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Hameg Instruments HM303-4 Bedienungsanleitung Seite 14

Inhaltsverzeichnis
frequenzen und eine unverfälschte Kurvenform-Wiedergabe
von nicht-sinusförmigen Signalen Voraussetzung ist.
Abgleich 1kHz
Dieser C-Trimmerabgleich (NF-Kompensation) kompen-
siert die kapazitive Belastung des Oszilloskop-Eingangs.
Durch den Abgleich bekommt die kapazitive Teilung
dasselbe Teilerverhältnis wie die ohmsche Spannungs-
teilung. Dann ergibt sich bei hohen und niedrigen Fre-
quenzen dieselbe Spannungsteilung wie für Gleichspan-
nung. Für Tastköpfe 1:1 oder auf 1:1 umgeschaltete
Tastköpfe ist dieser Abgleich weder nötig noch mög-
lich. Voraussetzung für den Abgleich ist die Parallelität
der Strahllinie mit den horizontalen Rasterlinien (siehe
,,Strahldrehung TR").
Tastteiler 10:1 oder 100:1 an den CH.I-Eingang anschlie-
ßen, keine Taste drücken, Eingangskopplung auf DC
stellen, Eingangsteiler auf 5mV/cm und TIME/DIV.-Schal-
ter auf 0.2ms/cm schalten (beide Feinregler in Kalibra-
tionsstellung CAL.), Tastkopf in die entsprechende CAL.-
Buchse einstecken (Teiler 10:1 in Buchse 0.2V
Buchse 2V
).
pp
1kHz
falsch
Auf dem Bildschirm sind 2 Wellenzüge zu sehen. Nun ist
der NF-Kompensationstrimmer abzugleichen, dessen Lage
der Tastkopfinformation zu entnehmen ist. Mit dem bei-
gegebenen Isolierschraubendreher ist der Trimmer so
abzugleichen, bis die oberen Dächer des Rechtecksignals
exakt parallel zu den horizontalen Rasterlinien stehen
(siehe Bild 1kHz). Dann sollte die Signalhöhe 4cm ±1,2mm
(= 3%) sein. Die Signalflanken sind in dieser Einstellung
unsichtbar.
Abgleich 1MHz
Ein HF-Abgleich ist bei den Tastköpfen HZ51, 52 und 54
möglich. Diese besitzen Resonanz-Entzerrungsglieder (R-
Trimmer in Kombination mit Spulen und Kondensatoren),
mit denen es möglich ist, den Tastkopf auf einfachste
Weise im Bereich der oberen Grenzfrequenz des Vertikal-
verstärkers optimal abzugleichen. Nach diesem Abgleich
erhält man nicht nur die maximal mögliche Bandbreite im
Tastteilerbetrieb, sondern auch eine weitgehend konstan-
te Gruppenlaufzeit am Bereichsende. Dadurch werden
Einschwingverzerrungen (wie Überschwingen, Abrun-
dung, Nachschwingen, Löcher oder Höcker im Dach) in
der Nähe der Anstiegsflanke auf ein Minimum begrenzt.
Die Bandbreite des Oszilloskops wird also bei Benutzung
der Tastköpfe HZ51, 52 und 54 ohne Inkaufnahme von
Kurvenformverzerrungen voll genutzt. Voraussetzung für
diesen HF-Abgleich ist ein Rechteckgenerator mit kleiner
Änderungen vorbehalten
, 100:1 in
pp
richtig
falsch
Anstiegszeit (typisch 4ns) und niederohmigem Ausgang
(ca. 50Ω), der bei einer Frequenz von 1MHz eine Span-
nung von 0,2V bzw. 2V abgibt. Der Kalibratorausgang des
HM303 erfüllt diese Bedingungen, wenn die CAL.-Taste
gedrückt ist (1MHz).
Tastköpfe des Typs HZ51, 52 oder 54 an den CH.I-Eingang
anschließen, nur Kalibrator-Taste 1MHz drücken, Eingangs-
kopplung auf DC, Eingangsteiler auf 5mV/cm und TIME/
DIV.-Schalter auf 0.1µs/cm stellen (beide Feinregler in
Kalibrationsstellung CAL.). Tastkopf in Buchse 0.2V ein-
stecken. Auf dem Bildschirm ist ein Wellenzug zu sehen,
dessen Rechteckflanken jetzt auch sichtbar sind. Nun
wird der HF-Abgleich durchgeführt. Dabei sollte man die
Anstiegsflanke und die obere linke Impuls-Dachecke be-
achten.
Auch die Lage der Abgleichelemente für die HF-Kompen-
sation ist der Tastkopfinformation zu entnehmen.
Die Kriterien für den HF-Abgleich sind:
– Kurze Anstiegszeit, also eine steile Anstiegsflanke.
– Minimales Überschwingen mit möglichst geradlini-
gem Dach, somit ein linearer Frequenzgang.
Die HF-Kompensation sollte so vorgenommen werden,
daß der Übergang von der Anstiegsflanke auf das Recht-
eckdach weder zu stark verrundet noch mit Überschwin-
gen erfolgt. Tastköpfe mit einem HF-Abgleichpunkt sind,
im Gegensatz zu Tastköpfen mit mehreren Abgleich-
punkten, naturgemäß einfacher abzugleichen. Dafür bie-
ten mehrere HF-Abgleichpunkte den Vorteil, daß sie eine
optimalere Anpassung zulassen.
Nach beendetem HF-Abgleich ist auch bei 1MHz die
Signalhöhe am Bildschirm zu kontrollieren. Sie soll densel-
ben Wert haben wie oben beim 1kHz-Abgleich angege-
ben.
Es wird darauf hingewiesen, daß die Reihenfolge erst
1kHz-, dann 1MHz-Abgleich einzuhalten ist, aber nicht
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