.-Pot. 47kΩ die Schärfe der senkrechten
Linien korrigiert. In dieser Reihenfolge wird die Korrektur
mehrmals wiederholt. Der Abgleich ist beendet, wenn
sich mit dem FOCUS-Knopf allein keine Verbesserung der
Schärfe in beiden Richtungen mehr erzielen läßt.
Triggerschwelle
Die interne Triggerschwelle sollte bei 3 bis 5mm Bildhöhe
liegen. Sie hängt stark vom Komparator-IC ab. Falls aus
zwingenden Gründen dieser Komparator ausgewechselt
werden muß, kann es toleranzbedingt vorkommen, daß
die Triggerung zu empfindlich oder zu unempfindlich ist
oder auf Rauschen mit Richtungswechsel reagiert (siehe
Testplan: ,,Kontrolle Triggerung, T3). In solchen Fällen
sind die Hysterese-Widerstände 3,32kΩ am Komparator
zu ändern. Im allgemeinen dürfen diese Widerstände
höchstens halbiert oder verdoppelt werden. Eine zu nied-
rige Triggerschwelle kann Doppeltriggerung oder vorzeiti-
ge Auslösung durch Störimpulse oder Rauschen verursa-
chen. Eine zu hohe Triggerschwelle verhindert die Dar-
stellung sehr kleiner Signalhöhen.
Fehlersuche im Gerät
Aus Gründen der Sicherheit darf das geöffnete Oszilloskop
nur über einen Schutz-Trenntransformator (Schutzklasse
II) betrieben werden.
Für die Fehlersuche werden ein Signalgenerator, ein
ausreichend genaues Multimeter und, wenn möglich, ein
zweites Oszilloskop benötigt. Letzteres ist notwendig,
wenn bei schwierigen Fehlern eine Signalverfolgung oder
eine Störspannungskontrolle erforderlich wird. Wie be-
reits erwähnt, ist die stabilisierte Hochspannung (–2000V)
sowie die Versorgungsspannung für die Endstufen le-
bensgefährlich. Bei Eingriffen in das Gerät ist es daher
ratsam, mit längeren vollisolierten Tastspitzen zu
arbeiten. Ein zufälliges Berühren kritischer Spannungs-
potentiale ist dann so gut wie ausgeschlossen.
Selbstverständlich können in dieser Anleitung nicht alle
möglichen Fehler eingehend erörtert werden. Etwas
Kombinationsgabe ist bei schwierigen Fehlern schon
erforderlich.
Wenn ein Fehler vermutet wird, sollte das Gerät nach
dem Öffnen des Gehäuses zuerst gründlich visuell über-
prüft werden, insbesondere nach losen, bzw. schlecht
kontaktierten oder durch Überhitzung verfärbten Teilen.
Ferner sollten alle Verbindungsleitungen im Gerät zwi-
schen den Leiterplatten, zu Frontchassisteilen, zur Röhren-
fassung und zur Trace-Rotation-Spule innerhalb der
Röhrenabschirmung inspiziert werden. Diese visuelle
Inspektion kann unter Umständen viel schneller zum
Erfolg führen als eine systematische Fehlersuche mit
Meßgeräten.
Die erste und wichtigste Maßnahme bei einem völligen
Versagen des Gerätes ist, abgesehen von der Prüfung
der Netzsicherungen, das Messen der Plattenspannungen
an der Bildröhre. In 90% aller Fälle kann dabei festgestellt
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werden, welches Hauptteil fehlerhaft ist. Als Hauptteile
sind anzusehen:
1. Y-Ablenkeinrichtung
3. Bildröhrenkreis
Während der Messung müssen die POS.-Einsteller der
beiden Ablenkrichtungen möglichst genau in der Mitte
ihres Stellbereiches stehen. Bei funktionstüchtigen Ab-
lenkeinrichtungen sind die Einzelspannungen jedes
Plattenpaares Y ca. 80V und X ca. 71V. Sind die Einzelspan-
nungen eines Plattenpaares stark unterschiedlich, muß
in dem zugehörigen Ablenkteil ein Fehler vorliegen. Wird
trotz richtig gemessener Plattenspannungen kein Strahl
sichtbar, sollte man den Fehler im Bildröhrenkreis su-
chen. Fehlen die Ablenkplattenspannungen überhaupt,
ist dafür wahrscheinlich die Stromversorgung verant-
wortlich.
Austausch von Bauteilen
Beim Austausch von Bauteilen dürfen nur Teile gleichen
oder gleichwertigen Typs eingebaut werden. Widerstän-
de ohne besondere Angabe in den Schaltbildern haben
(mit wenigen Ausnahmen) eine Belastbarkeit von 1/5W
(Melf) bzw. 1/8W (Chip) und eine Toleranz von 1%.
Widerstände im Hochspannungskreis müssen entspre-
chend spannungsfest sein. Kondensatoren ohne Span-
nungsangabe müssen für eine Betriebsspannung von
63V geeignet sein. Die Kapazitätstoleranz sollte 20%
nicht überschreiten. Viele Halbleiter sind selektiert. Sie
sind im Schaltbild entsprechend gekennzeichnet. Fällt
ein selektierter Halbleiter aus, sollte auch der intakte
Halbleiter des anderen Signalwegs erneuert werden.
Beide Bauteile sind durch selektierte zu ersetzten, weil
sich sonst Abweichungen der spezifischen Daten oder
Funktionen ergeben können. Der HAMEG-Service berät
Sie gern und beschafft selektierte oder Spezialteile, die
nicht ohne weiteres im Handel erhältlich sind (z.B. Bild-
röhre, Potentiometer, Drosseln usw.).
Abgleich
Gemäß vielen Hinweisen in der Bedienungsanleitung, im
Testplan und auf dem Abgleichplan lassen sich kleine
Korrekturen und Abgleicharbeiten zwar ohne weiteres
durchführen; es ist aber nicht gerade einfach, einen
vollständigen Neuabgleich des Oszilloskops selbst vorzu-
nehmen. Hierzu sind Sachverstand, Erfahrung, Einhaltung
einer bestimmten Reihenfolge und mehrere Präzisions-
meßgeräte mit Kabeln und Adaptern erforderlich. Deshalb
sollten Potentiometer und Trimmer im Innern des Gerätes
nur dann verstellt werden, wenn die dadurch verursachte
Änderung an der richtigen Stelle genau gemessen bzw.
beurteilt werden kann, nämlich in der passenden Betriebs-
art, mit optimaler Schalter- und Potentiometer-Einstellung,
mit oder ohne Sinus- oder Rechtecksignal entsprechender
Frequenz, Amplitude, Anstiegszeit und Tastverhältnis.
2. X-Ablenkeinrichtung
4. Stromversorgung
Änderungen vorbehalten