6.4. Regelungsstatus (Interlock)
Wenn das System vollständig ausgeschaltet (stromlos) ist, verkippen die Piezoaktuatoren prinzipbedingt
die Kippspiegel in eine Extremposition. Diese weicht um etwa 0,5 mrad (PKS) bzw. 1,0 mrad (PSH) von
der Nullposition ab. (P4S30 zeigt dieses Verhalten aufgrund des Aufbaus mit 4 Piezo-Elementen nicht.)
Das System besitzt aber einen TTL-Ausgang, der benutzt werden kann, um den Laser auszuschalten oder
einen Shutter zu schließen. Dadurch wird verhindert, dass ein fehlpositionierter Laser Schaden anrichten
kann. Der Pegel des TTL-Ausgangs ist HIGH, wenn die Regelung aktiv ist und die Kippspiegel im
korrekten Bereich oder in der Nullposition sind. Er ist LOW, wenn die Regelung aktiv ist und einer der
Kippspiegel den Stellbereich verlässt. (Wenn die Regelung inaktiv ist, ist der Pegel immer HIGH.)
Anmerkung: Die Aktuatoren werden als nicht mehr im korrekten Bereich gewertet, wenn die Piezo-
Spannung 95% des Minimal- oder Maximalwertes erreicht.
Regelungsstatus
Beschreibung
Signal
Steckertyp
Kabel (optional)
6.5. Schalter für Bandbreitenbegrenzung
Die Regelungsbandbreite hat unmittelbaren Einfluss auf die Güte der Regelung. Das System kann bei
zwei unterschiedlichen Regelungsbandbreiten betrieben werden. Grundeinstellung ist die hohe
Bandbreite. Insbesondere bei instabilen mechanischen Aufbauten oder bei gegenseitiger Beeinflussung
der Regelstufen kann es jedoch von Vorteil sein, die niedrige Bandbreite zu wählen. Hierzu befindet sich
ein Schalter am Elektronikgehäuse (Bandwidth, siehe Abbildung 7, H = high, hoch, L = low, niedrig).
Die Bandbreite kann für beide Regelstufen individuell gewählt werden.
7. Option: Sample&Hold Zusatzschaltung („ADDA")
Funktion: Halten der letzten geregelten Position auch ohne ausreichendes Intensitätssignal (Laser aus)
In einigen Anwendungen mit der Laserstrahlstabilisierung kann es vorkommen, dass der Laserstrahl
während des aktiven Regelbetriebs an- und ausgeschaltet wird. In dem Zeitraum ohne Laserstrahl fehlt
das Regelsignal. Ohne weitere Maßnahmen fährt unsere Compact-Strahlregelung in diesem Fall die
Kippspiegelsysteme in eine definierte Position, die wir Nullposition nennen.
Wird der Laser dann wieder eingeschaltet, so startet die Regelung von dieser Position aus. Da der
gesamte optische Aufbau zuvor auch mit dieser Nullposition justiert sein sollte, ist dies in der Regel ein
guter Startpunkt für die Stabilisierung. Bei starken Drifts des Laserstrahls im Gesamtaufbau kann die
Stellmitte der Kippspiegel mit der Zeit aber deutlich von dem aktuell benötigten Stellwert abweichen.
Beim Einschalten des Lasers nach einer Zeit ohne Laserstrahl wird dies bei Wiederaufnahme des
Regelbetriebs zu einem unerwünschten Ausschlag in der Strahlposition führen.
Mit der im folgenden beschriebenen Erweiterung für die Strahlstabilisierung Compact lassen sich die
Stellungen der Kippspiegelsysteme über eine beliebige Zeitdauer ohne Regelsignal bzw. Laserintensität
festhalten. Damit wird ermöglicht, dass die Regelung nach Wiedereinschalten des Lasers nicht von der
Stellmitte, sondern von der letzten geregelten Position aus starten kann.
Handbuch Compact Strahlstabilisierung
1 Ausgang für beide Stufen
TTL, „low" bei Verlassen des Stellbereichs
LEMO 00
LEMO 00 → BNC, Länge: 2m
Version 13 – 15.02.2021
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